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14.01.2011

13:59 Uhr

Motorsport Motorrad

Ezpeleta: "Brauche einen Vettel auf zwei Rädern"

Carmelo Ezpeleta spielt in der Zweirad-WM dieselbe Rolle wie Bernie Ecclestone in der Formel 1. Mit dem SID sprach Ezpeleta über die Zukunft der Motogp und seinen größten Wunsch.

Carmelo Ezpeleta (r.) mit Motorrad-Star Valentino Rossi. Foto: SID Images/AFP/Lluis Gene SID

Carmelo Ezpeleta (r.) mit Motorrad-Star Valentino Rossi. Foto: SID Images/AFP/Lluis Gene

Carmelo Ezpeleta nimmt in der Zweirad-WM dieselbe Rolle ein wie Bernie Ecclestone in der Formel 1. Mit dem Sport-Informations-Dienst (SID) sprach Ezpeleta über die Zukunft der Motogp, die Zeit nach Superstar Valentino Rossi, den tödlichen Unfall des Japaners Shoya Tomizawa und seinen größten Wunsch - einen deutschen Spitzenfahrer in der Königsklasse.

Bernie Ecclestone wünscht sich einen Chinesen und eine Frau, der Herzenswunsch seines Motorrad-Kollegen Carmelo Ezpeleta ist ein "Sebastian Vettel auf zwei Rädern". Das erklärte der Chef des WM-Vermarkters Dorna im Gespräch mit dem Sport-Informations-Dienst (SID). "Wir stehen natürlich auf einer anderen Stufe als die Formel 1. Uns fehlen noch einige Dinge", sagte der Katalane: "Aber was uns vor allem fehlt, ist ein starker Deutscher in der Motogp."

Während die Formel 1 dank Weltmeister Vettel und Rekord-Champion Michael Schumacher in Deutschland Rekordquoten einfährt, führt die beispielsweise in Italien noch beliebtere Motorrad-WM hierzulande nur ein Nischendasein. Wichtige Märkte wie Spanien, Italien, Frankreich, die USA oder Japan sind in der Motorrad-Königsklasse vertreten, Deutschlands Spitzenfahrer Stefan Bradl fährt in der Moto2. Zumindest ein deutscher Hersteller könnte in absehbarer Zeit vertreten sein: Einen Einstieg von BMW bezeichnete Ezpeleta, der die Rechte 1992 von Ecclestones Firma TWP übernommen hatte, als "natürlich möglich".

Schumachers Comeback habe die Motogp keine Zuschauer oder Sponsoren gekostet, sagte der Dorna-Chef. Die Formel 1 akzeptiere er als "Nummer eins im Motorsport" und sehe sie "als Freund, nicht als Feind", erklärte der 64-Jährige, der im Vorjahr sogar öffentlich als Chef einer Piratenserie gehandelt worden war. Die Formel 1 ist in vielerlei Hinsicht Vorbild, die neuen Strecken des Vierrad-Zirkus wie in Indien oder Austin/Texas sollen kurz darauf auch Standorte von Motorrad-Rennen werden.

Den Weg, auch über Skandale in den Schlagzeilen zu bleiben, wolle man mit der Motorrad-WM aber nicht gehen, versicherte Ezpeleta. "Ich denke nicht, dass Skandale nötig sind für eine gute Show", sagte er: "Auch für die Formel 1 sind sie nicht immer gut."

Die Motogp setzt erst einmal auf die Karte Valentino Rossi. Der charismatische Italiener mit dem Lausbubencharme ist einer der größten Sportstars weltweit, bei der gemeinsamen Terminvorstellung seines neuen Teams Ducati mit Ferrari in den Dolomiten stahl der neunmalige Weltmeister dem zweimaligen Formel-1-Champion Fernando Alonso komplett die Schau.

Den Tag, an dem Rossi seine Karriere beenden oder wie mehrfach angekündigt, in eine Autoserie wechseln wird, fürchtet Ezpeleta. "Er wird leider nicht ewig fahren, das werden wir nicht ändern können", sagte er: "Aber wenn er eines Tages zurücktritt, wird die Motorrad-WM so weiterleben, wie sie es nach den Abgängen von Giacomo Agostini, Mick Doohan oder Wayne Rainey auch getan hat. Mit Rossi ist es immer besser, aber es geht auch ohne ihn."

Für 2012 strebt der Motogp-Boss eine Kostenreduzierung - gleichsam nach dem Vorbild der Formel 1 an -, das unabhängigen Teams den Einstieg und die Saisonfinanzierung erleichtern soll. So soll auch das Starterfeld von derzeit 17 auf 22 Maschinen erhöht werden.

Die Moto2 als besserer Puffer zwischen der Achtelliter- und der Königsklasse habe sich bisher zwar bewährt, über dem Premierenjahr liegt aber der große Schatten des tödlichen Unfalls von Shoya Tomizawa. "Nach so einem fürchterlichen Unfall kann ich nicht sagen, dass ich total zufrieden bin. Aber außer diesem tragischen Aspekt war alles okay", sagte Ezpeleta, der nach Prüfung sämtlicher Umstände versicherte, dass Tomizawas Tod ein "großes Unglück" war, dass sich "durch keinerlei Sicherheitsvorkehrungen hätte vermeiden lassen".

Der Japaner war am 5. September beim Grand Prix von San Marino gestürzt und anschließend von zwei nachfolgenden Fahrern überrollt worden.

© SID

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