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01.08.2012

18:13 Uhr

Olympia-Skandal

Badminton-Teams disqualifiziert

Die vier Badminton-Doppelteams, die durch Niederlagen in der Vorrunde schweren Gegnern aus dem Weg gehen wollten, sind vom Weltverband disqualifiziert worden. Das IOC unterstützt die Entscheidung.

Schiedsrichter Torsten Berg ermahnt die Chinesinnen Yu Yang und Wang Xiaoli sowie das koreanische Duo Jung Kyung Eun und Kim Ha Na. Reuters

Schiedsrichter Torsten Berg ermahnt die Chinesinnen Yu Yang und Wang Xiaoli sowie das koreanische Duo Jung Kyung Eun und Kim Ha Na.

LondonNach dem Ausschluss von acht asiatischen Spielerinnen ist die olympische Doppel-Konkurrenz der Badminton-Damen am Mittwoch fortgesetzt worden. In der Wembley Arena von London traten die Nachrücker Waleria Sorokina/Nina Wislowa aus Russland gegen die ebenfalls durch die Disqualifikation der Konkurrentinnen im Turnier verbliebenen Michelle Edwards/Annari Viljoen aus Südafrika an.

Zuvor hatte der Badminton-Weltverband zwei Doppel aus Südkorea und je ein Paar aus China und Indonesien disqualifiziert. Sie hatten zum Ende der Gruppenphase versucht, Spiele absichtlich zu verlieren, um dadurch leichtere Konkurrenten für die K.o.-Runde zu bekommen. Ein Protest der Südkoreanerinnen gegen das Urteil war abgewiesen worden.

Das topgesetzte chinesischen Damendoppel Wang Xiaoli und Yu Yang hatte seine Partie gegen die Südkoreanerinnen Jung Kyung-Eun und Kim Ha-Na am Dienstagabend in der Wembley Arena unter skandalösen Umständen mit 14:21, 11:21 verloren. Auch bei der Partie zwischen den Südkoreanerinnen Ha Jung-Eun/Kim Min-Jung und dem indonesischen Doppel Meiliana Juahari/Greysia Polii war keines der beiden Teams wirklich gewillt, als Sieger das Feld zu verlassen.

Olympia in Zahlen

302

So viele Entscheidungen wird es in den gut zwei Wochen geben.

10.500

So viele Athleten nehmen an den Olympischen Spielen 2012 teil.

17.000

Die Zahl der Gäste, die das Olympische Dorf beherbergt.

30.000

Fast drei Mal mehr Journalisten als Sportler befinden sich während der Spiele in London.

70.000

So viel freiwillige Helfer werden im Einsatz sein.

294.000

Zahl der ausländischen Dauergäste während Olympia 2012.

587.000

Zahl der einheimischen Dauergäste während Olympia 2012.

5.500.000

So viele Tagestouristen werden erwartet.

10.000.000

Zahl der verkauften Eintrittskarten für die Spiele.

10.000.000.000

Ungefähre Summe in britischen Pfund, die als Olympia-Budget zur Verfügung steht.

„Diesen Doppeln wird vorgeworfen, nicht alles versucht zu haben, um ihre Spiele zu gewinnen und damit dem Sport Schaden zugefügt zu haben“, teilte der Verband schon vor dem Urteil mit. Für den Nachmittag war eine Pressekonferenz angekündigt. Auch die chinesische Olympia-Mannschaft hatte eine Ermittlung eingeleitet.

„Wir unterstützen und begrüßen die Entscheidung des internationalen Verbandes. Für solch ein Verhalten ist bei Olympischen Spielen kein Platz“, sagte ein hochrangiger Funktionär des Internationalen Olympischen Komitees der Nachrichtenagentur dpa.

Die genauen Konsequenzen der Disqualifikation waren zunächst nicht bekannt. Für den frühen Mittwochabend waren die Viertelfinalspiele angesetzt. Wer statt der Ausgeschlossenen spielen sollte, blieb vorerst offen.

Kommentare (6)

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drogenfahnder

01.08.2012, 10:26 Uhr

um dies zu vermeiden sollte man beim nächsten Mal eben eine reine K.O. Runde einführen.
Vorrundenspiele beim Badmington sind ohnehin nur Lückenfüller zur Geldmacherei.

Badmintonspieler

01.08.2012, 15:55 Uhr

Ein Badmintonspieler:

@ drogenfahnder:

Ihr Kommentar ist leider sehr "flach".
Warum sollen Vorrundenspiele beim Badminton (so schreibt man das) Lückenfüller sein, beim Fußball oder anderen Sportarten aber nicht?
Eine Vorrunde kann durchaus Sinn machen für die Sportler. Schließlich kann jeder mal einen schlechten Tag oder Pech bei der Auslosung haben und dann kann der / die Teilnehmer /-in ein verlorenes Spiel aber noch ausgleichen. Das die Hälfte der Teilnehmer /-innen nach 1 Spiel gleich wieder nach Hause fahren darf, ist schließlich auch nicht gerade so toll.
Es ist sehr mutig vom Dachverband unsportliches Verhalten strikt zu ahnden. Da können sich andere Verbände mal eine Scheibe von abschneiden.

Account gelöscht!

01.08.2012, 18:29 Uhr

Die sofortige Disqualifikation war die einzig mögliche und einzig richtige Antwort! Wenn man sich auch bei der Olympiade von Schummlern und Betrügern auf der Nase herumtanzen lässt, kann man gleich den ganzen Weltsport in die Tonne treten! Das würde auch den (materiellen) Wert einer Olympiade nachhaltig vernichten. Wer will schon Wettkämpfe sehen, bei denen Lug und Trug zu entscheidenden Siegvoraussetzungen geworden sind? Nur Idioten schauen z.B. deshalb noch Schandveranstaltungen wie die Tour de France an!

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