Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

13.08.2012

12:43 Uhr

Olympia 2016

Rio steht vor einer Mammutaufgabe

Brasilien die nächsten Olympischen Sommerspiele ausrichten. Sportstätten und Infrastruktur sollen schon zur WM 2014 fertiggestellt werden. Doch es herrscht große Skepsis – und London hat die Messlatte hoch gelegt.

Londons Bürgermeister Boris Johnson, IOC-Chef Jacques Rogge und Rios Bürgermeister Eduardo Paes. Paes übernahm nicht nur die Olympische Flagge, sondern auch große Erwartungen. dapd

Londons Bürgermeister Boris Johnson, IOC-Chef Jacques Rogge und Rios Bürgermeister Eduardo Paes. Paes übernahm nicht nur die Olympische Flagge, sondern auch große Erwartungen.

Rio de Janeiro„Als Gott die Welt erschuf, bereitete er Rio de Janeiro auf die Olympischen Spiele vor“ - dieser euphorische Satz stammt von Brasiliens Ex-Präsident Luiz Inácio Lula da Silva, der maßgeblichen Anteil daran hatte, dass die Stadt am Zuckerhut von nun an im Zeichen der Ringe steht. 1453 Tagen vor den ersten Olympischen Spiele in Südamerika hinkt die Metropole jedoch gewaltig hinter dem Zeitplan her und steht bis zum Sommer 2016 noch vor gigantischen Herausforderungen. In den Bereichen Finanzierung, Hotels, Sicherheit, Verkehr und Sportstätten liegt einiges im Argen. Viele vertrauen auf die Dynamik der Fußball-WM 2014, in deren Windschatten in Rio schon Vorarbeit für Olympia 2016 geleistet wird.

Die 1:2-Pleite im olympischen Fußball-Finale gegen Mexiko tat weh und trübte das Olympia-Fieber in der Heimat. In ihrer Enttäuschung über das verpasste Gold ließen die Fans ihrem Frust in den Cafés und Kneipen von Rio de Janeiro freien Lauf und zerrissen vor laufenden Fernsehkameras ihre Nationaltrikots. 20 Medaillen hatte Sportminister Aldo Rebelo gefordert. 17 Medaillen, dreimal Gold, fünfmal Silber und neunmal Bronze, hat das „Team Brasil“ gesammelt. Dabei wurden in der vergangenen vier Jahren immerhin 390 Millionen Dollar (etwa 320 Millionen Euro) in die Vorbereitung des brasilianischen Olympia-Teams für London 2012 investiert.

Nach den brillanten London-Spielen liegt die Messlatte für den nächsten Ausrichter der sommerlichen Ringe-Show hoch. Für Rio sind umgerechnet zwischen neun und elf Milliarden Euro öffentlicher und privater Investitionen geplant. Ein genaues Budget liegt noch nicht einmal dem IOC vor. Neben dem Aus- und Aufbau der Sportstätten vor allem im Westteil der Sechs-Millionen-Stadt ist es die Infrastruktur, die den Planern Kopfzerbrechen bereitet. Es gibt zu wenige Hotels für die Olympia-Touristen. Die Branche will die Anzahl von derzeit rund 20.000 Zimmern bis 2016 erheblich erhöhen, aber Bürgermeister Eduardo Paes plant wohlweislich die Anmietung von bis zu sechs Kreuzfahrtschiffen für etwa 10.000 Besucher.

Die Verkehrssituation in Rio ist oft chaotisch und von lähmenden Staus geprägt. Es gibt ein U-Bahn-Netz, das aber mit nur rund 40 Kilometern viel zu klein ist. Für die WM und Olympia setzt Rio auf Busschnellspuren. Bis 2016 soll ein „Hochleistungs-Transportring“ stehen. „Fast die Hälfte aller Athleten werden ihre Sportstätten in weniger als zehn Minuten erreichen und fast dreiviertel von ihnen in weniger als 25 Minuten“, so sieht es die ehrgeizige Ankündigung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) vor. Möglich macht es die Nähe zum Olympischen Park in Westen der Stadt, in Barra da Tijuca, dem Herzen der Spiele von 2016.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×