Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

09.03.2006

15:17 Uhr

Winkelhock und Sutil zunächst Testpiloten

Deutsches Duo in der Warteschleife

Einen Verletzung oder eine Krankheit wünschen sie mit Sicherheit keinem ihrer Teamkollegen. Falls es aber doch so kommen sollte, stünden Markus Winkelhock und Adrian Sutil Gewehr bei Fuß.

HB FRANKFURT/MAIN. Vier deutsche Stammfahrer - und das nächste Duo liegt bereits in Lauerstellung. Markus Winkelhock und Adrian Sutil werden in dieser Saison als Testpiloten für Midland F1 des kanadisch-russischen Öl-Milliardärs Alex Shnaider fahren. Bei einem möglichen Ausfall der Stammfahrer Tiago Monteiro (Portugal) oder Christian Albers (Niederlande) könnte in der Formel 1 die große Stunde für den Sohn des 1985 verunglückten Rennfahrers Manfred Winkelhock oder den einstigen Pianisten Sutil schlagen.

Am 10. Dezember 2005 steuerte Markus Winkelhock zum ersten Mal einen Formel-1-Boliden. „Die erste Runde war etwas ganz Besonderes“, erinnert er sich. Sportlich überzeugte er die Verantwortlichen um Teamchef Colin Kolles. Allerdings dürfte der 25-Jährige auch eine „Mitgift“ bereitgestellt haben, um den Zuschlag bei dem ehemaligen Jordan-Team zu bekommen. Nun darf er den dritten Midland-Wagen bei den freitäglichen Tests steuern.

Probleme hat Markus nicht, über seinen am 10. August 1985 im kanadischen Mosport verunglückten und einen Tag später verstorbenen Vater zu reden. „Er wäre stolz auf mich gewesen“, sagte der ehemalige DTM-Pilot (2004/Mercedes). Weitere Karriereschritte waren für den Neffen von Joachim und Thomas Winkelhock nach dem Einstieg vor acht Jahren die Formel König, die Formel Renault und die Formel 3. Nach seinem Tourenwagen-Abstecher gab er als Gesamtdritter im Vorjahr in der Renault-Worldseries Gas.

Aus familiärer Sicht liegt Adrian Sutil der Motorsport weit weniger im Blut. Sein aus Uruguay stammender Vater spielte einige Jahre in der Münchner Philharmonie Geige. Filius Adrian widmete sich dem Klavier, ehe er mit 13 Jahren eine Kart-Laufbahn startete. Sechs Jahre gab er bereits in der Schweizer Formel Ford den Takt vor und räumte in seinem Premierenjahr komplett ab: Siege in allen zehn Rennen und am Ende logischerweise der Gesamterfolg. Über die Formel BMW und die Vizemeisterschaft in der Formel 3 machte er sich schließlich einen Namen. „Ich bin überglücklich, dass ich mich für mein großes Ziel, einen festen Platz in der Formel 1, empfehlen kann“, sagte der 23-Jährige.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×