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27.01.2008

15:35 Uhr

Motorsport Rallye

Loeb startet mit neuer Bestmarke in Rekord-Saison

Sebastien Loeb hat seinen erhofften Rallye-Rekord eingefahren. Der Weltmeister war als erster Fahrer bei der legendären Rallye Monte Carlo zum fünften Mal siegreich.

Sebastien Loeb ist mit einer neu aufgestellten Bestmarke in seine Rekord-Saison gestartet. Als erster Fahrer hat der Weltmeister die legendäre Rallye Monte Carlo zum fünften Mal gewonnen. Doch angesichts dieses Erfolges kann Walter Röhrl nur müde lächeln. "Das juckt mich überhaupt nicht. Um meine Zeiten bei den Sonderprüfungen zusammenzubekommen, müsste er diese Rallye schon zehnmal gewinnen", sagte Röhrl dem Sport-Informations-Dienst (sid). Wie auch Sandro Munari (Italien) und Tommi Mäkinen (Finnland) hat die deutsche Rallye-Ikone 1980, 1982, 1983 und 1984 bei der "Monte" viermal triumphiert - als einziger in vier verschiedenen Autos.

"Das heute ist aber eine ganz andere Welt und eine ganz andere Rallye", meinte der 60-Jährige, der bei dem seit 1911 ausgetragenen Klassiker einst noch wie kaum ein Zweiter die "Nacht der langen Messer" meisterte. Heute ist die "Monte" viel kürzer und kompakter als zu den Zeiten des schnellen Regensburgers. "Damals gab es noch 15 Leute, die gewinnen konnten. Heute ist es leider nur noch einer. Es ist schade, dass Sebastien Loeb vollkommen konkurrenzlos ist. Das hätte ich früher auch gerne mal gehabt."

Loeb selbst war denn der Rekord auch gar nicht so wichtig. "Viel erfreulicher noch als die Tatsache, dass es der 37. Weltcup-Sieg und der fünfte in Monte Carlo war, ist die Art und Weise, wie wir gewonnen haben", sagte der Franzose: "Das Auto lief hervorragend, wir haben die richtige Abstimmung gewählt, und die Reifen waren richtig gut."

Nach dem Rücktritt von Vize-Weltmeister Marcus Grönholm (Finnland) ist "Super Seb" mit seinem Citroen C4 allein auf weiter Flur. Die neue Ford-Spitze, den WM-Dritten Mikko Hirvonen (Finnland), distanzierte er bei seinem fünften Sieg nach 2003, 2004, 2005 und 2007 um die kleine Ewigkeit von 2:34,4 Minuten. Der Dritte Chris Atkinson Australien/Subaru) lag 2:58,6 Minuten zurück. Der Schwede P.G. Andersson bescherte WM-Neuling Suzuki als Achter auf Anhieb einen Platz in den Punkterängen.

Röhrl: "Er macht das clever"

In den vergangenen sieben Jahren hat Loeb nur 2002 (Zweiter nach einer Zeitstrafe) und 2006 (Zweiter nach Unfall) nicht in Monte Carlo gewonnen. Für die Art und Weise, wie Loeb seine Gegner dominiert, zeigte Röhrl dann auch größten Respekt. "Er macht das ganz clever. Er geht nur ein so großes Risiko ein, wie es unbedingt sein muss. Das macht er toll", meinte der zweimalige Weltmeister (1980 und 1982).

Mit der Demonstration beim Saisonauftakt untermauerte Loeb auch seine Ambitionen, in diesem Jahr zum fünften Mal in Folge Weltmeister zu werden. Damit würde der 33-Jährige auch den letzten Rekord der Rallye-Szene alleine halten. Bislang teilt er sich die Bestmarke von vier Titeln mit den Finnen Juha Kankkunen (1986, 1987, 1991, 1993) und Mäkinen (1999 bis 2002). In der Liste der Siege bei WM-Läufen ist Loeb mit jetzt 37 Erfolgen schon lange Spitzenreiter. Zweiter ist Grönholm (30) vor dem Spanier Carlos Sainz (26). Röhrl hat es in seiner Karriere auf 14 Siege gebracht, bei damals allerdings viel weniger Rallyes pro Jahr.

Letzte Rallye-WM über 15 Stationen

Loebs Weg zum angestrebten WM-Titel führt in diesem Jahr zum letzten Mal über 15 Stationen. Dazu zählt vom 15. bis 17. August die Deutschland-Rallye, die Loeb bei allen sechs Läufen seit der Aufnahme in den WM-Kalender gewonnen hat. 2009 beginnt dann ein neues Rotationssystem des Automobil-Weltverbandes (FIA). Es werden nur noch zwölf Rallyes pro Jahr gefahren, insgesamt 24 Veranstalter wechseln sich dann jährlich ab. 2009 muss daher neben der Deutschland-Rallye auch die Monte pausieren.

© SID

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