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13.03.2006

11:11 Uhr

Motorsport National

Mediendiskussion stört Hockenheim-Kandidat Jäggi

Rene C. Jäggis Übernahme des Postens als Geschäftsführer der finanziell angeschlagenen Hockenheimring Gmbh ist gefährdet. Der Schweizer ist sauer auf Hockenheims indiskreten Oberbürgermeister Dieter Gummer.

Der Wechsel vom Fußball zum Motorsport sollte geräuschlos über die Bühne gehen. Stattdessen gefährdet die öffentlich gewordenen Verhandlungen zwischen der finanziell angeschlagenen Hockenheimring Gmbh und Vorstandsboss Rene C. Jäggi vom Fußball-Bundesligisten 1. FC Kaiserslautern das Engagement des Schweizers als Geschäftsführer am badischen Motodrom.

FCK-Boss sauer auf Gummer

"Ich gehe nach meiner Zeit beim FCK sicher nicht in Rente. Aber dass solche Dinge bereits jetzt über die Medien diskutiert werden, ist nicht besonders förderlich und lässt mich nachdenken", erklärte Jäggi. Der als knallharter Sanierer bekannte 57-Jährige reagierte damit verärgert auf den Vorstoß des Hockenheimer Oberbürgermeisters Dieter Gummer, der die Verhandlungen mit dem Lauterer Klubchef bekannt gegeben hatte.

Jäggi, der seinen Posten bei den Pfälzern nach der Fußball-WM räumen und wahrscheinlich in den FCK-Aufsichtsrat wechseln wird, ist dennoch am Angebot der Verantwortlichen der Formel-1-Rennstrecke interessiert: "Das ist eine Aufgabe, die mich faszinieren könnte."

Die Hockenheimring Gmbh hat derzeit Verbindlichkeiten in Höhe von 29 Mill. Euro. Das Land Baden-Württemberg lehnte es bisher ab, der in die Kritik geratenen Geschäftsführung der Rennstrecke finanziell unter die Arme zu greifen. Der Vertrag mit dem Briten Bernie Ecclestone über die Ausrichtung der Formel-1-Rennen läuft 2008 aus.

Vor seinem Amtsantritt in Kaiserslautern im September 2002 hatte Jäggi bereits den Sportartikelhersteller adidas und eine Schuhfirma (Romika) saniert. Bis 2002 war er Präsident des Schweizer Erstligisten FC Basel. Beim Beginn seiner Arbeit in der Pfalz fand Jäggi einen Schuldenberg von 40 Mill. Euro vor, den er unter anderem durch den umstrittenen Verkauf des Fritz-Walter-Stadions abbaute.

© SID

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