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07.01.2009

12:24 Uhr

Motorsport Rallye

Rallye Dakar fordert erstes Todesopfer

Der französische Motorrad-Pilot Pascal Terry ist bei der Rallye Dakar ums Leben gekommen. Die Leiche des 49-Jährigen wurde in der Nacht nach der vierten Etappe gefunden.

Rallye Dakar beklagt den ersten Todesfall. Foto: AFP SID

Rallye Dakar beklagt den ersten Todesfall. Foto: AFP

Die berühmt-berüchtigte Rallye Dakar beklagt das erste Todesopfer bei der Premiere in Südamerika, allerdings sind die Umstände mehr als mysteriös. Nach zweitägiger Suche wurde in der Nacht nach der vierten Etappe in Neuquen in Argentinien die Leiche des französischen Motorradrennfahrers Pascal Terry (49) gefunden. Das teilten die Organisatoren des Marathon-Klassikers mit, der wegen Terror-Drohungen 2008 abgesagt und von Afrika nach Südamerika verlegt worden war. Terry ist das insgesamt 54. Todesopfer der umstrittenen Rallye seit der Auftakt-Veranstaltung 1979.

"Er hatte den Helm abgenommen und Schutz gesucht"

Terry galt bereits seit Sonntag als vermisst. Er wurde erst jetzt entdeckt, da das Gelände auf der 2. Etappe zwischen Santa Rosa in der Provinz La Pampa und Puerto Madryn in der Provinz Chubut als sehr unzugänglich gilt. Der Franzose wurde etwa 15 Meter neben der Piste tot aufgefunden, sagte die Organisatoren. "Er hatte den Helm abgenommen und Schutz gesucht. Neben ihm wurden Essen und Wasser gefunden", hieß es in einer Stellungnahme.

Die Umstände seines Todes waren zunächst völlig unklar. Die Justiz eröffnete ein Ermittlungsverfahren. Terry hatte am Sonntag die Rennleitung von unterwegs informiert, dass seiner Yamaha bei Kilometer 192 der Sprit ausgegangen sei. Er sei aber von einem anderen Teilnehmer mit Benzin versorgt worden.

Die Organisatoren hatten danach zweimal vergeblich versucht, zu Terry Kontakt aufzunehmen. Am Montag wurde schließlich offiziell die Suche nach dem Motorradrennfahrer aufgenommen. Als er jetzt nach zwei Tagen gefunden wurde, kam jede Hilfe zu spät.

Schon auf der Auftaktetappe hatte es einen schweren Unfall gegeben. Paul Green und sein Co-Pilot Matthew Harrison waren am Samstag verunglückt. Die behandelnden Ärzte bezeichneten den Zustand beider Fahrer als ernst, sie sollen bis Donnerstag im künstlichen Koma bleiben. Green erhielt schwere Schläge auf Brustkorb und Rücken und wird seit drei Tagen beatmet.

Sainz und Coma an der Spitze

In der Automobil-Gesamtwertung führt der zweimalige Weltmeister Carlos Sainz (Spanien) im VW Race Touareg mit einem Vorsprung von 3:46 Minuten vor Nasser Al-Attiyah aus Katar in einem BMW X3 des hessischen X-Raid-Teams. Bei den Motorrädern hat KTM-Pilot Marc Coma (Spanien) seine Verfolger schon um mehr als 42 Minuten distanziert.

Insgesamt stehen bei der Dakar 9 578 Kilometer durch Argentinien und Chile auf dem Programm. Die Rallye endet nach 14 Etappen über unterschiedlichstes Terrain mit zwei Anden-Überquerungen und einer Passage durch die extrem trockene Atacama-Wüste am 18. Januar ebenfalls in Buenos Aires.

530 Teilnehmer auf Autos, Motorrädern, Trucks und Quads stellen sich der Herausforderung. Bis auf eine Höhe von 4 700 Meter führt die Strecke. Eurosport (täglich 19.15 und 23.00 Uhr), RTL und ARD berichten über das größte Abenteuer im Automobilsport.

© SID

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