Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

18.11.2012

19:40 Uhr

Rennen in Texas

Vettel dicht vor drittem Titel

Quelle:dpa

Sebastian Vettel ist beim Grand Prix in Austin von der Pole Position gestartet und hat damit gute Aussichten, heute die vorzeitige Titelparty zu feiern. Doch Verfolger Alonso konnte beim Start einen Platz gut machen.

Sebastian Vettel hat sich in Austin die Pole Position gesichert. dpa

Sebastian Vettel hat sich in Austin die Pole Position gesichert.

AustinSebastian Vettel kann heute zum dritten Mal in Serie Formel-1-Weltmeister werden. Beim Großen Preis der USA ist er in seinem Red Bull von der Pole Position gestartet. Verfolger Fernando Alonso sollte das Rennen in Texas im Ferrari ursprünglich nur als Achter beginnen. Vettels Titelrivale rückte jedoch einen Startplatz vor, nachdem das Ferrari-Team des Spaniers eine Strafe für Alonsos Stallkollegen Felipe Massa kassiert hatte. Grund war ein kurzfristiger Getriebewechsel. Damit fiel der Brasilianer um fünf Ränge auf Platz elf zurück. Alonso rutschte auf Platz sieben und konnte damit von der sauberen Seite der Strecke starten.

Dennoch sind die Chancen auf Vettels Titel-Hattrick im 100. Grand Prix seiner Karriere weiter gestiegen. Der Hesse muss am Sonntag 15 Punkte mehr als Alonso holen, um schon vor dem Finale in Brasilien den erneuten WM-Triumph perfekt zu machen.
Sollte Vettel gewinnen, müsste der Ferrari-Star mindestens Vierter werden, um noch eine minimale Titelchance zu wahren. Der WM-Zweite war in der Qualifikation nur Neunter geworden und dabei erst zum zweiten Mal in dieser Saison hinter Massa gelandet. Wegen eines Getriebewechsels am Lotus von Romain Grosjean war Alonso bereits am Samstag um einen Platz aufgerückt.

"Jawoll, Jungs", bejubelte Vettel die 36. Pole seiner Karriere am Boxenfunk. Danach kletterte er zufrieden aus seinem Dienstwagen und ballte die Faust. Mit 0,109 Sekunden Rückstand belegte McLaren-Pilot Lewis Hamilton Platz zwei, Dritter wurde Mark Webber im zweiten Red Bull. "So weit, so gut. Wir haben unsere Arbeit gemacht", befand Vettel. Für Alonso lief es dagegen überhaupt nicht nach Plan. Der Spanier brachte seinen Ferrari nicht auf Touren und musste sich sogar seinem Teamkollegen Felipe Massa geschlagen geben - erst zum zweiten Mal in diesem Jahr.

Formel 1: Zielsprint mit vielen offenen Fragen

Formel 1

Zielsprint mit vielen offenen Fragen

Im Schatten des Titelthrillers zwischen Vettel und Alonso geht es auch um viel Geld.

Wenn Vettel am heutigen Sonntag gewinnt, muss Alonso mindestens Vierter werden, um nicht endgültig alle WM-Chancen einzubüßen. Trotz der Enttäuschung gab sich der Asturier betont gelassen. "Ich möchte mehr Punkte als Sebastian machen. Das ist hier möglich. Das Rennen ist lang", meinte er. Im Kampf um eine Top-Platzierung muss Alonso auch an zwei Deutschen vorbei. Rekordchampion Michael Schumacher fuhr im Mercedes auf Platz sechs, Force-India-Pilot Nico Hülkenberg wurde Achter.

Weil am Lotus des viertplatzierten Romain Grosjean vorzeitig das Getriebe gewechselt wurde und der Franzose um fünf Ränge nach hinten strafversetzt wird, rücken Schumacher und Hülkenberg ebenso wie Alonso allerdings noch jeweils einen Platz vor. "Ich hoffe, dass ich weit genug weg bin, dass ich Fernando nicht in die Quere komme. Aber es wird sich wahrscheinlich nicht vermeiden lassen, da er das stärkere Paket hat", sagte Vettel-Kumpel Schumacher und fügte hinzu: "Es schlagen zwei Herzen: Zum einen bin ich für meinen Freund Sebastian, andererseits habe ich auch eine besondere Beziehung zu Ferrari."

Raus aus Europa: Formel 1 setzt Expansion fort

Raus aus Europa

Formel 1 setzt Expansion fort

Auf ihrer Expansionstour nimmt die Formel 1 allmählich Abschied von ihrer Heimat. Geht es nach Chefvermarkter Ecclestone, gibt es neben dem jüngsten Debütanten Austin schon bald mindestens einen weiteren US-Gastgeber.

Schumachers Stallrivale Nico Rosberg erwischte keinen guten Tag und scheiterte als 17. schon im zweiten Durchgang der Qualifikation. "Wir haben was ausprobiert. Wir haben die Entwicklung zurückgeschraubt. Aber das Auto war nicht schnell", erklärte Rosberg.

Für Marussia-Fahrer Timo Glock war als 19. noch früher Feierabend. Mit Landsmann Vettel konnte in Austin aber ohnehin auch am zweiten Tag niemand mithalten. Tief versunken mit Kopfhörern auf den Ohren stand er zu Beginn der vorletzten Qualifikation der Saison in der Garage. Letzte Konzentration für den Schlagabtausch.

Bei 20 Grad und Sonnenschein im texanischen Herbst bot der neue "Circuit of the Americas" fast perfekte Bedingungen für das USA-Comeback der Formel 1 nach fünfjähriger Pause. Zuletzt hatte die Königsklasse 2007 in Indianapolis ein Gastspiel in den Vereinigten Staaten gegeben.

Damals bestritt Vettel im BMW-Sauber als Ersatz für Robert Kubica sein erstes Formel-1-Rennen. Für seinen Jubiläums-Grand-Prix kehrte der Heppenheimer nun zurück in die USA und dominierte prompt alle Trainingseinheiten.

Auch in der Qualifikation lief von Beginn an alles perfekt. Vettel gab das Tempo vor, die Konkurrenz konnte kaum folgen. Erst zum Schluss kam Hamilton dem Titelverteidiger noch einmal gefährlich nahe. Aber Vettel blieb cool und es reichte. Nun ist auch Vettels Heimat Heppenheim gerüstet. Es sind mehrere Public Viewings geplant.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×