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11.01.2010

12:01 Uhr

Rallye Dakar

Volkswagen pokert um die Regeln

VonStefan Merx

Bei der Rallye Dakar durch Argentinien und Chile fährt Volkswagen der Titelverteidigung entgegen. Gleichwohl lässt der Konzern die Frage nach der Fortsetzung seines Engagements bewusst offen. Aus Sparmotiven möchte VW mit seinem Vorjahresfahrzeug an den Start gehen – und auch die Frage nach dem Austragungsort nimmt Fahrt auf.

Ein VW Race Touareg 2 in Aktion. Eine Rückkehr der Rallye nach Afrika erscheint aus Marketingaspekten unwahrscheinlich. Quelle: dpa

Ein VW Race Touareg 2 in Aktion. Eine Rückkehr der Rallye nach Afrika erscheint aus Marketingaspekten unwahrscheinlich.

ANTOFAGASTA. „Ich erwarte eine Entscheidung des Volkswagen-Vorstands über die Teilnahme an der Dakar 2011 und vielleicht 2012 bis Mitte März“, sagte VW-Motorsportdirektor Kris Nissen dem Handelsblatt. „Das ist relativ spät“, räumt er ein – und startet damit einen Poker mit dem französischen Rallye-Veranstalter Amaury Sports Organisation (ASO). „Es gibt zwei entscheidende Faktoren für uns: Den Austragungsort und ein stabil bleibendes technisches Reglement.“

VW möchte mit seinem ausgereiften Race Touareg 2 – dem Siegerfahrzeug des Vorjahres – an den Start gehen, auch aus Sparmotiven: Gegenüber 2009 habe man die Kosten für die Teilnahme um 27 Prozent senken können, weil Entwicklungs- und Probezeiten entfielen. „Ein neues Fahrzeug für 2011 zu entwickeln, wäre nicht in unserem Sinn, und es bliebe uns auch keine Zeit dafür“, plädiert Nissen für das Einfrieren des Reglements. „Wir sind nun das führende Team, die anderen müssen sich unter geltenden Bedingungen an uns ranarbeiten.“

Auch um den nächsten Austragungsort gibt es Spekulationen. Nach der Absage im Jahr 2008 aus Sorge vor Anschlägen in Mauretanien war die Dakar 2009 nach Lateinamerika gezogen. Das hat die TV-Präsenz erhöht, die Teilnehmer trafen auf ein enthusiastisches Millionenpublikum an der Piste. Eine Rückkehr nach Afrika wäre für VW aus Marketingsicht unattraktiv. „Afrika steht weit unten auf unserer Wunschliste. In Südamerika befinden sich gute Märkte für uns“, sagt Nissen. „Vorstellen können wir uns, auch in China, Russland und Indien zu fahren.“

Der Veranstalter ASO nimmt den Ball auf: „Die Dakar ist eine starke Marke, wir könnten sie theoretisch überall ausrichten“, sagt Vize-Renndirektor Frédéric Lequien. „Für 2011 gibt es für uns keine andere Option als Südamerika oder Afrika. Aber in naher Zukunft – wieso nicht in China oder Indien?“

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