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18.08.2016

17:23 Uhr

Anna Hahner zum Marathon-Auftritt

„Aus Gefühl gehandelt“

Die Hahner-Zwillinge haben sich mit ihrem Marathon-Auftritt bei Olympia in Rio Ärger eingehandelt. Nun antwortet Anna Hahner auf die Kritik: „Wir haben nicht nachgedacht.“

Beim olympischen Marathon liefen die beiden Schwestern ganze 15 Minuten über ihren Bestleistungen ein – händchenhaltend. Reuters

Schwesterlicher Marathon

Beim olympischen Marathon liefen die beiden Schwestern ganze 15 Minuten über ihren Bestleistungen ein – händchenhaltend.

Rio de JaneiroAnna Hahner hat nach der scharfen Kritik des Deutschen Leichtathletik-Verbandes ihren Marathon-Auftritt mit Zwillingsschwester Lisa bei Olympia in Rio de Janeiro gerechtfertigt. „Wir haben nicht nachgedacht, sondern aus unserem Gefühl heraus gehandelt. In Hannover hatte ich keine Chance den Zieleinlauf auf Platz 1 zu feiern. In Rio habe ich die letzten Meter gefeiert“, schrieb Anna Hahner am Donnerstag auf der Homepage der Zwillinge. Sie hatte nachträglich den Sieg beim diesjährigen Hannover-Marathon erhalten, weil die Kenianerin Edinah Kwambai aufgrund einer positiven Doping-Probe der Erfolg aberkannt worden war.

Die Zwillinge Lisa und Anna Hahner hatten ihr olympisches Marathon-Rennen mit mehr als 21 Minuten Rückstand auf die Siegerin und mehr als 15 Minuten über ihren Bestleistungen auf Platz 81 und 82 beendet. Zudem waren sie Hand ins Hand ins Ziel gelaufen. Dafür waren sie scharf kritisiert worden.

„Wir hätten uns die letzten 95 Meter nicht die Hände reichen dürfen, sondern hätten den Zieleinlauf aussprinten müssen und dabei keine Zehntel für diesen einmaligen Moment liegen lassen dürfen. Wir haben uns die Hand gereicht, anstatt die Ellenbogen auszufahren. Sind Hand in Hand ins Ziel gespurtet“, schrieb Anna Hahner weiter.

Die bestverdienenden Sportler bei Olympia

Kevin Durant - Basketball

Der US-Basketballer ist der Top-Verdiener der Top-Verdiener: In der ohnehin aus fürstlich entlohnten Profis bestehenden Olympiamannschaft dominiert Durant noch einmal. Der 2,06 Meter große Superstar wird vom Manager-Magazin Forbes als fünftbestbezahlter Sportler der Welt geführt, geschätztes jährliches Einkommen: 56,2 Millionen Dollar.

Neymar

Der brasilianische Fußballer in Diensten des FC Barcelona wurde von seinem Verein jüngst mit einem üppigen „Rentenvertrag“ über zehn Jahre Laufzeit ausgestattet. Jährliches Salär: Geschätzte 14,5 Millionen Dollar. Aber es gibt ja noch Werbeverträge: Insgesamt verdient der 24-Jährige pro Jahr 37,5 Millionen Dollar.

Novak Djokovic

Der „Djoker“ musste im olympischen Tennisturnier bereits seine Koffer packen: Zunächst schied der Weltranglisten-Erste völlig überraschend in der ersten Einzel-Runde gegen den Argentinier Juan Martin del Potro aus. Dann verlor der Serbe mit Teamkollege Nenad Zimonjic auch sein Zweitrunden-Doppel. Trösten könnte ihn ein Blick aufs Konto: Djokovic verdient laut Forbes 55,8 Millionen Euro im Jahr. Auch beim ihm stammt mit 34 Millionen Dollar der Großteil davon aus Werbung und Sponsorendeals.

Serena Williams

Auch für Serena Williams ist das olympische Tennis-Turnier bereits vorbei. Mit Williams scheiterte damit auch im Frauen-Tennis die Nummer Eins der Weltrangliste, in ihrem Fall im Achtelfinale. Während Williams-Zeit als beste Tennis-Spielerin der Welt damit langsam zu Ende gehen könnte, ist die Sportlerin was ihre Verdienste angeht in der kompletten weiblichen Sportwelt weiterhin unerreichbare Spitze. Als einzige Frau in den Forbes Top-100 der bestbezahlten Sportler rangiert Williams mit einem Jahresverdienst von 28,9 Millionen Euro auf Rang 40 – und damit beispielsweise noch vor Fußballern wie Wayne Rooney oder Sergio Agüero.

Usain Bolt

Der Sprint-Superstar verdient im Jahr laut Forbes 32,5 Millionen Dollar. Natürlich nicht durchs Laufen allein: Startgelder und Prämien bringen dem Jamaikaner zwar durchaus achtbare 2,5 Millionen Euro, der Mammut-Anteil von 30 Millionen Dollar kommt aber auch bei Bolt von Sponsoren.

Martin Kaymer

Der Deutsche ist einer der wenigen Top-Golfer der sich für Olympia begeistern kann – von den Top-Zehn Spielern der Welt sagten sechs ihre Teilnahme ab. Angebliche Angst vor dem Zika-Virus war dabei die beliebteste Ausrede. Anders als bei den Majors gibt es bei Olympia eben kein üppiges Preisgeld zu gewinnen, sondern nur Edelmetall. Kaymer leistet sich in Rio das Spiel für die Ehre – und obwohl er weit von den Top-Verdienern seines Sports entfernt ist, kann er das auch locker: Geschätzte 30 Millionen Dollar hat der beste aktive deutsche Golfer in seiner Karriere bisher verdient.

Michael Phelps

Das Vermögen des Schwimmstars und erfolgreichsten Olympioniken der Gegenwart (21 Goldmedaillen, zweimal Silber, zweimal Bronze) wird auf insgesamt 55 Millionen Dollar geschätzt.

Für sie sei es ein Sieg über sie selbst gewesen. Der Marathon habe ihr körperlich alles abverlangt. „Und wenn ich mir nach 2:45h, was eine völlig hinter jeder Erwartung liegende Zeit ist, mir die letzten 95 Meter für mich und Lisa nehme, dann ist das mein Statement für meinen Sport“, erklärte Hahner.

„Es wirkte so, als absolvierten sie einen Volkslauf und nicht die olympische Entscheidung“, hatte DLV-Sportdirektor Thomas Kurschilgen am Montag kritisiert.

Die Kosten von Olympia

Budgetplanung

Olympische Sommerspiele auszurichten ist ein teures Vergnügen. In den vergangenen Jahrzehnten sind die Budgets der Organisationskomitees (OK) stark gewachsen. Reichten dem OK für Tokio 1964 umgerechnet rund 56 Millionen Euro, werden für Rio 2016 rund 7,4 Milliarden Reais (2,06 Milliarden Euro) erwartet. Rio liegt damit immerhin unter den Organisationskosten von London 2012. Regelmäßig werden die Kosten zum Politikum in den ausrichtenden Nationen.

Kostenvergleich

Das vollständige finanzielle Ausmaß der Spiele zu berechnen und zu vergleichen, ist nicht leicht: Umstritten ist etwa, ob Investitionen in die städtische Infrastruktur einbezogen werden sollten, wenn sie ohnehin geplant waren. Die OK-Ausgaben stehen dafür schwarz auf weiß in den Abschlussberichten, nachzulesen beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC).

Die teuersten Sommerspiele

Addiert man alle auf Olympia bezogenen Ausgaben, gelten die Wettkämpfe in Peking 2008 mit knapp 29 Milliarden Euro als bislang teuerste Sommerspiele – die Kosten von knapp zwei Milliarden Euro, die das OK davon verbuchte, fallen dabei kaum ins Gewicht. Rio 2016 ist im Vergleich dazu billiger: Insgesamt soll das Event diesmal rund 10 Milliarden Euro kosten, ein Großteil davon fließt in die Infrastruktur, etwa eine neue Metrolinie.

Agenda 2020

Mit der Olympischen Agenda 2020 will das IOC weg vom Gigantismus. Für Tokio 2020 zeichnen sich dennoch bereits höhere Kosten ab als geplant – von umgerechnet 13 Milliarden Euro ist die Rede. Nach Rio könnte es also doch wieder teurer werden. Dank zahlungskräftiger Sponsoren und Medienpartner sowie Touristen sind aber auch immense Einnahmen zu erwarten.

Von

dpa

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