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16.01.2010

16:49 Uhr

Rallye Dakar

Sainz und Despres holen Gesamtsiege

Carlos Sainz hat mit Beifahrer Lucas Cruz zum ersten Mal die Rallye Dakar in Südamerika gewonnen. In der Motorrad-Wertung sicherte sich Cyril Despres den dritten Dakar-Erfolg.

Cyril Despres. Foto: AFP SID

Cyril Despres. Foto: AFP

Der zweimalige Rallye-Weltmeister Carlos Sainz hat zum ersten Mal die berühmt-berüchtigte Rallye Dakar in Südamerika gewonnen. Der 47-jährige Spanier und sein Beifahrer Lucas Cruz ließen sich im VW Touareg auf der 14. und letzten Etappe über 206 nicht allzu schwierige Wertungskilometer von Santa Rosa nach Buenos Aires die Führung nicht mehr abjagen. Damit wiederholte Volkswagen den Vorjahreserfolg, als der Südafrikaner Giniel de Villiers und Co-Pilot Dirk von Zitzewitz aus Karlshofen einen historischen Dakar-Triumph in einem Diesel-Fahrzeug feierten.

"Mit dem Dakar-Sieg habe ich mir einen langen Traum erfüllt. Von mir fällt ein großer Druck ab, denn das Duell um diesen Erfolg war extrem hart. Ich bin unendlich froh, dieses Ziel erreicht zu haben", sagte Sainz und lobte sein Team: "Für mich lief alles perfekt: Mein Beifahrer hat einen herausragenden Job gemacht, technisch lief der Touareg wie ein Uhrwerk, und die gesamte Volkswagen Mannschaft hat hart für den Sieg gearbeitet."

Den letzten Tagessieg sicherten sich Nasser Al-Attiyah/Timo Gottschalk (Katar/Berlin) in einem VW Touareg. Das Duo lag 36,3 Sekunden vor Sainz. Dritte wurden Guerlain Chicherit/Tina Thörner (Frankreich/Schweden) vor Stephane Peterhansel/Jean-Paul Cottret (Frankreich/beide BMW X3). Platz fünf belegten Mark Miller/Ralph Pitchford (USA/Südafrika) vor ihren VW-Markenkollegen de Villiers und von Zitzewitz.

Volkswagen gelingt Dreifach-Triumph

Volkswagen gelang bei der 32. Auflage der Dakar, gleichzeitig der zweiten Veranstaltung in Südamerika, ein Erfolg auf der ganzen Linie. Nach dem Doppelsieg im Vorjahr demütigte der Wolfsburger Automobilkonzern die Rivalen diesmal sogar mit einem dreifachen Triumph. Sainz, Al-Attiyah und Miller belegten bei der härtesten Rallye der Welt nach insgesamt 9 030 Kilometern die Ränge eins bis drei. Bester Nicht-VW-Starter war Rekordgewinner Peterhansel als Vierter im Schlussklassement.

Den Gesamtsieg bei den Motorrädern sicherte sich zum dritten Mal nach 2005 und 2007 der Franzose Cyril Despres. Der KTM-Pilot lag im Ziel in Argentiniens Hauptstadt Buenos Aires 1:02:52 Stunden vor dem Norweger Pal Anders Ullevalseter (KTM). Dritter wurde mit einem Rückstand von 1:09:48 Stunden der Chilene Francisco Lopez Contardo (Aprilia). Die 14. und letzte Etappe gewann der Portugiese Ruben Faria (KTM).

Höchstens ein technisches Problem oder ein Reifenschaden hätte Sainz noch stoppen können. Im vergangenen Jahr war der Spanier noch der große Pechvogel gewesen. Schon damals fuhr er lange auf Siegkurs, bis er in Führung liegend mit seinem damaligen Beifahrer Michel Perin in eine im Roadbook nicht vermerkte Schlucht stürzte. Sainz war damals unverletzt geblieben, Perin hatte einen Schulterbruch erlitten.

Rückkehr nach Afrika erwogen

Profitiert hatten damals de Villiers/von Zitzewitz, die VW schließlich den ersehnten Dakar-Triumph bescherten. Diesmal warfen die Titelverteidiger bereits auf der dritten Etappe in einem Gebiet, in dem sie im Vorjahr die Rallye für sich entschieden hatten, technische Probleme aussichtslos zurück.

Möglicherweise kehrt die Rallye Dakar 2011 wieder nach Afrika zurück. Eine Entscheidung darüber soll Ende des Monats fallen. Das kündigte Rallye-Direktor Etienne Lavigne an. Laut Lavigne habe der Dakar-Veranstalter ASO zwei Konzepte: "Eines für Südamerika sowie eines für Nordafrika mit Tunesien, Libyen und Ägypten. Nach der Zieleinfahrt werden wir analysieren und danach Ende Januar entscheiden, wo wir 2011 fahren."

Die Rallye hatte Afrika den Rücken gekehrt, nachdem die 30. Auflage 2008 wegen Terrordrohungen kurz vor dem Start komplett abgesagt worden war. In diesem Jahr wurde zum zweiten Mal nach 2009 durch Argentinien und Chile gefahren, unter anderem in der Atacama, der trockensten Wüste der Welt.

© SID

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