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31.05.2014

12:04 Uhr

Nach Frust in Monaco

Hamilton und Rosberg sind „weiterhin Freunde“

Mit einer Versöhnungs-Botschaft via Twitter will Lewis Hamilton wieder Ruhe in das Formel-1-Titelduell mit Nico Rosberg bringen. Schon in der kommenden Woche kommt der nächste Belastungstest für die Mercedes-Rivalen.

Nico Rosberg lässt sich feiern, Lewis Hamilton ist nicht begeistert: „Wir sind keine Freunde. Wir sind Kollegen.“ AFP

Nico Rosberg lässt sich feiern, Lewis Hamilton ist nicht begeistert: „Wir sind keine Freunde. Wir sind Kollegen.“

BerlinNach fünf Tagen im Schmollwinkel hat Lewis Hamilton den Zoff mit seinem Mercedes-Teamkollegen Nico Rosberg vorerst für beendet erklärt. „Weiterhin Freunde #keinProblem“, twitterte der launische Formel-1-Pilot und distanzierte sich damit auch von seinen Frust-Aussagen nach dem Rennen in Monaco. Beim Grand Prix im Fürstentum hatte sich Hamilton von WM-Spitzenreiter Rosberg ausgetrickst und von seinem Team benachteiligt gefühlt. Im Ärger darüber hatte er über seinen Stallgefährten gesagt: „Wir sind keine Freunde. Wir sind Kollegen.“

Eine Aussprache mit Rosberg brachte nun offenbar die Kehrtwende. „Wir sind seit einer langen Zeit Freunde&als Freunde hatten wir unsere Höhen&Tiefen“, schrieb Hamilton am Freitagabend. Dazu stelle der 29-Jährige ein sonniges Bild aus gemeinsamen Kart-Zeiten, das die beiden Rennfahrer als Teenager auf Einrädern zeigt. Rosberg hatte schon am Wochenende zu verstehen gegeben, dass er Hamiltons beleidigtes Verhalten bereits aus früheren Tage kenne. „Dann lassen wir es etwas ruhen, setzen uns dann wie immer zusammen und reden drüber“, erklärte der gebürtige Wiesbadener sein Gegenmittel.

„Fahrer können nie Freunde sein, weil sie sich auf der Strecke zu schlagen versuchen“, hatte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff in dieser Woche betont. Die Teamspitze muss sich derzeit mehr denn je mühen, den Zweikampf der beiden Silberpfeil-Stars um den Titel unter Kontrolle zu halten. Team-Aufseher Niki Lauda kündigte an, Hamilton wegen seines Verhaltens von Monaco zur Ordnung rufen zu wollen.

Wichtige Regeländerungen in der Formel 1

Motor

Die Ära der Saugmotoren ist vorbei. Die Formel 1 fährt ab diesem Jahr wieder auf den Turbo ab. Statt der 2,4-Liter-Triebwerke mit acht Zylindern stecken nun 1,6-Liter-Turbomaschinen mit sechs Zylindern unter der Fahrzeugabdeckung. Die sind deutlich leiser als die Vorgängeraggregate.

Hybridsystem

Das Hybridsystem ERS (Energy Recovery System) liefert zusätzlich 160 PS für 33,3 Sekunden – ein Quantensprung. Beim bisherigen KERS (Kinetic Energy Recovery System) waren es 82 PS für 6,67 Sekunden pro Runde. Das Mindestgesamtgewicht der Autos mit Fahrer wurde von 642 Kilogramm auf 690 Kilogramm heraufgesetzt.

Spritlimit

Erlaubt sind für jedes Rennen nur noch 100 Kilogramm Sprit statt bisher 135 Kilogramm. Die Folge ist, dass die Fahrer verbrauchsschonender fahren müssen. Wer nur auf dem Gaspedal steht, wird das Ziel nicht erreichen.

Fahrzeugnase

Sie wurde drastisch abgesenkt. Zuletzt war eine Maximalhöhe von 55 Zentimetern erlaubt. Nun sind es nur noch 18,5 Zentimeter von der Spitze der Rennwagen zum Boden. Die Nasen liegen damit unwesentlich höher als der Frontflügel. Der Grund für die Änderung: Durch die noch tiefer liegende Wagenspitze soll bei Kollisionen die Gefahr weiter gemindert werden, dass andere Piloten von ihr getroffen werden.

Frontflügel

Er ist schmaler geworden. Statt 1,80 Metern beträgt die erlaubte Maximalbreite 1,65 Meter. Auswirkung hat das auf die sogenannten Endplatten, die für die Luftführung um die Vorderreifen herum wichtig sind.

Heckflügel

Das untere Heckflügel-Element, der sogenannte Beamwing, ist nicht mehr erlaubt. Für die Ingenieure besteht auch hier die Herausforderung darin, den dadurch verlorenen Abtrieb zu kompensieren.

Auspuff

Nur noch ein Endrohr ist erlaubt. Bislang wurden die Abgase über zwei seitliche Kanäle abgeleitet – und so auf das Heck geführt, dass auch dadurch weiterer Abtrieb erreicht wurde – sprich: eine bessere Straßenlage. Das neue Endrohr muss mittig angebracht sein. Es ist um fünf Grad nach oben abgewinkelt und liegt unter dem Heckflügel. Damit soll der aerodynamische Einsatz der Abgase verhindert werden.

Startnummern

Erstmals tragen die Piloten nicht mehr die Startnummern nach der Abschlussrangliste der vorhergehenden Saison. Nur die 1 ist weiter dem Titelverteidiger vorbehalten, ansonsten durften sich die Piloten ihre Startnummer aussuchen. Zur Wahl standen Zahlen von 2 bis 99.

„Wenn es eng wird, dann kann es schon hitzig werden. Aber beide wissen, dass wir keinen Crash tolerieren werden“, beschrieb Wolff die Position der Mercedes-Führung. Dies war wohl auch eine Reaktion auf Hamiltons Drohung, sich ein Beispiel an Ikone Ayrton Senna nehmen zu wollen. Der Brasilianer hatte sich einst heftige Duelle mit dem Franzosen Alain Prost geliefert, beide fuhren sich dabei mehrfach gegenseitig ins Auto.

Noch gibt sich das Team zuversichtlich, einen ähnlichen Eklat verhindern zu können. „Über ihre Beziehung wurde viel geredet, aber darin liegt nicht der Schlüssel für eine erfolgreiche Saison. Es ist ein Job und kein Urlaub“, meinte Mercedes-Manager Wolff. Schon in der kommenden Woche können Hamilton und Rosberg beweisen, wie viel die Twitter-Versöhnung wert ist. Dann geht das Duell beim Großen Preis von Kanada in Montreal in die nächste Runde.

Von

dpa

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