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11.07.2014

02:16 Uhr

Neymar zürnt Zúñiga

„Zwei Zentimeter weiter in der Mitte...“

Brasiliens Superstar Neymar ist zurück im Trainingscamp. Beim ersten Auftritt seit dem WM-Aus zürnt er Zúñiga, zeigt sich dann aber nachgiebig. Das Deutschlandspiel sei etwas „Unglaubliches, Unerklärliches“ gewesen.

Neymar zum WM-Finale

„Ich hoffe, dass Messi und Mascherano gewinnen werden“

Neymar zum WM-Finale: „Ich hoffe, dass Messi und Mascherano gewinnen werden“

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TeresópolisBrasiliens Starfußballer Neymar kann dem Kolumbianer Juan Zúñiga dessen brutales Foul im WM-Viertelfinale nur schwer verzeihen. „Wenn er mich zwei Zentimeter weiter in der Mitte getroffen hätte, heute....“ sagte der Stürmer bei einer Pressekonferenz am Donnerstag in Teresópolis und fing an zu weinen. „Dann könnte ich heute im Rollstuhl sitzen.“ Neymar hatte sich bei der Attacke Zúñigas, der ihm mit dem Knie in den Rücken gesprungen war, einen Lendenwirbel gebrochen.

„Alle, die was vom Fußball verstehen, wissen, dass so ein Foul nicht normal ist“, sagte Neymar. Er habe sich immer gegen Fußtritte wehren können, „aber wenn ich jemandem den Rücken zuwende, habe ich keine Möglichkeit, mich zu schützen.“ Er hatte nach dem Vorfall am vergangenen Freitag beim 2:1-Sieg in Fortaleza zunächst seine Beine nicht gespürt, wie Trainer Luiz Felipe Scolari später erzählte, und war in Panik geraten.

Wann steht Neymar wieder auf dem Platz?

Was ist passiert?

Beim Spiel gegen Kolumbien brach sich Neymar den dritten Lendenwirbel – Kolumbiens Verteidiger Juan Zúñiga war ihm mit dem Knie in den Rücken gesprungen. Vor Schmerzen weinend wurde der Superstar mit einer Trage vom Spielfeld gebracht. Anschließend trat er mit einem Stützkorsett den Rückflug nach Rio de Janeiro an.

Wie schlimm ist das?

„Es ist natürlich eine ernsthafte Verletzung für einen Leistungssportler“, erklärt der Vize-Präsident der Deutschen Wirbelsäulengesellschaft, Daniel Rosenthal. „Es ist aber nichts, was seine Karriere zunichtemacht.“ Dem Mediziner zufolge kann der Körper einen solchen Bruch bei der richtigen Therapie restlos heilen.

Wie sieht so eine Therapie aus?

In den kommenden zwei Wochen muss Neymar dem Fachmann zufolge erstmal „die Hauptschmerzphase“ überstehen. Dazu gehören neben seinem Stützkorsett auch viel Ruhe und Liegen. „Danach kann man physiotherapeutische Maßnahmen einleiten“, sagt der Experte. Konkret bedeutet das: Vorsichtig wieder belasten und Dehnübungen machen.

Wann kann Neymar wieder spielen?

Eine solche Therapie dauert dem Fachmann zufolge etwa zwei Monate. „Danach kann er wieder spielen“, kündigt Rosenthal an. Wie lange Neymar dann tatsächlich auf dem Platz durchhält, sei zwar offen. Zumindest das Training dürfte aber möglich sein.

Wie häufig sind solche Verletzungen?

Brüche der Wirbel machen nach Daten der Techniker Krankenkasse zwei Prozent aller Knochenbrüche aus. Zu einem Wirbelbruch kommt es demnach vor allem dann, wenn große Kräfte von außen einwirken. „Im Alltag wird es einem normalen Bürger nicht passieren“, beruhigt Fachmann Rosenthal. „Das passiert in Kontaktsportarten, wo große Kräfte entfaltet werden.“ - In Neymars Fall war das der Schlag von hinten.

Wie reagieren die Fans?

Neymars WM-Aus hat Fans und Sportwelt gleichermaßen schockiert. Viele drückten auf Twitter oder Facebook ihr Mitleid aus und wünschten dem Angreifer gute Besserung. Zugleich löste das heftiges Foul des Kolumbianers eine Welle der Empörung aus. Auch der zuständige Schiedsrichter steht mittlerweile am Pranger. TV-Experte Mehmet Scholl twitterte zum Beispiel: „Ich bin richtig sauer und richtig enttäuscht. Das kommt dabei raus, wenn die Schiedsrichter nicht in der Lage sind oder die Vorgabe haben, brutale Fouls nicht zu stoppen.“

Wenige Minuten nach seinem Gefühlsausbruch am Donnerstag in Teresóplis zeigte sich Neymar aber nachgiebiger. „Ja, ich würde ihm verzeihen. Ich fühle keine Wut, keinen Hass, nichts.“ Der Kolumbianer habe ihn am nächsten Tag angerufen und um Verzeihung gebeten. „Er sagte, er habe nicht die Absicht gehabt, mich zu verletzen. Ich wünsche ihm das Beste, dass er glücklich wird und Erfolg in seiner Karriere hat.“

Nachdem der Stürmer am vergangenen Samstag auf einer Trage im Hubschrauber von Teresóplis nach Hause geflogen worden war, kehrte er am Donnerstag ins Trainingscamp „Granja Comary“ zurück und konnte dabei auch gehen. Vor dem Training umarmte er seine Mitspieler. Bei der Pressekonferenz sprach Neymar dann von „einer der schlimmsten Wochen in meinem Leben. Es war schlimmer, als ich mir jemals hätte vorstellen können.“

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