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01.01.2010

10:57 Uhr

Motorsport Rallye

Dakar: Gejagte im Volkswagen

Nicht weniger als die erfolgreiche Titelverteidigung haben Giniel de Villiers und Dirk von Zitzewitz bei der Dakar im Sinn. 9 030 Kilometer warten auf das VW-Duo und die Konkurrenz.

In Südamerika gelandet: VW verteidigt seinen Titel. Foto: Volkswagen Motorsport SID

In Südamerika gelandet: VW verteidigt seinen Titel. Foto: Volkswagen Motorsport

9 030 Kilometer, ein Höhenunterschied von mehr als 4 700 Metern, dazu als i-Tüpfelchen die Atacama, die trockenste Wüste der Welt: Auf den Wolfsburger Autokonzern Volkswagen wartet bis zur erhofften Titelverteidigung bei der Dakar-Rallye (1. bis 17. Januar) ein hartes Stück Arbeit. Bei der zweiten Auflage des Marathon-Klassikers in Argentinien und Chile werden Giniel de Villiers und Co-Pilot Dirk von Zitzewitz (Südafrika/Karlshof), die VW 2009 bei der Premiere in Südamerika den ersten historischen ersten Diesel-Sieg bei einer Dakar bescherten, dabei die Gejagten sein.

"Wollen das Ding wieder gewinnen"

"Giniel und ich treten an, um unseren Titel zu verteidigen, und wir wollen das Ding natürlich wieder für Volkswagen gewinnen", sagte von Zitzewitz dem Sport-Informations-Dienst (SID). Streitig machen wollen dem Erfolgsduo von 2009 die Siegertrophäe aber nicht nur die starken Teamkollegen Carlos Sainz/Lucas Cruz (Spanien), Mark Miller/Ralph Pitchford (USA/Südafrika) und Nasser Al-Attiyah/Timo Gottschalk (Katar/Berlin).

Auch die Konkurrenz hat aufgerüstet. Neben Nascar-Star Robby Gordon (USA) in seinem Hummer vor allem das X-raid-Team von Sven Quandt, der sich für seine BMW X3 aus dem "Nachlass" des ausgestiegenen Seriensiegers Mitsubishi die Dienste von Joan Roma (Spanien) und Dakar-Rekordgewinner Stephane Peterhansel (Frankreich) sicherte.

Kein Wunder, dass VW-Motorsportdirektor Kris Nissen alles andere als einen Spaziergang erwartet. "Ich glaube, ohne Mitsubishi, aber mit einem noch besseren BMW und einem noch besseren Hummer wird es mindestens so schwer, wenn nicht noch schwerer als 2009", sagte der Däne im SID-Interview. Nissen ist allerdings "mit sehr guten Gefühlen" nach Buenos Aires zurückgekehrt, wo am Neujahrstag mit einem Showstart und einer reinen Verbindungspassage die Rallye eröffnet wird. Am 2. Januar beginnt die Zeitenjagd über 14 Etappen und 4 810 Wertungskilometer.

Der Druck auf die VW-Truppe ist laut Nissen nicht geringer als 2009. "Im letzten Jahr hatten alle gesagt, Volkswagen muss endlich gewinnen und der erste Diesel-Sieg muss her. Jetzt treten wir an als Titelverteidiger und - wie viele sagen - als Favoriten", meinte der frühere DTM-Pilot: "Aber ich sage wie immer: Die Dakar muss man erst bezwingen, erst besiegen, und erst dann hat man eine Chance auf den Gesamtsieg."

Sainz "stärker als er jemals war"

Das gilt vor allem für den zweimaligen Rallye-Weltmeister Sainz, der im Vorjahr durch einen Fehler den möglichen Sieg verpasste, und VW-Neuzugang Al-Attiyah. "Er und Carlos sind sicher, was den reinen Speed angeht, die zwei Schnellsten im Team. Aber ob sie über eine ganze Distanz fehlerfrei fahren und den Speed halten können, werden wir sehen", sagte Nissen, der aber vor allem bei Sainz Verbesserungen sieht. "Carlos ist stärker als er jemals war. Er hat in diesem Jahr die Rallye dos Sertoes und die Silk-Way-Rallye gewonnen, hatte dabei aber nicht, wie so oft früher, die meisten Tagessiege. Er hat sich diese Rennen etwas besser eingeteilt."

De Villiers und von Zitzewitz hatten dagegen schon 2009 bewiesen, dass sie sich ein Rennen perfekt einteilen können. "Fahrer und Beifahrer spielen bei der Dakar eine größere Rolle als zum Beispiel die Fahrer in der DTM oder der Formel 1", sagte Nissen: "Bei der Dakar muss ein Fahrer sehr, sehr viel Erfahrung haben und den Mut, auch mal vom Gas zu gehen anstatt immer auf dem Gas zu bleiben."

Diese Erfahrung schätzt Sven Quandt bei Peterhansel, der die Dakar sechsmal mit dem Motorrad und dreimal im Auto gewann, und Roma, der einmal auf zwei Rädern triumphierte. "Technische Probleme hatten wir bei den Dakars sehr wenige, zumeist vereitelten Fahrfehler einen Erfolg", sagte Quandt: "Ich bin zuversichtlich, dass unsere Piloten es in diesem Jahr besser machen."

© SID

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