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10.05.2014

11:49 Uhr

Red-Bull-Teamchef

Horner ist für Verbleib Ecclestones in der Formel 1

Bernie Ecclestone steht in München wegen des Vorwurfs der Bestechung vor Gericht – doch Christian Horner wünscht sich, dass sein Freund noch lange Formel-1-Chef bleibt. Eigene Ambitionen auf den Posten weist er zurück.

Christian Horner (links) wurde schon oft als Nachfolger von Bernie Ecclestone gehandelt. dapd

Christian Horner (links) wurde schon oft als Nachfolger von Bernie Ecclestone gehandelt.

BarcelonaRed-Bull-Teamchef Christian Horner hat sich erneut für einen langen Verbleib von Bernie Ecclestone an der Spitze der Formel 1 ausgesprochen. „Die Formel 1 braucht ihn in diesen schwierigen Zeiten mehr als jemals zuvor“, sagte Horner der Nachrichtenagentur dpa am Rande des Großen Preises von Spanien. „Es gibt einige Teams, die zu kämpfen haben. Es gibt einige Promoter, die zu kämpfen haben. Bernie ist einer, der alles zusammenhält“, betonte der Brite.

Ecclestone, der Ende der 70er Jahre die TV- und Werberechte an der Motorsport-Königsklasse erworben hatte, habe „die Formel 1 aufgebaut und zu dem Business gemacht, das sie heute ist“, lobte Horner. Er ist mit Ecclestone sehr gut befreundet und wurde schon oft als sein Nachfolger gehandelt.

„Das ist sehr schmeichelhaft. Das ist aber in keiner Weise ein Fakt. Diese Gerüchte kommen immer wieder“, stellte Horner klar. Allerdings hatte sich auch Ecclestone bereits selbst für den 40 Jahre alten Erfolgs-Teamchef von Red Bull ausgesprochen. „Zuerst einmal hoffe ich, dass Bernie das noch eine längere Zeit macht“, sagte Horner über seinen 83 Jahre alten Landsmann, der sich in München wegen des Vorwurfs der Bestechung in einem besonders schweren Fall vor Gericht verantworten muss. Würde er verurteilt, wäre die Zeit von Ecclestone als Geschäftsführer der Formel 1 beendet.

Ecclestone - Ein Kurzporträt

Der Funktionär

Kein anderer hat die Formel 1 so im Griff gehabt wie Bernie Ecclestone. Fast vier Jahrzehnte lang war der gerade mal 1,58 Meter große Brite derjenige, zu dem alle aufschauten.

Der Unternehmer

Ecclestone hat die Formel 1 zum Milliardengeschäft gemacht. Und er hat dabei selbst bestens mitverdient. Nachdem er schon im Kindesalter seinen Geschäftssinn entdeckt und gepflegt hatte, brachte es Ecclestone vom Gebrauchtwagenhändler zum Milliardär. Laut Forbes gehört er zu den reichsten Menschen der Welt.

Seine Jugend

Bernie Ecclestone wurde am 28. Oktober 1930 in Ipswich in England geboren. Nach der Schule arbeitete er bei den Stadtwerken.

Seine Frauen

Ecclestone hat dreimal geheiratet. Von seiner ersten Frau Ivy bekam er die Tochter Deborah, die ihm seinen ersten Enkel schenkte. Mittlerweile ist er sogar Urgroßvater.

Später heiratete Ecclestone das kroatische Modell Slavica Radic. Sie war 28 Jahre jünger und 29 cm größer als Ecclestone.

2012 heiratete Ecclestone schließlich Fabiana Flosi.

Sein Aufstieg

Aufgewachsen ist er im südenglischen Bexleyheath. Ecclestone versuchte sich als Rennfahrer - der Erfolg blieb aus, also stieg er als Team-Mitbesitzer und Fahrerberater in die Formel 1 ein. 1977 kaufte er die Werberechte für die Königsklasse, ein Jahr später die Übertragungsrechte.

Seine Herrschaft

Ecclestones Herrschaft war keineswegs ohne Widerstände. Er leistete sich teilweise haarsträubende verbale Entgleisungen, köderte Teams mit Geld und Sonderbehandlungen und schaltete und waltete mehr oder weniger nach Belieben.

Sein Deal

Nach der Formel-1-Übernahme durch die Investmentgruppe CVC wurde Ecclestone als Geschäftsführer eingesetzt. Der Verkauf der Anteile der BayernLB an die CVC brachte ihm den Vorwurf der Bestechung ein. Das Landgericht München stellte das Verfahren jedoch gegen einen Auflage von 100 Millionen Dollar ein.

Er soll dem damaligen Banker Gerhard Gribkowsky bei dem Verkauf der Formel-1-Anteile an das Investmentunternehmen CVC vor rund acht Jahren 44 Millionen Dollar als Schmiergeld bezahlt haben. Ecclestone gibt an, er habe sich erpresst gefühlt. Am Freitag hatte Gribkowsky als Zeuge in dem Prozess ausgesagt, anschließend war Ecclestone von München nach Barcelona geflogen. „Das ist im Moment eine sehr anstrengende Zeit für ihn“, sagte Horner. Er betonte aber auch, dass Ecclestone der Gleiche wie immer sei.

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Von

dpa

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