Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

07.01.2013

17:25 Uhr

Nach Satelliten-Fehler

Sainz ist wieder Erster der Rallye Dakar

Ein nächtlicher Jury-Entscheid hat Carlos Sainz und seinen deutschen Beifahrer Timo Gottschalk zurück an die Spitze verholfen. Das Duo erhielt eine Zeitgutschrift, weil die Satelliten-Navigation versagt hatte.

Der Spanier Carlos Sainz bei der zweiten Etappe der Rallye Dakar. dpa

Der Spanier Carlos Sainz bei der zweiten Etappe der Rallye Dakar.

Pisco/BerlinEine Wüsten-Irrfahrt wegen eines defekten Satelliten hätte Carlos Sainz und Timo Gottschalk fast die Führung bei der Rallye Dakar gekostet. Erst nach einer nächtlichen Prüfung der Panne sprach die Jury dem spanischen Piloten und seinem Berliner Navigator am Montag wieder Platz eins bei der zweiten Etappe und in der Gesamtwertung zu.

Die Organisatoren hatten festgestellt, dass die Extrarunden des Duos durch die Ica-Wüste in Südperu am Vortag nicht durch das Navigationssystems im Red-Bull-Buggy verschuldet worden war. Vielmehr hatten die von der Rallye genutzten Satelliten offenkundig das Problem verursacht.

Etappenplan der Rallye Dakar 2013

1. Etappe (5. Januar)

Von Lima/Peru bis Pisco (263 km – davon 13 km Wertungsprüfung)

2. Etappe (6. Januar)

Von Pisco bis Pisco (327 km – 242 km WP)

3. Etappe (7. Januar)

Von Pisco bis Nasca (343 km – 243 km WP)

4. Etappe (8. Januar)

Von Nasca bis Arequipa (717 km – 288 km WP)

5. Etappe (9. Januar)

Von Arequipa bis Arica/Chile (509 km – 172 km WP)

6. Etappe (10. Januar)

Von Arica bis Calama (767 km – 454 km WP)

7. Etappe (11. Januar)

Von Calama bis Salta/Argentinien (754 km – 220 km WP)

8. Etappe (12. Januar)

Von Salta bis Tucumán (849 km – 470 km WP)

Ruhetag am 13. Januar

9. Etappe (14. Januar)

Von Tucumán nach Córdoba (852 km – 593 km WP)

10. Etappe (15. Januar)

Von Córdoba bis La Rioja (632 km – 353 km WP)

11. Etappe (16. Januar)

Von La Rioja bis Fiambalá (481 km – 219 km WP)

12. Etappe (17. Januar)

Von Fiambalá bis Copiapó/Chile (715 km – 319 km WP)

13. Etappe (18. Januar)

Von Copiapó bis La Serena (735 km – 441 km WP)

14. Etappe (19. Januar)

Von La Serena bis Santiago (630 km – 128 km WP)

Gesamtlänge

8574 km – davon 4155 km WP

Die Etappenlängen gelten nur für die Autos. Motorräder und Trucks fahren teilweise andere Strecken.

„Die ganze Sache war sehr seltsam“, sagte der zweimalige Rallye-Weltmeister Sainz. „Wir haben eine Wegmarke drei oder viermal durchfahren, bevor wir die Etappe fortsetzen durften“, erklärte Sainz. Sie hätten das Kartenbuch falsch gelesen, hieß es zunächst in der offiziellen Pressemitteilung der Organisatoren. Tatsächlich aber belegten die Daten eindeutig, dass Sainz und Gottschalk immer wieder Runden um einen Kontrollpunkt gedreht hatten, ohne dass die Einheitstechnik in ihrem Rennwagen ihnen die Durchfahrt bestätigte.

Sieger der Rallye Dakar seit 2000

2000

Jean-Louis Schlesser/Henri Magne (Frankreich)

Schlesser-Renault

2001

Jutta Kleinschmidt/Andreas Schulz (Deutschland)

Mitsubishi Pajero

2002

Hiroshi Masuoka/Pascal Maimon (Japan/Frankreich)

Mitsubishi Pajero

2003

Hiroshi Masuoka/Andreas Schulz (Japan/Deutschland)

Mitsubishi Pajero

2004

Stéphane Peterhansel/Jean-Paul Cottret (Frankreich)

Mitsubishi Pajero

2005

Stéphane Peterhansel/Jean-Paul Cottret (Frankreich)

Mitsubishi Pajero

2006

Luc Alphand/Gilles Picard (Frankreich)

Mitsubishi Pajero

2007

Stéphane Peterhansel/Jean-Paul Cottret (Frankreich)

Mitsubishi Pajero

2008

aus Sicherheitsgründen abgesagt

2009

Giniel de Villiers/Dirk von Zitzewitz (Südafrika/Deutschland)

VW Touareg

2010

Carlos Sainz/Lucas Cruz (Spanien)

VW Touareg

2011

Nasser Al-Attiyah/Timo Gottschalk (Katar/Deutschland)

VW Touareg

2012

Stéphane Peterhansel/Jean-Paul Cottret (Frankreich)

Mini

„Wir haben uns dann entschieden, einfach weiterzufahren“, berichtete Sainz. Ein riskanter Beschluss. Passiert ein Teilnehmer nicht alle vorgeschriebenen Wegmarken, droht eine Zeitstrafe. Auch so verloren Sainz und Gottschalk durch die Extrarunden erst 21 und dann 26 Minuten und fielen weit zurück. Die Jury aber strich den Zeitverlust komplett, damit war das Duo wieder vorn.

Sainz und Gottschalk starten nach einem Jahr Auszeit diesmal wieder den Angriff auf den Gesamtsieg und verdrängten Titelverteidiger Stéphane Peterhansel vorerst wieder auf Platz zwei. Der im Mini des hessischen x-raid Teams fahrende Franzose lag vor dem Start der dritten Etappe am Montag 5:05 Minuten zurück. Dritter ist der Südafrikaner Giniel de Villiers mit seinem deutschen Beifahrer Dirk von Zitzewitz (Karlshof) in einem Toyota.

Die schlimmsten Todesfälle bei der Rallye Dakar

1978

Schon bei der ersten Rallye Dakar ereignete sich ein Todesfall. Der französische Motorradfahrer Patrick Dodin verlor die Kontrolle über seine Yamaha und zog sich bei dem darauf folgenden Sturz eine Kopfverletzung zu, an der er später starb.

1983

Eine Zuschauerin wurde in Obervolta von einem Range Rover überrollt.

1986

Der Erfinder der Rallye Dakar, Thierry Sabine aus Frankreich, kam bei einem Hubschrauberabsturz am 14. Januar 1986 in Mali ums Leben. Mit ihm starben der Pilot Francois-Xavier Bagnoud, der Popsänger Daniel Balavoine, die Journalistin Nathalie Odent und der Fernsehtechniker Jean-Paul Fur.

1997

Fünf Zivilisten starben bei einem Frontalzusammenprall in Mauretanien.

2007

Der französische Motorradfahrer Eric Aubijoux erlitt einen Herzinfarkt, 15 Kilometer vor der Ziellinie in Dakar im Senegal. Er fiel von seinem Motorrad und starb auf der Stelle.

2009

Motorradfahrer Pascal Terry ging der Treibstoff aus, sodass er nicht weiterfahren konnte. Eine Suche nach ihm wurde zunächst eingestellt. Er starb an einem Lungenödem. Seine Leiche fand man erst vier Tage später.

2010

Beim Auftakt der Rallye Dakar 2010 kam der deutsche Motorradfahrer Mirko Schultis von der Strecke ab und erfasste eine Zuschauergruppe. Dabei verletzte er fünf Personen schwer. Eine von ihnen, die Argentinierin Natalia Sonia Gallardo, starb an den Folgen der Verletzung. Schultis brach das Rennen sofort ab.

2012

Der Argentinier Jorge Andrés Boero stürzte zwischen den Dünen der Atlantikküste. Dabei erlitt er einen Herzstillstand. Trotz der schnellen medizinischen Versorgung konnte er nicht wiederbelebt werden.

2013

Zwei Taxi-Insassen nach Zusammenstoß mit Service-Fahrzeug

Das Rennen führt über insgesamt etwa 8500 Kilometer und endet am 19. Januar in Santiago de Chile. Die ersten Etappen in den Dünen von Peru gelten als besonders wichtig. Wer in der Wüste Zeit verliert, dürfte es schwer haben, sie auf der Fahrt vom Norden in den Süden bis nach Chile wieder aufzuholen. Auch deshalb lieferte der Eingriff der Jury für Sainz und Gottschalk einen willkommenen Schub.

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×