Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

25.06.2014

12:10 Uhr

Nach Beißattacke

Fifa ermittelt gegen Wiederholungstäter Suarez

Nachspiel für Luis Suarez: Nach dem Biss in die Schulter seines italienischen Gegenspielers hat die Fifa ein Disziplinarverfahren eröffnet. Dem Stürmerstar droht eine lange Sperre. Bis zum Abend muss er sich äußern.

NatalDer Fußball-Weltverband hat ein Disziplinarverfahren gegen Uruguays Nationalspieler Luis Suárez nach dessen Beißattacke bei der Fußball-WM in Brasilien eröffnet. Das teilte die Fifa am frühen Mittwochmorgen (Ortszeit) mit. Der Stürmer und der uruguayische Verband haben bis Mittwoch, 22.00 Uhr MESZ Zeit, „ihre Position und jegliche Beweisdokumente, die sie als relevant erachten, darzulegen“.

Suárez hatte beim 1:0 im letzten WM-Vorrundenspiel gegen Italien seinen Gegenspieler Giorgio Chiellini in die Schulter gebissen. Dem Uruguayer droht als Wiederholungstäter eine lange Sperre.

Unmittelbar nach der Partie hatte der 27-Jährige sein Verhalten relativiert. Die rasche Eröffnung einer offiziellen Untersuchung zeigt aber schon die Tendenz, dass die Fifa den Fall ernst nimmt. Bereits am Samstag steht das WM-Achtelfinale Uruguays gegen Kolumbien an. Bis dahin muss die Akte Suárez spätestens wieder geschlossen sein, um den Turnierverlauf nicht zu gefährden.

Fußball: Die Skandale des Luis Suárez

Der Fußballer

Luis Alberto „Lucho“ Suárez Díaz ist ein Fußballspieler aus Uruguay. Bekannt wurde er nicht nur durch seine zahlreichen Tore, sondern auch durch etliche skandalöse Aktionen auf und neben dem Platz.

Spitzname

Er trägt den Spitznamen El Pistolero. Das bedeutet: der Pistolenschütze. Der Grund sind seine Handbewegungen beim Torjubel.

2. Juli 2010

Im WM-Viertelfinale gegen Ghana wehrt Suarez in der letzten Minute der Nachspielzeit einen Schuss auf der Linie mit der Hand ab. Ghana vergibt den folgenden Elfmeter - Uruguay gewinnt im Elfmeterschießen. Suarez wird gesperrt und erklärt lapidar: „Das war die beste Parade des Turniers.“

20. November 2010

Als Stürmer von Ajax Amsterdam beißt Suarez seinen Gegenspieler Otman Bakkal von der PSV Eindhoven. Er wird für sieben Spiele gesperrt.

15. Oktober 2011

Suárez beleidigt den dunkelhäutigen Patrice Evra von Manchester United rassistisch. Acht Spiele wird der Uruguayer aus dem Verkehr gezogen.

11. Februar 2012

Suarez verweigert im Spiel des FC Liverpool gegen Manchester United den Handschlag mit Evra.

21. April 2013

Als Profi des FC Liverpool beißt Suarez Branislav Ivanovic vom FC Chelsea. Der Angreifer wird für zehn Spiele gesperrt.

2014

Erneute Beißattacke von Suarez im WM-Vorrundenspiel gegen Italien gegen Abwehrspieler Giorgio Chiellini (79.). Der Schiedsrichter hat die Szene indes nicht gesehen, es kommt zu keiner Bestrafung auf dem Feld. Chiellini sagt: „Er hat mich gebissen, das ist klar.“ Er verweist auf die deutlichen Bissspuren auf seiner Schulter.

Neuer Verein

Seit Juli 2014 steht der Stürmer beim spanischen Verein FC Barcelona in der Primera Division unter Vertrag. Er wechselte vom FC Liverpool für 81 Millionen Euro Ablöse. Damit gehört er zu den fünf höchsten Transfers in der Fußballgeschichte.

Die Fifa beruft sich unter anderem auf Artikel 77.a ihres Disziplinarkodexes. Demnach kann der Weltverband nachträglich einschreiten, wenn eine Spielszene vom Schiedsrichter nicht beobachtet wurde. Dies war offenbar in Natal der Fall.

Suárez war bereits in seiner Zeit bei Ajax Amsterdam und bei seinem derzeitigen Arbeitgeber FC Liverpool für Beißattacken gesperrt worden. Zudem wurde er auch schon wegen rassistischer Äußerungen gegen den Franzosen Patrice Evra für einen längeren Zeitraum verbannt. Bei der vergangenen WM hatte er im Viertelfinale gegen Ghana für ein absichtliches Handspiel auf der Torlinie die Rote Karte gesehen und das Halbfinale gegen die Niederlande (2:3) verpasst.

WM-Videokolumne Karriere-Kick

Machen Sie es nicht wie Suarez

WM-Videokolumne Karriere-Kick: Machen Sie es nicht wie Suarez

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×