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27.07.2012

18:17 Uhr

Olympia-Übertragung

Beste Sendezeit bringt nicht mehr Werbekunden

VonAndreas Schulte

900 Stunden live aus London: Wer wirklich alle Olympia-Entscheidungen sehen will, muss sieben Bildschirme und viel Sitzfleisch mitbringen. Doch trotz guter Sendezeiten haben die TV-Kanäle bisher nicht mehr Werbekunden.

Trotz bester Sendezeit keine Steigerung der Werbeeinnahmen: ARD und ZDF. dpa

Trotz bester Sendezeit keine Steigerung der Werbeeinnahmen: ARD und ZDF.

KölnAugen auf und durch! Dieser simplen Parole müssen TV-Junkies folgen, wenn sie sich bei den Liveübertragungen von den Olympischen Spielen nicht auch nur ein Fitzel der 302 Entscheidungen entgehen lassen wollen. Die Herausforderung ist groß wie nie: Allesgucker müssen bei ARD und ZDF sieben Bildschirme gleichzeitig im Blick haben. Denn während die Öffentlich-Rechtlichen im Hauptprogramm von morgens neun Uhr bis nachts ein Uhr zwischen einzelnen Sportarten hin und her schalten, übertragen sie auf sechs Internetkanälen längere Strecken anderer Disziplinen.

Wer nach 17 Tagen alles weggeguckt hat, hat knapp 900 Livestunden Olympia intus. Daneben überträgt der Sender Eurosport im TV und im Internet.

Nie wurde in Deutschland von Olympischen Spielen umfassender berichtet. Doch eine Garantie für den Verkauf von Werbezeiten ist das Mammut-Event nicht. Schon bei den Winterspielen in Vancouver 2010 hielten sich die Werbetreibenden zurück, meldete das ZDF. „Generell werden Kunden von Mediaagenturen eher schlecht beraten, was die Qualität der Olympia-Umfelder angeht“, sagt Christoph Lüken, Marketingleiter beim ZDF-Werbefernsehen. „Budgets müssten bei kommerziellen Sendern abgezogen werden, das macht Arbeit“, führt Lüken als Begründung an. Noch will er keine abschließende Bilanz zu London ziehen.

Klar ist bereits: ARD und ZDF haben mit Audi und der Sparkassen-Finanzgruppe nur zwei der drei geplanten Programm-Presenter für London 2012 gefunden. Gut für die beiden Firmen: Ihre rund 15 Trailer täglich bekommen so mehr Aufmerksamkeit. Bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking konnten die Presenter laut der Sponsoringberatung IFM ihre ungestützte Bekanntheit um bis zu acht Prozent steigern, darunter auch die Sparkassen.

Einen dritten Presenter werden ARD und ZDF nicht mehr an Land ziehen können: „Ein dritter Programmsponsor hat sich aufgrund von kurzfristigen Budgetrestriktionen seitens der Konzernzentrale nicht realisiert. Hier sind wir wegen der aufwendigen Trailer-Produktionen zeitlich etwas limitiert“, sagt Michael Lina, Leiter der Sportvermarktung bei ARD-Werbung Sales & Services.

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