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07.01.2010

17:48 Uhr

Motorsport Rallye

KTM-Pilot Manca nach Unfall in Lebensgefahr

Die Rallye Dakar hat ihr nächstes Opfer gefordert. Der italienische Motorrad-Fahrer Luca Manca zog sich bei einem schweren Sturz eine Schädelverletzung zu und ringt mit dem Tod.

Luca Manca ist schwer verletzt. Foto: AFP SID

Luca Manca ist schwer verletzt. Foto: AFP

Erneuter Schock bei der Dakar: Fünf Tage nach dem tragischen Tod einer Zuschauerin wird die heftig umstrittene Wüstenrallye von einem lebensbedrohlichen Unfall überschattet. Der italienische Motorrad-Pilot Luca Manca ringt nach einem schweren Sturz auf der sechsten Etappe mit dem Tod.

Der Neuntplatzierte der Gesamtwertung wurde mit schweren Kopfverletzungen auf die Intensivstation eines Krankenhauses in der nordchilenischen Stadt Calama eingeliefert und dort in ein künstliches Koma versetzt.

"Er schwebt in Lebensgefahr. Sein Zustand ist sehr ernst", sagte Miguel Cortez, Direktor des Krankenhauses: "Er hat einen Schädelbruch, ein Schädel-Hirn-Trauma und eine Lungenquetschung." Der 29-Jährige war bei Wertungskilometer zehn gestürzt und soll in Kürze in eine neurochirurgische Spezialklinik in der Hauptstadt Santiago ausgeflogen werden.

Der Tod fährt immer mit

Am Samstag hatte der Tod einer 28-Jährigen den Rallye-Zirkus in den Schockzustand versetzt und die alte Frage nach dem Sinn der Wüstenhatz wieder hochkochen lassen. Der deutsche Privatfahrer Mirco Schultis und sein Schweizer Beifahrer Ulrich Leardi waren auf der ersten Etappe mit ihrem Auto von der Strecke abgekommen und hatten die Argentinierin erfasst, die später ihren Verletzungen erlag. Es war der 57. Todesfall seit der ersten Austragung 1978.

Schultis und Leardi hatten vom Tod der Frau erst später am Abend bei der Ankunft im Biwak erfahren und waren danach aus der Rallye ausgestiegen. Bei dem Unfall waren außerdem noch vier Zuschauer verletzt worden.

Am Mittwoch hätte es beinahe ein weiteres Unglück gegeben. Motorradfahrer David Casteu war bei Kilometer 395 zu Fall gekommen und hatte mit einem offenen Beinbruch nicht mehr den Notfallknopf an seinem Motorrad drücken können. Der spätere Etappendritte David Fretigne hatte seinen französischen Landsmann gefunden und einen Rettungshubschrauber gerufen.

VW behauptet Dreifach-Führung

Das sportliche Geschehen wurde am Donnerstag angesichts des Vorfalls um Manca zur Randnotiz. Dabei verteidigte VW auf dem sechsten Teilstück über 418 Wertungskilometer zwischen Antofagasta und Iquique seine Dreifach-Führung souverän. Trotz des Tagessiegs des Rekordsiegers Stephane Peterhansel mit seinem BWM X3 des hessischen X-Raid-Teams bleiben drei VW-Piloten im Gesamtklassement an der Spitze. Der zweimalige Rallye-Weltmeister Carlos Sainz führt vor seinem Markenkollegen Nasser Al-Attiyah aus Katar mit dem Berliner Beifahrer Timo Gottschalk (15:24 Minuten Rückstand) und dem US-Amerikaner Mark Miller (17:47).

Die Motorradwertung gewann Vorjahressieger Marc Coma souverän. Der spanische KTM-Pilot machte damit einen Teil seines Rückstandes auf den Gesamtführenden Cyril Despres (Frankreich/KTM) gut. Despres kam 10:34 Minuten nach Coma ins Ziel. Der Spanier rückte mit seinem Tagessieg auf den vierten Rang der Gesamtwertung vor.

© SID

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