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21.02.2014

17:17 Uhr

Olympia in Sotschi

Deutsche Biathletinnen erleben Debakel

Unter dem Eindruck des Doping-Verdachts gegen Evi Sachenbacher-Stehle haben die deutschen Biathletinnen in der abschließenden Staffel enttäuscht. Deshalb reisen sie erstmals ohne eine olympische Medaille nach Hause.

Das war's mit Olympia für Andrea Henkel. dpa

Das war's mit Olympia für Andrea Henkel.

Krasnaja PoljanaNach dem Bekanntwerden der positiven Doping-Probe von Evi Sachenbacher-Stehle haben die Biathlon-Damen zum Abschluss der Olympischen Winterspiele auch sportlich ein weiteres Debakel erlebt. Mehr als Platz elf nach einem Sturz und zu vielen Fehlschüssen war für Franziska Preuß, Andrea Henkel, Franziska Hildebrand und Laura Dahlmeier nicht drin. Erstmals seit 1992 blieben damit deutsche Skijägerinnen ohne Olympia-Medaille, in den Staffeln hatte es jedes Mal Edelmetall gegeben.

Gold holten sich die Ukrainerinnen, für die der Triumph nach den gewalttätigen Auseinandersetzungen in ihrer Hauptstadt Kiew besonders emotional war. Silber holte Russland, Bronze ging an Norwegen.

Das deutsche Quartett konnte offenbar die Nachrichten um die positive Doping-Probe von Evi Sachenbacher-Stehle nicht verkraften. „Wir waren alle schockiert, aber wir versuchen, uns auf das Rennen zu konzentrieren“, sagte Damen-Bundestrainer Gerald Hönig. „Wir haben versucht, den Fokus auf das Sportliche zu lenken, dass sie sich nicht abbringen lassen.“

Der Computer sollte aus bleiben, die Handys zur Seite gelegt werden. Sachenbacher-Stehle war für das 4 x 6 Kilometer nicht nominiert worden. „Die Staffel wurde aus rein sportlichen Gründen so aufgestellt“, stellte DSV-Sprecher Stefan Schwarzbach vor dem Startschuss noch einmal fest.

Alle Maßnahmen zur Ablenkung waren schnell Makulatur. Schon nach 600 Metern waren die Medaillen-Hoffnungen dahin. Startläuferin Preuß stürzte, der Stock brach. Als Letzte kam sie zum Schießstand, im Gewehrlauf war Schnee. Die 19-Jährige nahm das Magazin aus der Waffe, versuchte den Lauf zu reinigen.

Das deutsche Team in Daten

7. Februar 2014

Eröffnungsfeier in Sotschi - und gleichzeitig der Geburtstag des Ski-Freestylers Thomas Fischer.

152

Zahl der deutschen Starter, davon 77 Frauen und 75 Männer.

31. Dezember 1998

Geburtstag der jüngsten deutschen Olympia-Teilnehmerin Gianina Ernst (Skispringen).

10. April 1964

Geburtstag des ältesten deutschen Olympioniken John „Johnny“ Jahr (Curling) - mit 48 Jahren ist er Olympia-Debütant.

1,52 Meter

Körpergröße von Eiskunstlauf-Hoffnung Aljona Savchenko. Sie ist damit die kleinste deutsche Olympionikin.

1,98 Meter

Körpergröße der Bob-Anschieber Marko Hübenbecker und Jannis Bäcker.

43 Kilogramm

Gewicht der leichtesten deutschen Athletin, Shorttrack-Starterin Anna Seidel.

116 Kilogramm

Bob-Anschieber Hübenbecker ist nicht nur der größte, sondern auch der schwerste deutsche Olympia-Starter.

Dann benötigte sie noch drei Nachlader und machte sich mit einem Rückstand von fast zwei Minuten auf den Weg. „So etwas habe ich noch nie erlebt“, stöhnte Chef-Bundestrainer Uwe Müssiggang. „Diese verfluchten Spiele.“ Noch schlimmer erwischte es die Französinnen: Ihre Startläuferin Marie Laure Brunet kollabierte auf der Strecke, musste ärztlich versorgt und weggetragen werden.

Besonders bitter war der Olympia-Abschluss für die 36-jährige Henkel. Die zweimalige Olympiasiegerin von 2002 bestritt ihr letztes Olympia-Rennen - doch das war eher eine Randnotiz. Auch sie vermochte ihren wesentlich jüngeren Teamkolleginnen nicht mehr zu helfen. Die fast drei Minuten Rückstand, die sie von Preuß übernommen hatte, konnte sie trotz nur eines Nachladers nicht mehr verkürzen. Hildebrand und die dreimalige Junioren-Weltmeister Dahlmeier brachten das Team noch auf Rang elf.

Von

dpa

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