Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

11.07.2014

17:23 Uhr

Niederlande gegen Argentinien

Der Elfmeter-Skandal, der keiner ist

War der Elfmeter von Ron Vlaar gegen Argentinien doch drin? Videos im Internet lassen das vermuten. Forderungen nach einer Wiederholung des Spiels werden laut. Doch der Wirbel erweist sich als Sturm im Wasserglas.

DüsseldorfRon Vlaar dreht frustriert ab. Der niederländische Verteidiger hat den ersten Elfmeter im Elfmeterschießen zwischen den Niederlanden und Argentinien verschossen. Der argentinische Torhüter Sergio Romero lässt sich feiern. Nachdem die Niederländer später noch einen zweiten Elfmeter verschießen, ist das Aus besiegelt. Argentinien zieht ins Finale der Fußball-WM ein.

So hatten es die Fußball-Fans in aller Welt gesehen. Bis Videos von Zuschauern auftauchen, die eine unglaubliche Vermutung nahelegen: Sind die Niederlande womöglich zu Unrecht ausgeschieden? Die Bilder zeigen, wie der Ball nach der Parade aufprallt und wieder in Richtung Tor rollt – und dabei möglicherweise die Torinie überquert. Die Reaktion war enorm: Eines der Videos - am Donnerstag eingestellt - hatte bereits am Freitagmorgen mehr als eine Million Klicks. Am Freitagabend waren es rund 3,25 Millionen.

War der Elfmeter von Vlaar also etwa doch drin? Muss das Halbfinale womöglich wiederholt werden? Nein, es bleibt alles beim Alten. Denn zum einen hat Vlaar den Ball wohl noch mit der Schulter berührt, bevor er wieder Richtung Torlinie rollte; ein anderes Video zeigt den Elfmeter aus der Sicht des Spielers, auf dem dies zu sehen ist. So zeigen es auch die „MyView“-Zusatzbilder in der ZDF-Mediathek. Und dann ist die Lage regeltechnisch eindeutig: „Entscheidend ist, ob der Schütze den Ball ein zweites Mal berührt hat. In dem Moment, in dem er wieder Kontakt mit dem Ball hat, ist eine neue Wirkung erreicht“, erklärt Michael Liedtke, Vorsitzender des Schiedsrichterausschuss im Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen (FLVW) im Gespräch mit Handelsblatt Online. „Hat der Schütze den Ball dagegen nicht mehr berührt, wäre auf Tor zu entscheiden.“

Zum anderen rollte der Ball wohl auch gar nicht hinter die Torlinie. Ein weiteres Video zeigt vielmehr: Der Ball blieb auf der Linie liegen. Auch die neue Torlinientechnologie hatte keinen Alarm geschlagen.

Die offiziellen Fernsehbilder hatten das Nachspiel im Übrigen nicht gezeigt, weil gleich nach der Parade auf jubelnde Argentinier übergeblendet wurde.

Der vermeintlich so kuriose Elfmeter war nach dem Spiel bei den Spielern und Offiziellen der Niederländer kein Thema gewesen – und wird es auch nicht werden. „Es scheint ein Sturm im Wasserglas zu sein“, räumte auch das niederländische Internetportal „voetbalprimeur.nl“ irgendwann ein. Regel-Experte Michael Liedtke hätte einem möglichen Protest aber auch keine Chance gegeben: „Es ist und bleibt eine Tatsachenentscheidung des Schiedsrichters. Und da ist die Fifa relativ rigide.“

Kommentare (7)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Woifi Fischer

11.07.2014, 08:37 Uhr

Das Spiel ist verloren, punkt amen Schluss. Es bedarf keiner weiteren Mutmaßungen.

Herr Billyjo Zanker

11.07.2014, 09:26 Uhr

Wenn es dann so wäre gibt es doch wohl noch so etwas „Gerechtigkeit“ nach der „Schwalbe“ von Robben zum erreichen des Halbfinales. Aber was soll es noch, das Spiel ist vorbei und entschieden, letztlich zählt die Schiedsrichterentscheidung, wo war denn die Tortechnik? Oder sind die Niederländer so schlechte Verlierer?????

Het Oranjeplug is beuten, tot sins, tot folgende keer!!!!

Herr gregor cz,

11.07.2014, 09:32 Uhr

sie hatten ja 2 std. zeit, um das spiel zu gewinnen. wer (offensichtlich) drauf anlegt, erst beim elfmeterschließen das spiel zu entscheiden, der muß damit rechnen, daß er eben mal verliert... hinterher zu jammern hilft nichts mehr.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×