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15.01.2010

17:45 Uhr

Motorsport Rallye

Sainz bei Rallye Dakar auf Siegkurs

Carlos Sainz steht vor dem Sieg bei der Rallye Dakar. Der zweimalige Weltmeister verteidigte auch auf der vorletzten Etappe seine Führungsposition.

Die Zeichen stehen auf Sieg: Carlos Sainz. Foto: AFP SID

Die Zeichen stehen auf Sieg: Carlos Sainz. Foto: AFP

Der zweimalige Rallye-Weltmeister Carlos Sainz steht vor seinem ersten Gesamtsieg bei der Rallye Dakar. Der VW-Werkspilot aus Spanien behauptete auf der 13. und vorletzten Etappe von San Rafael nach Santa Rosa über 368 Wertungskilometer mit seinem Co-Piloten Lucas Cruz im VW Touareg einen Vorsprung von 2:48 Minuten vor seinem VW-Teamkollegen Nasser Al-Attiyah aus Katar mit dem Berliner Beifahrer Timo Gottschalk. Am Samstag stehen auf dem letzten Teilstück von Santa Rosa nach Buenos Aires noch 206 nicht allzu schwierige Wertungskilometer auf dem Programm.

Nach dem ersten Diesel-Erfolg bei einer Dakar im vorigen Jahr durch Giniel de Villiers/Dirk von Zitzewitz (Südafrika/Karlshof) geht die Siegertrophäe damit wohl wieder an Volkswagen, das sogar einen Dreifachsieg feiern dürfte. Denn hinter Sainz/Cruz und Al-Attiyah/Gottschalk liegen Mark Miller/Ralph Pitchford (USA/Südafrika) in einem dritten Touareg mit 31:48 Minuten Rückstand auf Rang drei.

"Das war ein nervenaufreibender Tag. Die Rallye Dakar war spannend und sie bleibt dank Carlos und Nasser bis zum Schluss spannend. Der Tag morgen wird entscheiden, welches Volkswagen-Duo die Rallye gewinnt", meinte VW-Motorsportdirektor Kris Nissen: "Jeder im Team und alle Fans können sich auf ein spannendes Finale freuen."

Sainz und Al-Attiyah lieferten sich am Freitag noch einmal einen Kampf mit harten Bandagen und kollidierten dabei einmal sogar miteinander. "Ich überholte einige Motorräder, so wie er auch. Dann hat er mich überholt und berührt, und als er vor mir war, ist er zick-zack gefahren", meinte Sainz und schimpfte: "Das ist kein Fairplay. Es ist nicht normal, dass dich ein Teamkollege berührt." Al-Attiyah war sich keiner Schuld bewusst. "Sainz hat mich nicht vorbeigelassen, am Ende habe ich es dann aber geschafft, ihn zu passieren", meinte er. Sainz wohl nur noch durch Unfall oder Defekt zu stoppen

Allerdings dürfte "El Matador" Sainz sich seinen Vorsprung unter normalen Umständen nicht mehr nehmen lassen. Höchstens ein technisches Problem oder ein Reifenschaden könnte den 47-Jährigen noch stoppen. Im vorigen Jahr lag Sainz auch lange auf Siegkurs, bis er in Führung liegend mit seinem damaligen Beifahrer Michel Perin in eine im Roadbook nicht vermerkte Schlucht gestürzt war. Sainz war damals unverletzt geblieben, Perin hatte einen Schulterbruch erlitten.

Profitiert hatten damals de Villiers/von Zitzewitz, die VW schließlich den ersehnten Dakar-Triumph bescherten. Diesmal warfen die Titelverteidiger bereits auf der dritten Etappe in einem Gebiet, in dem sie im Vorjahr die Rallye für sich entschieden hatten, technische Probleme aussichtslos zurück.

Bester Nicht-VW-Pilot ist Dakar-Rekordgewinner Stephane Peterhansel aus Frankreich als Vierter im BMW X3 des hessischen X-raid-Teams (2:16:49 Stunden zurück). Peterhansel holte sich am Freitag seinen insgesamt 55. Tagessieg bei einer Dakar mit 1:21 Minuten Vorsprung vor Al-Attiyah, der alles versucht hatte, an Sainz in der Gesamtwertung noch heranzukommen. Der Spanier war aber lediglich 2:32 Minuten langsamer als sein Teamkollege und kam als Tagesvierter ins Ziel (3:53 Minuten zurück).

Ullevalsetter Etappensieger bei den Motorrädern

Bei den Motorrädern feierte der Norweger Pal Anders Ullevalsetter (KTM) den ersten Dakar-Etappensieg seiner Karriere und schob sich damit in der Gesamtwertung am Chilenen Francisco Lopez Contardo (Aprilia) vorbei auf Platz zwei. Lopez Contardo verlor als Tagesvierter 5:35 Minuten auf Ullevalsetter, der jetzt 1: 04:12 Stunden Rückstand auf Spitzenreiter Cyril Despres hat. Der KTM-Pilot aus Frankreich, der 43 Sekunden hinter Ullevalsetter als Zweiter ins Ziel kam, fährt seinem dritten Dakar-Sieg entgegen.

© SID

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