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18.01.2010

13:18 Uhr

Rallye Dakar

Volkswagen besiegt sich selbst

VonStefan Merx

Nach dem Dreifach-Triumph bei der Rallye Dakar gehen den Wolfsburgern die Ziele aus. Das letzte verbliebene Werksteam wartet auf neue Gegner. Abhilfe könnten ein anderer deutscher Autohersteller sowie der Präsident des Weltautomobilverbands Fia schaffen.

Der spanische Pilot Carlos Sainz unterwegs bei der Rallye Dakar in seinem Volkswagen Touareg. dpa

Der spanische Pilot Carlos Sainz unterwegs bei der Rallye Dakar in seinem Volkswagen Touareg.

ANTOFAGASTA. Sie gilt als unberechenbarste Rallye der Welt, und deshalb hat die eingeflogene Hundertschaft aus Wolfsburg nichts dem Zufall überlassen. Sechs VW-Flaggen sind blütenweiß über dem Fahrerlager gehisst, acht Servicetrucks bilden die mit Ersatzteilen gespickte Wagenburg. Ein sandkornfrei gehaltenes Montagezelt steht bereit für die Motorchirurgen - mitten in der Wüste.

Es ist dunkel, als sich die letzten Motorradfahrer der Rallye Dakar durch die Atacama-Wüste zum Biwak schleppen. Die Race-Touaregs sind da längst bis auf die Startnummern zerlegt, gewienert und gewartet. Morgen steht die chilenische Präsidentin Michelle Bachelet auf dem Plan. Und zur Krönung wird Scorpions-Altstar Rudolf Schenker auf einen Volkswagen klettern und vor TV-Kameras bizarre Gitarrensoli zum Besten geben. Die Dakar ist für VW eine Marketing-Plattform par excellence.

Sportlich ging die Rechnung auf: Mit dem Sieger Carlos Sainz, dem zweitplatzierten Nasser Al-Attiyah und dem Dritten Mark Miller ließ VW auf dem Podium keiner anderen Marke Platz. "Wir sind weiter der einzige Hersteller, der die härteste Rallye der Welt mit einem Auto mit Dieselantrieb gewonnen hat", sagte Motorsportdirektor Kris Nissen nach der Titelverteidigung am Samstag. 189 Länder wurden 1 200 Stunden lang mit TV-Berichten versorgt, in denen sich wieder und wieder die blauen Touaregs durch Dünen wühlten und mit 300 PS über Geröllfelder heizten.

Einziges Problem: Nach fünf von vierzehn Renntagen bestand am Sieg von Volkswagen kein Zweifel mehr. VW braucht Spannung - doch es gibt kaum Gegner.

Kampf David gegen Goliath

Abhilfe schaffen könnte ein anderer deutscher Autohersteller: Der härteste Konkurrent fuhr BMW. Zeitweise hatte ein Pilot des hessischen Teams X-Raid in der Gesamtwertung geführt. Doch Stéphane Peterhansel büßte nach einer gerissenen Kardanwelle viel Zeit ein und wurde am Ende Vierter.

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