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06.01.2007

08:05 Uhr

Motorsport Rallye

Dakar-Rallye so offen wie selten zuvor

Mit mehr als 500 Fahrzeugen startet heute in Lissabon die 29. Auflage der Rallye-Dakar. Auf den 16 Etappen bis in den Senegal kämpft ein großer Kreis von Anwärtern, darunter auch Jutta Kleinschmidt, um den Gesamtsieg.

Ein schlagkräftiges Team von VW, die mutige Außenseiterin Jutta Kleinschmidt und Altmeister Jean-Louis Schlesser treten ab heute bei der 29. Auflage der Dakar-Rallye an, um die Vormachtstellung von Mitsubishi zu beenden. Und selten zuvor lagen die Top-Stars der Marathon-Branche so eng beieinander wie in diesem Jahr. Für die heute beginnende und bis zum 21. Januar andauernde 7 915 Kilometer lange Hatz von Lissabon nach Dakar, der Hauptstadt des Senegal, gibt es fast ein Dutzend Fahrer, die sich Chancen auf Tageserfolge oder den Gesamtsieg ausrechnen.

"Es sind wahnsinnig viele gute Autos am Start", sagt Jutta Kleinschmidt, die im BMW X3 des privaten X-raid-Teams erstmals seit 1998 nicht als Werkspilotin unterwegs sein wird, aber dennoch mit einem Platz auf dem Podium liebäugelt.

VW geht mit Veteran Vatanen an den Start

Dafür muss sich die 44 Jahre alte Diplom-Physikerin, die 2001 als bislang einzige Deutsche und einzige Frau den Wüstenklassiker gewann, gegen die harte Konkurrenz ihrer Ex-Arbeitgeber Mitsubishi und VW durchsetzen, die beide vier Autos ins Rennen schicken. VW hat nach Platz zwei des Südafrikaners Giniel de Villiers 2006 seinen Touareg noch einmal in vielen Details verbessert sowie nach der Trennung von Kleinschmidt und Bruno Saby sein Fahrer-Quartett mit dem viermaligen Dakar-Sieger Ari Vatanen (Finnland) komplettiert.

Gemeinsam mit de Villiers, dem Spanier Carlos Sainz und Mark Miller aus den USA soll der frühere Rallye-Weltmeister und jetzige Europa-Parlamentarier helfen, VW im vierten Anlauf mit dem Touareg den ersten Dakar-Sieg eines Diesel-Autos zu bescheren.

Nissen: "Unsere Chancen sind besser als 2006"

"Anhand der Weltcupresultate 2005 und 2006 kann man sehen, dass wir immer näher an Mitsubishi herangekommen sind. Vielleicht sind wir jetzt in vielen Bereichen auf dem gleichen Level", sagte VW-Motorsportdirektor Kris Nissen dem Sport-Informations-Dienst (sid): "Aber ich will nicht sagen, wir fahren dahin und gewinnen. Es wird eine harte und schwierige Aufgabe. Unsere Chancen sind besser als 2006. Wenn sich die Rallye ähnlich entwickelt wie im vorigen Jahr, wird es ein großer Kampf vom Start bis ins Ziel."

Die Messlatte bei der Dakar war in den letzten Jahren stets Mitsubishi. Die Japaner, die bei der Rallye insgesamt elfmal und zuletzt sechsmal in Folge triumphierten, bringen eine überholte Version ihres Pajero Evo an den Start in der portugiesischen Hauptstadt. Dazu verfügt Mitsubishi über vier Top-Piloten - allen voran Stephane Peterhansel (Frankreich), der schon zweimal mit dem Auto und zuvor sechsmal auf dem Motorrad die Rallye gewann. 2006 verhinderte ein Baumstumpf seinen neunten Triumph, doch der frühere Ski-Weltcupsieger Luc Alphand sprang für seinen Landsmann in die Bresche und holte vor VW-Mann de Villiers den Sieg.

Auch Schlesser gehört zum Kreis der Favoriten

Nach seinem Sieg bei der Generalprobe im November in Dubai will Alphand jetzt auch in Dakar wieder als Erster ankommen. Neben den beiden Franzosen Peterhansel und Alphand sind für Mitsubishi noch der Japaner Hiroshi Masuoka (Sieger 2002 und 2003) und der Spanier Nani Roma (Motorrad-Sieger 2004) am Start.

Neben den acht Autos der beiden großen Werke sowie einem vom Phoenix-Rennstall aus der Eifel eingesetzten privaten VW mit dem Portugiesen Carlos Sousa und Copilot Andreas Schulz aus München gibt es noch weitere Fahrer, die für Furore sorgen können. Wie Jutta Kleinschmidt, die wieder mit ihrer früheren Co-Pilotin Tina Thörner (Schweden) fährt, vertrauen auch der Franzose Guerlain Chicherit sowie Nasser Al-Attiyah aus Katar auf die BMW-Power des X-raid-Teams von Sven Quandt. Dazu haben alle Favoriten Altmeister Jean-Louis Schlesser (Frankreich/Sieger 1999 und 2000) in seinem Buggy auf ihrer Rechnung.

Nicht den Sieg, sondern das Ziel in Dakar hat Ellen Lohr im Visier. Die frühere DTM-Pilotin aus Mönchengladbach war im vorigen Jahr in einem Mercedes vorzeitig ausgeschieden und möchte es diesmal besser machen. Insgesamt werden mehr als 180 Autos sowie 250 Motorräder und 88 LKW am Start sein.

© SID

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