Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

14.06.2011

13:42 Uhr

Nacktfotos der DFB-Juniorinnen

Ein Erotik-Shooting macht noch keine Marke

VonAndreas Schulte

Kurz vor Beginn der Frauenfußball-WM ziehen fünf deutsche Junioren-Nationalspielerinnen blank – im Playboy. Was für die WM gut ist, kann sich für die jungen Frauen ökonomisch als Bumerang erweisen.

Das Playboy-Logo. Quelle: ap

Das Playboy-Logo.

Gelbe Karte! Ziehen Fußballer beim überschwänglichen Torjubel ihr Trikot aus, gibt es dafür vom Schiedsrichter eine Verwarnung. Entblößen sich hingegen Fußballerinnen, erhalten sie eine Gage – vom „Playboy“. Freilich abseits des Spielfelds haben die Bundesliga- und Junioren-Nationalspielerinnen Selina Wagner, Julia Simic, Annika Doppler, Kristina Gessat und Ivana Rudelic für das Männermagazin ihre Hüllen fallen lassen. In der Juli-Ausgabe werden die erotischen Fotos zu sehen sein – rechtzeitig zur Frauen-Weltmeisterschaft in Deutschland, die am 26. Juni beginnt.

Die Nachwuchs-Fußballerinnen wollen nach eigenen Angaben mit dem erotischen Fotoshooting gegen das falsche Bild der unattraktiven Fußballerin kämpfen. „Wir wollen dieses Mannweiber-Klischee widerlegen. Die Botschaft ist: Seht her, wir sind ganz normale - und hübsche - Mädels“, sagte Junioren-Nationalspielerin und U-20-Weltmeisterin Kristina Gessat (20). „Die meisten Spielerinnen in den höheren Ligen sind zwar sehr durchtrainiert, sehen aber immer noch weiblich aus - und oft auch sehr gut“, ergänzte Nationalmannschaftskollegin Annika Doppler (19). Und Simic sagt: „Ich glaube ohnehin, dass wir bereits auf dem besten Weg sind, dieses Image loszuwerden. Es spielen immer mehr süße, hübsche Mädels Fußball, die auch shoppen gehen und Wert auf ihr Äußeres legen. Das Großereignis der deutschen A-Nationalelf um Birgit Prinz und Co. kommt da als Plattform gerade recht.

Für das WM-Turnier ist der Auftritt der jungen Frauen im Playboy gut - aber schlecht für spätere Werbeverträge der Fotomodelle, findet Peter Olsson, Geschäftsführer von Performanceplus. Die Münchener Agentur hat sich auf Persönlichkeitsmarketing spezialisiert und zählt zum Beispiel Oliver Bierhoff und Michael Ballack zu ihren Klienten. „Der WM wird das einen Aufmerksamkeitsschub verleihen“, sagt Olsson. Der Frauenfußball muss dadurch keinen Imageschaden befürchten, auch wenn Nacktheit bisher keine große Rolle gespielt hat – abgesehen von ein paar Flitzerinnen und einem bizarren Nackt-Fußballerinnen Spiel in Berlin im vergangenen Jahr. 

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

poolliter

14.06.2011, 16:40 Uhr

Das "seriöse Image" von Banken und Versicherungen würde bestimmt nicht von gutaussehenden jungen Frauen beschädigt. Das haben ERGO, Jain, Nonnenmacher und Konsorten viel effektiver bereits völlig ruiniert. Aber wer will sich überhaubt noch dafür hergeben für eine Bank oder Versicherung zu werben.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×