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06.03.2006

14:31 Uhr

Nico Rosberg

Auf den Spuren des Vaters

Bewiesen hat er sich bereits auf vielen Gebieten: Vor vier Jahren gewann Nico Rosberg die Formel BMW, letztes Jahr triumphierte er in der Nachwuchsserie GP2 und mit einem Abitur-Notenschnitt von 1,2 hat er sich auch in der Schule behauptet. Jetzt wartet die nächste Aufgabe auf den Wiesbadener.

Nico Rosberg. Foto: dpa dpa

Nico Rosberg. Foto: dpa

HB FRANKFURT/MAIN. Der Weltmeister-Titel seines Vaters ist für Nico Rosberg keine Last. Der mit 20 Jahren jüngste Pilot im diesjährigen Formel-1-Zirkus ist selbstbewusst genug, seinen eigenen Weg zu gehen. Der soll ihn irgendwann dorthin führen, wo Keke Rosberg vor 14 Jahren ebenfalls am Steuer eines Williams stand: ganz oben. „Ich will der Beste werden. Und ich will versuchen, zu gewinnen. Dafür werde ich alles geben“, sagt der Wiesbadener, der mit seinem Gesamtsieg in der Nachwuchsserie GP2 in der vergangenen Saison sein Talent unter Beweis stellte.

Der polyglotte Pilot wuchs mit dem Motorsport auf. Bereits über 400 Rennen hat der in Monaco groß gewordene Blondschopf auf dem Buckel. Doch Ratschläge seines Vater will er nicht mehr hören. „Tipps von ihm zum Fahrerischen haben keinen Sinn. Entweder man kann es oder nicht“, sagt Rosberg, der sich aber außerhalb der Rennstrecke von Keke Rosberg weiter beraten lässt, „auch wenn es manchmal schwierig ist, seinem Vater zuzuhören“.

Der Abiturient mit dem Notendurchschnitt von 1,2, der ein Angebot eines Aerodynamik-Studiums an einer Londoner Uni ausschlug, um sich dem harten Gegenwind der Formel 1 zu stellen, hat seine Teamführung bereits beeindruckt. „Er ist schon sehr reif für sein Alter“, sagt Williams' Technischer Direktor Patrick Head über das „Pfund für die Zukunft“. Renn-Oldie Michael Schumacher, siebenmaliger Weltmeister, traut Rosberg „einige Achtungserfolge“ zu. „Es sieht sehr gut aus, was er macht“, meint Team-Prinzipal Frank Williams, der nach Heinz- Harald Frentzen, Ralf Schumacher und Nick Heidfeld den vierten deutschen Fahrer unter seine Fittiche nahm.

Bei seinen Medien-Auftritten gibt sich Rosberg bereits routiniert, der vor zehn Jahren als Meister der Mini-Kartserie der Côte d'Azur anfing. Um Antworten ist er nie verlegen, schlagfertig und sehr bestimmt bezieht er Stellung. Mit dem aufkommenden Druck, meint Rosberg, könne er umgehen, auch wenn es nicht einfach sei: „Er hilft mir auch, noch konzentrierter und noch aggressiver zu sein.“ Nach dem Gewinn der Formel BMW vor vier Jahren durfte Rosberg bereits einen Formel-1-Boliden testen. Allzu viele Lehrjahre will der Formel-1- Azubi, der wie sein Vater mit einem Cosworth angetriebenen Wagen fahren wird, aber nicht verschwenden. „Nur ich kann den Rekord von Fernando Alonso knacken, dafür habe ich vier Jahre Zeit.“

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