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22.08.2016

13:50 Uhr

BMI-Brief sorgt für Ärger

Spitzensport-Reform bleibt Reizthema

Wie soll in Zukunft in Deutschland der Spitzensport gefördert werden? Die Reform war und ist eine schwere Geburt. Ein Brief aus dem Bundesinnenministerium zur Trainerfinanzierung hat in Rio für Ärger gesorgt.

Rio de JaneiroFür den deutschen Sport wird es ein heißer Herbst. Nach Kontroversen, Scharmützeln und Friedensschlüssen soll die Reform der Spitzensportförderung präsentiert werden. Bekommen die auch bei den Olympischen Spielen in Rio nicht erfolgreichen Verbände weniger und die erfolgreichen mehr Geld? Wer fällt hinten runter, wer steigt auf? Wird alles besser? Die Reform ist ein Reizthema.

Deshalb sorgte ein kurz vor Olympia vom Bundesinnenministerium (BMI) an die Verbände adressierter Brief für Ärger, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Darin wurde angekündigt, nur 75 Prozent der bisherigen Mittel für das Leistungssportpersonal für 2017 „in Aussicht“ zu stellen, um den Spitzenverbänden „mehr Planungssicherheit“ für die Erstellung von Trainerverträgen zu geben.

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„Es ist unglücklich, so etwas kurz vor den Spielen zu machen. Ich finde das schade“, sagte Peter Frese, Präsident des Deutschen Judo-Bundes. „Das ist so, als ob meine Frau mir während meiner Zeit in Rio gesagt hätte, wir müssen mal über unser Zusammenleben nachdenken.“ Was den Inhalt angeht, ist Frese bereits froh über die Zusage von 75 Prozent der Mittel. „Das ist normal, dass das unter Vorbehalt geschieht. Ich hoffe, dass wir auf 125 Prozent kommen.“

So entspannt sehen es nicht alle Verbände. Schließlich ist am Jahresanfang in den erstmals geführten Strukturgesprächen zwischen DOSB und Spitzenverbänden für das Leistungssportpersonal ein erheblicher Finanzmehrbedarf ermittelt worden. „Insofern vermittelt die zum aktuellen Zeitpunkt vom BMI in Aussicht gestellte Finanzierung keine hinreichende Planungssicherheit, sondern ist ein Rückschritt für alle Spitzenfachverbände“, kritisierte Thomas Kurschilgen, Sportdirektor des Deutschen Leichtathletik-Verbandes.

„Als ein elementares Strukturmerkmal der Spitzensportreform wurde stets postuliert, den Trainer und den Athleten in den Mittelpunkt aller Überlegungen zu stellen“, argumentierte er. Deshalb müssten langfristige Perspektiven, eine Verbesserung der finanziellen Rahmenbedingungen sowie eine adäquate Anzahl von Trainerstellen für die Zukunft sichergestellt werden. „Den Spitzenfachverbänden einen möglichen Abbau ihrer Trainerstrukturen bis zum Jahresende zu offerieren, erscheint mir kontraproduktiv“, meinte Kurschilgen.

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