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04.01.2010

16:44 Uhr

Motorsport Rallye

Unfälle für Rallye-Veteran Röhrl unausweichlich

Nach dem erneuten Todesfall bei der Rallye Dakar hat sich Ex-Weltmeister Walter Röhrl kritisch über den Rennklassiker geäußert. Ein Verbot sei allerdings der falsche Weg.

Als Aktiver selbst häufig am Limit: Walter Röhrl. Foto: AFP SID

Als Aktiver selbst häufig am Limit: Walter Röhrl. Foto: AFP

Der frühere Rallye-Weltmeister Walter Röhrl hat nach dem erneuten Todesfall Kritik an der Rallye Dakar geübt. "Ich war immer bemüht, das Risiko kalkulierbar zu halten. Das ist bei dieser Form der Rallye nicht möglich. Wenn die Dakar eine Rallye wäre, bei der das Ziel wäre, ins Ziel zu kommen, dann wäre das eine schöne Veranstaltung. So aber ist es beinahe unausweichlich, dass es zu Unfällen kommt", sagte Deutschlands Rallye-Ikone der Tageszeitung Die Welt (Dienstag-Ausgabe): "Das ist der reine Wahnsinn, die Toten werden einfach in Kauf genommen."

Dennoch spricht sich der viermalige Sieger der Rallye Monte Carlo gegen ein Verbot des Wüstenklassikers aus. "Es gibt schon genug Verbote auf der Welt", sagte er: "Einzig richtig wäre es, die Rallye Dakar ausschließlich durch Gebiete zu führen, die ganz dünn oder gar nicht besiedelt sind."

Opfer trotz Warnung zu nah an der Strecke

Am Samstag war auf der ersten Etappe eine 28 Jahre alte Frau ums Leben gekommen, als der deutsche Privatfahrer Mirco Schultis mit seinem Wagen von der Strecke abgekommen war. Allerdings hatte die Frau wohl in ihrem eigenen Vorgarten die Rallye aus nächster Nähe verfolgen wollen, obwohl Sicherheitskräfte sie zuvor aufgefordert hatten, die als gefährlich eingestufte Stelle zu räumen.

Röhrl erinnerte sich auch mit gemischten Gefühlen an einige kritische Situationen aus seiner Zeit in der klassischen Rallye-WM. "Wenn ich mir heute Videos von früher angucke und sehe, mit welcher Geschwindigkeit ich damals dicht an den Menschen vorbeigerast bin, dann bin ich schockiert, wie abgebrüht und egoistisch ich war", sagte Röhrl. Rennfahrer würden allerdings das Risiko verdrängen und nur den möglichen Erfolg sehen: "Man will zeigen, dass man schnell ist, dass man der Beste ist. Darüber vergisst man, dass man sich und andere gefährdet."

© SID

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