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02.01.2010

18:57 Uhr

Motorsport Rallye

Unfall überschattet Roma-Sieg bei Rallye Dakar

Ein schwerer Unfall, der eine Tote zur Folge hatte, hat den Auftaktsieg von Joan Roma bei der Rallye Dakar überschattet. Giniel de Viliers und Dirk von Zitzewitz wurden Fünfte.

Giniel de Viliers (r.) und Dirk von Zitzewitz belegten Rang fünf. Foto: Volkswagen-Motorsport SID

Giniel de Viliers (r.) und Dirk von Zitzewitz belegten Rang fünf. Foto: Volkswagen-Motorsport

Gleich an ihrem ersten Renntag ist die Rallye Dakar von einem tragischen Unglück überschattet worden. Ein Notarzt bestätigte, dass bei einem Unfall auf der ersten Etappe zwischen Colon und Cordoba eine Zuschauerin getötet wurde. Darüber hinaus gab es etliche Verletzte.

"Eine 28-jährige Frau ist tot. Sie erlitt ein schweres Schädeltrauma sowie Verletzungen an Bauch und Becken", sagte Norberto Brusa, Notarzt im Krankenhaus von Cordoba: "Während des Transports hat sie zwei Herzstillstände erlitten. Trotz der ärztlichen Maßnahmen ist sie wenig später verstorben."

Nach Angaben der Organisatoren waren der deutsche Pilot Mirco Schultis und sein Schweizer Beifahrer Ulrich Leardi mit ihrem Fahrzeug auf dem 684 Kilometer langen ersten Teilabschnitt von der Strecke abgekommen und in eine Gruppe von Zuschauern gerast. Angeblich sollen sich die Zuschauer außerhalb der von den Veranstaltern ausgewiesenen Zuschauerzonen aufgehalten haben.

Die Zuschauerin ist das 57. Todesopfer seit der ersten Auflage der berüchtigten Rallye im Jahr 1978. Im vergangenen Jahr starben der französische Motorradfahrer Pascal Terry sowie zwei Peruaner in einem Transportfahrzeug.

Überraschungssieg durch Roma

In Anbetracht dieses Unglückes trat der sportliche Teil in den Hintergrund. Dabei hatte der Spanier Joan Roma, 2009 Zehnter, mit seinem BMW X3 überraschend den Konkurrenten das Nachsehen gegeben.

Vorjahressieger Giniel de Villiers und sein deutscher Beifahrer Dirk von Zitzewitz (Karlshof) landeten mit ihrem VW Race Touareg auf Platz fünf mit 4:31 Minuten auf den Tagessieger.

"Es ist eine Ehre, die erste Dakar-Etappe als Titelverteidiger eröffnen zu dürfen. Leider war es heute nicht besonders von Vorteil", sagte de Villiers, der 2009 den ersten VW-Sieg der Dakar-Geschichte gefeiert hatte: "Wir hätten angesichts vieler Steine am Streckenrand mit zu viel Risiko mehr verlieren als gewinnen können. Die ersten 200 Kilometer der Dakar waren anspruchsvoll, aber nicht die entscheidenden. Deswegen haben wir noch nicht alles gezeigt."

Sainz bester VW-Pilot

Als bester VW-Pilot kam der zweimalige Rallye-Weltmeister Carlos Sainz (Spanien) auf Position zwei ins Ziel. Sein Markenkollege Nasser Al-Attiyah aus Katar und sein deutscher Co-Pilot Timo Gottschalk (Berlin) belegten mit 3:29 Minuten Rückstand den vierten Rang.

VW Motorsport-Direktor Kris Nissen meinte: "Am Montag beginnen die schwierigen Abschnitte der Rallye. Erst dann können wir anfangen, ernsthaft über die Strategie nachzudenken."

Bei den Motorradfahrern hatte der Vorjahresvierte David Casteu (Sherco) auf dem ersten Teilabschnitt die Nase vorn. Der Franzose lag nach 1:50,42 Stunden drei Sekunden vor dem Vorjahreszweiten Cyril Despres (Frankreich/KTM) und zwölf Sekunden vor dem spanischen Dakar-Gewinner von 2009, Marc Coma (KTM).

Aufgrund von Überschwemmungen hatten die Organisatoren die Wertungsprüfung um mehr als 50 Kilometer verkürzt. Damit mussten die Autos statt 251 nur noch 199 gezeitete Kilometer absolvieren, die Motorräder 168.

Die zweite Etappe verläuft am Sonntag über 687 Kilometer von Cordoba nach La Rioja. Dabei kommen 355 Kilometer in die Wertung.

Die Rallye Dakar findet zum zweiten Mal in Südamerika statt und führt seit Samstag auf 14 Etappen über mehr als 9 000 Kilometer durch Argentinien und Chile. Dabei wird auch die Atacama durchfahren, die als trockenste Wüste der Welt gilt.

© SID

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