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03.01.2007

11:33 Uhr

Motorsport Rallye

Kleinschmidt gibt Dakar-Podium als Ziel aus

Jutta Kleinschmidt geht in diesem Jahr mit einem neuen Wagen und einem neuen Team an den Start der Rallye Dakar (6. bis 21. Januar). Zu ihren Zielen nimmt die 44-Jährige im sid-Gespräch Stellung.

Am 6. Januar geht Jutta Kleinschmidt mit einem BMW X3 an den Start der Rallye Dakar. Über ihre Ziele und den Wechsel zum privaten X-raid-Team von Sven Quandt äußert sich die 44-Jährige im Interview mit dem Sport-Informations-Dienst (sid).

sid: "Neues Auto, neues Team: Ist Ihnen die Eingewöhnung schwer gefallen?"

Jutta Kleinschmidt: "Nein, das ging eigentlich ratz-fatz. Nachdem ich bei Volkswagen nicht weitermachen konnte, habe ich mich gleich mit Sven Quandt zusammengesetzt, und wir waren uns relativ schnell einig. Er hat sich sehr gefreut, dass ich gekommen bin. Wir hatten dann auch relativ schnell den ersten Test angesetzt, damit ich einen Eindruck vom Auto bekam und sagen konnte, was wir vielleicht verbessern könnten. Bei dem Test war ich dann sofort wieder im Element."

sid: "Wie ging die gemeinsame Arbeit dann weiter?"

Kleinschmidt: "Es kamen Vorschläge von mir, aber natürlich auch vom Team. Bis zum zweiten Test hatten wir schon sehr viel geschafft, doch dann fielen uns wieder Dinge ein, die wir auch noch umgesetzt haben. Der endgültige Test bezüglich Haltbarkeit und Fahrbarkeit war die Dubai-Rallye, wo es für uns sehr gut gelaufen ist. Ich habe keine großen Übergangsprobleme gehabt. Die schlimme Zeit war eigentlich, bis der Wechsel klar war und sich Volkswagen mit einem Nein geäußert hatte."

sid: "Ist der Unterschied zwischen einem Werksteam wie VW und einem Privatteam wie X-raid groß?"

Kleinschmidt: "Ja und nein. Ich war überrascht, wie der erste Test abgelaufen ist. Da habe ich nicht viel vermisst. Es ist klar, dass die Mechaniker in einem Privatteam mehr arbeiten müssen und viel mehr gefordert werden. Wenn bei VW vier Leute am Auto arbeiten, sind es bei uns zwei. Ansonsten muss man bei der Entwicklung darauf achten, dass es nicht zu teuer wird, weil das Geld nicht da ist, um alle Ideen zu verwirklichen. Aber wir haben uns auf die Dinge konzentriert, die am meisten Performance bringen. Wir haben auf alle Veranstaltungen verzichtet, um das Geld in die Weiterentwicklung zu stecken - mit Ausnahme von Dubai. Ein Rennen wollte ich machen, um mich mit Tina Thörner einzufahren und auch an das Auto zu gewöhnen. Der Testlauf in Dubai war gut, ich bin der Meinung, dass wir sehr gut vorbereitet in die Dakar gehen. Das gibt mir ein sehr gutes Gefühl."

sid: "Mit welchem Ziel gehen Sie in die Dakar?"

Kleinschmidt: "Ich möchte gerne aufs Podium, das ist mein Ziel. Ich weiß, dass das sehr schwer ist. Es sind wahnsinnig viele gute Autos am Start. Wir haben vier gute Mitsubishi, fünf gute VW, drei sehr gute BMW und ein oder zwei Schlesser-Buggys, die in Dubai sehr schnell waren. Es wird ein verdammt schweres Unternehmen, aufs Podium zu fahren. Aber ich glaube, wenn ich gut fahre, mir und Tina keine Fehler passieren, es keine technischen Probleme gibt, dann können wir das schaffen."

sid: "War es Ihr Wunsch, wieder zusammen mit Tina Thörner zu fahren?"

Kleinschmidt: "Ja. Ich kenne Tina schon lange und habe sie im letzten Jahr bei VW im Auto von Giniel de Villiers wieder aus der Nähe erlebt. Das hat mir sehr gut gefallen. Fabrizia Pons hatte leider ein besseres Angebot von VW. Deshalb war ich sehr froh, dass Tina sich auf dieses Abenteuer eingelassen hat."

sid: "Wie war die erste gemeinsame Fahrt nach so langer Zeit? Als ob Sie nie getrennt gewesen wären?"

Kleinschmidt: "So ist das auch nicht, weil jeder sich in der Zeit einen anderen Sprachschatz angewöhnt hat. Das muss man miteinander abstimmen. Das ging aber relativ schnell, und dann waren wir wieder ein eingespieltes Team."

sid: "Haben Sie Einfluss darauf, welche Musik Tina Thörner während der Rallye im Auto spielt?"

Kleinschmidt: "Nicht wirklich. Aber wir haben uns schon damit auseinander gesetzt. Musik gibt es ohnehin nur auf den Verbindungsetappen. Wir werden vor der Prüfung etwas Rockiges aussuchen, damit man in Fahrt kommt. Nach der Prüfung wird dann eher meine Musik kommen, um wieder runterzukommen."

sid: "Wie viel BMW steckt in Ihrem Auto?"

Kleinschmidt: "Der Motor ist komplett von BMW. Wir bekommen auch technische Unterstützung, indem man uns Ingenieure stellt, was den Motor und die Belüftung angeht. Magna-Steyr, die für BMW den Serien-X3 konstruieren, haben auch unser Auto konstruiert und helfen uns bei der Weiterentwicklung. Aber der Rest ist Sven Quandt mit seinem Team aus Trebur."

sid: "Sven Quandt kannten Sie schon aus Ihrer Mitsubishi-Zeit ..."

Kleinschmidt: "Ich bin meine erste Dakar im Auto im kleinen Team von Sven Quandt gefahren. Deshalb kennen wir uns gut. Es war damals ein sehr erfolgreiches Projekt. Wir konnten die Dakar ohne technische Probleme durchfahren. Ich hoffe, dass das jetzt wieder so ist."

sid: "Und ist es auch ein bisschen eine Rückkehr zu Ihren Wurzeln bei BMW?"

Kleinschmidt: "Definitiv. Ich mag die Marke BMW, weil ich dort meine Diplomarbeit geschrieben habe. Bis 2001, als ich noch keine Werksfahrerin war, konnte ich Fahrertrainings für BMW durchführen. Und schließlich habe ich meine Motorrad-Karriere bei BMW gestartet. Von daher liegt mir die Marke sehr am Herzen und ich bin froh, dass ich heute BMW mit im Boot habe."

© SID

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