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04.03.2006

15:32 Uhr

Regeländerungen in der Formel-1

Reformen für mehr Attraktivität

Neuer Sound, neuer Modus, neue Reifen: Die neue Formel 1 startet mit einschneidenden Veränderungen in die Saison. Wer davon profitieren kann, wird sich noch zeigen.

HB FRANKFURT/MAIN. Außer der Einführung des V8-Motors sowie des Qualifikationsformats im K.o-Modus dürfen die Teams nun auch wieder die Reifen wechseln. Ziele der Reformen sind Kosteneinsparungen, größere Sicherheit sowie mehr Attraktivität für die Zuschauer. Gleich geblieben sind dagegen die Anforderungen an die von 920 auf 730 PS gedrosselten Motoren. Sie müssen wie schon im Vorjahr zwei Rennwochenenden halten.

Stichwort Motor: Weltmeister Michael Schumacher fühlte sich bereits an die Stimme von Rockröhre Tina Turner erinnert nach seinen ersten Fahrten mit einem V8-Motor. Zwei Zylinder weniger bedeuten ebenso rund 200 PS weniger. Der Sound ist nicht mehr so sonor wie beim V10, der in gedrosselter Version ebenfalls noch erlaubt ist. Auf Hochgeschwindigkeitsstrecken können die Zeiten pro Runde um mehr als eine Sekunde steigen. Sind die Kurse eher kurvenreich, kann der Geschwindigkeits-Verlust weitgehend kompensiert werden.

Stichwort Qualifikation: Das langweilige Einzelzeitfahren mit nur einem Rennwagen auf der Strecke hat ausgedient. Stattdessen gehen am Samstag in einer einmaligen 60-minütigen Trainingssession alle 22 Piloten auf die Strecke. Nach der ersten Viertelstunde ist Schluss für die sechs langsamsten dieses Zeitabschnitts. Nach der nächsten Viertelstunde scheiden weitere sechs Piloten aus. Die übrigen zehn Fahrer machen in den folgenden zwanzig Minuten die Plätze in den ersten fünf Reihen der Startaufstellung unter sich aus. Die Crux an der Sache: Während die zwölf vorzeitig ausgeschiedenen Wagen noch einmal auf- und gegebenenfalls vollgetankt werden können, dürfen die Top Ten lediglich den Benzinverlust während der finalen zwanzig Minuten ausgleichen. Das hat zur Folge, dass der Elftplatzierte möglicherweise wesentlich länger im Rennen am Sonntag auf dem Kurs bleiben und sich nach vorne arbeiten kann als der Pilot auf der Pole Position.

Stichwort Reifenwechsel: Die Pneus dürfen wieder gewechselt werden. In diesem Jahr stattet Bridgestone außer Ferrari und Midland F1 auch Toyota und Williams mit Reifen aus. Die übrigen sieben Teams, darunter auch Weltmeister Renault, sind zum letzten Mal mit Michelin- Pneus unterwegs. Die Franzosen wollen wegen der geplanten Einführung eines Einheitsreifens nach dieser Saison aussteigen. Die Einheitsreifen sollen zu mehr Chancengerechtigkeit beitragen und die kostspieligen Tests eindämmen.

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