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07.01.2015

07:26 Uhr

Todesursache unklar

Motorradfahrer aus Polen stirbt bei Rallye Dakar

Die erste Teilnahme an der legendären Dakar endet für einen polnischen Motorradpiloten tödlich. Die Ursache ist derzeit noch unklar. Der Tagessieg der Lokalmatadoren rückt in den Hintergrund.

Michal Hernik ist das fünfte Todesopfer der bislang sieben Dakar-Rallyes in Südamerika. dpa

Michal Hernik ist das fünfte Todesopfer der bislang sieben Dakar-Rallyes in Südamerika.

ChilecitoDie Rallye Dakar beklagt nach nur drei Etappen ihr erstes Todesopfer. Der polnische Motorradfahrer Michal Hernik wurde am Dienstag in Argentinien auf der Etappe von San Juan nach Chilecito bei Kilometer 206 leblos gefunden, wie die Veranstalter am späten Abend mitteilten. Er lag demnach rund 300 Meter von der Strecke entfernt. Die Ursache seines Todes sei noch unklar. Es gebe keine äußeren Anzeichen eines Unfalls, hieß es. Der 39-Jährige hatte erstmals an der Traditionsrallye teilgenommen.

Der Sprecher des Veranstalters ASO, Gregory Murac, teilte mit, Hernik habe keinen Helm getragen, als eine Suchmannschaft seine Leiche auf der steilen und kurvenreichen Strecke fand. Das Motorrad habe auf dem Boden gelegen. Der 39-Jährige habe kein Notsignal abgegeben.

Die Suche nach Hernik wurde gestartet, als kein Signal seines Positionssenders mehr registriert wurde. Eineinhalb Stunden später wurde er gefunden. Die Todesursache wird von einem Richter in der Provinzhauptstadt La Rioja untersucht.

Der Tagessieg der argentinischen Lokalmatadoren Orlando Terranova/Bernado Graue vor den Gesamtzweiten, Dirk von Zitzewitz aus Karlshof und sein Fahrer Giniel de Villiers, geriet zur Nebensache. Auch, dass das deutsch-südafrikanische Duo im Toyota Hilux seinen Rückstand auf den Spitzenreiter Nasser Al-Attiyah im BMW Mini auf nur noch rund fünf Minuten verkürzte.

Die schlimmsten Todesfälle bei der Rallye Dakar

1978

Schon bei der ersten Rallye Dakar ereignete sich ein Todesfall. Der französische Motorradfahrer Patrick Dodin verlor die Kontrolle über seine Yamaha und zog sich bei dem darauf folgenden Sturz eine Kopfverletzung zu, an der er später starb.

1983

Eine Zuschauerin wurde in Obervolta von einem Range Rover überrollt.

1986

Der Erfinder der Rallye Dakar, Thierry Sabine aus Frankreich, kam bei einem Hubschrauberabsturz am 14. Januar 1986 in Mali ums Leben. Mit ihm starben der Pilot Francois-Xavier Bagnoud, der Popsänger Daniel Balavoine, die Journalistin Nathalie Odent und der Fernsehtechniker Jean-Paul Fur.

1997

Fünf Zivilisten starben bei einem Frontalzusammenprall in Mauretanien.

2007

Der französische Motorradfahrer Eric Aubijoux erlitt einen Herzinfarkt, 15 Kilometer vor der Ziellinie in Dakar im Senegal. Er fiel von seinem Motorrad und starb auf der Stelle.

2009

Motorradfahrer Pascal Terry ging der Treibstoff aus, sodass er nicht weiterfahren konnte. Eine Suche nach ihm wurde zunächst eingestellt. Er starb an einem Lungenödem. Seine Leiche fand man erst vier Tage später.

2010

Beim Auftakt der Rallye Dakar 2010 kam der deutsche Motorradfahrer Mirko Schultis von der Strecke ab und erfasste eine Zuschauergruppe. Dabei verletzte er fünf Personen schwer. Eine von ihnen, die Argentinierin Natalia Sonia Gallardo, starb an den Folgen der Verletzung. Schultis brach das Rennen sofort ab.

2012

Der Argentinier Jorge Andrés Boero stürzte zwischen den Dünen der Atlantikküste. Dabei erlitt er einen Herzstillstand. Trotz der schnellen medizinischen Versorgung konnte er nicht wiederbelebt werden.

2013

Zwei Taxi-Insassen nach Zusammenstoß mit Service-Fahrzeug

Im Gegensatz zu den Spitzenpiloten ob im Auto, Lkw, Quad oder auf dem Motorrad war Hernik ein Anfänger, was die legendärste Rallye der Welt angeht. Zwei Jahre hatte er alles getan, um sich seinen Traum von der Dakar zu erfüllen. „Aber wir wissen nicht, was uns während dieser Rallye erwartet“, hatte er vor dem Start in das äußerst anspruchsvolle Offroad-Abenteuer zugegeben. Mit der Startnummer 82 auf seiner KTM nahm er die Dakar 2015 in Angriff. Erfahrungen hatte er vorher bei Rallyes in Marokko und Abu Dhabi gesammelt.

Bislang kostete die Dakar in ihrer Geschichte mehr als 60 Menschen das Leben, von Teilnehmern über Zuschauer bis Journalisten. Hernik ist das fünfte Opfer der bislang sieben Dakar-Rallyes in Südamerika.

Vor einem Jahr war auf dem Weg von Chilecito nach San Miguel de Tucumán der belgische Motorradfahrer Eric Palante im Alter von 50 Jahren bei seiner elften Dakar-Teilnahme verunglückt. Zudem waren zwei nicht akkreditierte Journalisten ums Leben gekommen, als sie mit ihrem Wagen in eine Schlucht stürzten.

Von

dpa

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