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01.07.2014

17:01 Uhr

Nach Beißattacke

Keine Gnade für Suarez

Die Reue kam spät, doch immer hat sich Luis Suárez öffentlich bei Giorgio Chiellini für seine Bissattacke entschuldigt. Die Botschaft kommt rechtzeitig genug für einen Wechsel zum FC Barcelona – doch die Fifa schweigt.

Liebevoller Familienvater: Nach seiner Abreise aus Brasilien zeigte sich Luis Suarez mit seinem Sohn auf dem heimischen Balkon. Reuters

Liebevoller Familienvater: Nach seiner Abreise aus Brasilien zeigte sich Luis Suarez mit seinem Sohn auf dem heimischen Balkon.

RomDie Entschuldigung von Luis Suárez nach seiner Beißattacke an Giorgio Chiellini hat vorerst keinen Einfluss auf die angekündigte Berufung gegen die Sperre für Uruguays Nationalstürmer. „Wir haben natürlich die Entschuldigung zur Kenntnis genommen, es war ja eine öffentliche Entschuldigung. Aber wir können diesen Vorgang nicht kommentieren“, sagte FIFA-Sprecherin Delia Fischer am Dienstag in Rio de Janeiro. Bislang sei noch keine Berufung erfolgt.

Sechs Tage nach seiner Attacke hatte sich Uruguays gesperrter Fußball-Nationalspieler bei Chiellini für die Folgen des Bisses beim WM-Spiel gegen Italien entschuldigt. Zudem versprach der Stürmer, dass derartige Ereignisse nicht wieder vorkommen, vermied aber das Geständnis eines absichtlichen Angriffs. „Ich bedauere zutiefst, was passiert ist“, schrieb Suárez am Montag. „Ich entschuldige mich bei Giorgio Chiellini und der ganzen Fußball-Familie. Ich schwöre der Öffentlichkeit, dass es nie wieder einen weiteren solchen Vorfall geben wird.“

In seiner Verteidigung vor der FIFA-Disziplinarkommission hatte der Angreifer des FC Liverpool noch betont, dass es „in keinster Weise wie beschrieben passierte, als Biss oder Absicht, zu beißen.“ Er habe vielmehr die Kontrolle verloren und sei auf Chiellini „gefallen“. Der uruguayische Verband hatte fristgerecht angekündigt, Einspruch gegen das Urteil des Weltverbands einzulegen. Wiederholungstäter Suárez war wegen seiner dritten geahndeten Beißattacke für neun Pflicht-Länderspiele gesperrt und vier Monate lang von allen Fußball-Aktivitäten ausgeschlossen worden.

Aufgrund des zu erwartenden sport-rechtlichen Nachspiels vermied der 27-Jährige in seiner öffentlichen Stellungnahme auf Twitter und seiner eigenen Internetseite das Eingeständnis eines Vorsatzes. „Unabhängig von den negativen Konsequenzen und den widersprüchlichen Aussagen, die die vergangenen Tage aufgetaucht sind, die alle keinen Einfluss auf die gute Leistung meiner Nationalmannschaft haben sollten, ist die Wahrheit, dass mein Kollege Giorgio Chiellini das physische Ergebnis eines Bisses in der Kollision mit mir davongetragen hat.“

Biss-Opfer Chiellini hat sich nach der öffentlichen Entschuldigung von Luis Suárez erneut für eine Reduzierung der Sperre für Uruguays Stürmerstar stark gemacht. „Es ist alles vergessen. Ich hoffe, die FIFA wird deine Sperre verringern“, twitterte der italienische Fußball-Nationalspieler am Montag.

Da Suárez nicht mehr bei seiner Mannschaft sein durfte, hatte er das 0:2 im WM-Achtelfinale gegen Kolumbien in der Heimat verfolgt. In den Tagen mit seiner Familie habe er die Gelegenheit gehabt, seine Ruhe wiederzuerlangen und die Wirklichkeit zu reflektieren. Der Torschützenkönig der vergangenen Premier-League-Saison steht laut Medienberichten in Verhandlungen mit dem FC Barcelona über einen Wechsel zu den Katalanen.

Von

dpa

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