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21.04.2012

14:59 Uhr

Vor Formel 1-Rennen

Ein Toter nach Protesten in Bahrain

Trotz Protesten von Menschenrechtlern wollten die Veranstalter das Formel 1-Rennen in dem Königsstaat nicht absagen. Nun säumen Straßenkämpfe zwischen Regimegegnern und Polizei das umstrittene Millionen-Event.

Auf den Straßen der Metropole Manama stoßen Demonstranten und Sicherheitskräfte zusammen. picture alliance

Auf den Straßen der Metropole Manama stoßen Demonstranten und Sicherheitskräfte zusammen.

ManamaIn Bahrain ist nach schweren Ausschreitungen zwischen Polizisten und Gegnern der Herrscherfamilie nach Angaben der Opposition ein Aktivist tot aufgefunden worden. Die Polizei ging in der Nacht zum Samstag mit Tränengas gegen Demonstranten vor. Maskierte Jugendliche warfen Brandbomben auf die Sicherheitskräfte und versuchten, auf den Platz in der Hauptstadt Manama vorzudringen, der im vergangenen Jahr das Zentrum der Proteste war.

Bei dem Toten handelt es sich nach Angaben der Oppositionspartei Wefaq um Salah Abbas Habib, der zu einer Gruppe von Demonstranten gehörte, die sich am späten Freitagabend in einem Dorf nahe der Hauptstadt eine Auseinandersetzung mit Polizisten geliefert hatte. Der Mann sei am Samstag tot auf einem Hausdach gefunden worden. Ein Vertreter der Regierung lehnte eine Stellungnahme zu dem Vorfall ab.

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Ungeachtet der Proteste fand in Bahrain wie geplant das Training für das Formel-1-Rennen am Sonntag statt. Sicherheitskräfte postierten entlang der Zufahrtstraße zur Rennstrecke Dutzende gepanzerte Fahrzeugen. An der Straße sei auch Stacheldraht installiert worden, sagten Aktivisten der Opposition. Die Veranstalter hatten die Forderungen von Menschenrechtsaktivisten nach einer Absage des Rennens abgelehnt.

Die schiitische Opposition, die sich vom sunnitischen Königshaus unterdrückt fühlt, hatte „Tage des Zorns“ rund um das Rennen angekündigt, um ihrer Forderung nach demokratischen Reformen vor internationaler Kulisse Nachdruck zu verleihen. Im Vorfeld hatte es viel Kritik an der Ausrichtung der Veranstaltung in Bahrain gegeben. Dem Königreich wird vorgeworfen, mit dem Grand Prix sein international angekratztes Ansehen verbessern zu wollen.

Im vergangenen Jahr war der Grand Prix wegen der blutigen Niederschlagung der Revolte gegen den König mit Hilfe von Truppen aus verbündeten Nachbarstaaten, darunter auch Saudi-Arabien, abgesagt worden.

Kommentare (1)

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Fragender

21.04.2012, 15:24 Uhr

Bahrain muss auch befreit werden. Diese Diktatur muss gestürzt werden, so wie in Libyen, Ägypten, Iran, Afghanistan...
Wo bleibt die Nato? Warum nimmt man sich erst Syrien vor?
Zynismus aus.
Wer entscheidet eigentlich zwischen gut und böse? Wo bleibt der Aufschrei der Friedensbewegungen? Sind die alle tot? Warum stoppt niemand die Blutspur mit Millionen Opfern der Amerikaner und Unterstützer?

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