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21.08.2016

12:38 Uhr

Eklat nach Olympia-Finale

Deutscher Bauer legt sich mit Brasilianern an

Unglücklich hat die deutsche Mannschaft das Finale des Olympischen Fußballturniers verloren. Während die Brasilianer ihren Triumph überschwänglich feiern, provoziert der Deutsche Robert Bauer mit einer kleinen Geste.

Mit dieser Geste provoziert Robert Bauer nach dem Spiel das brasilianische Publikum. dpa

Robert Bauer

Mit dieser Geste provoziert Robert Bauer nach dem Spiel das brasilianische Publikum.

Olympia-Fußballer Robert Bauer hat sich wenige Stunden nach dem verlorenen Finale für seine Anspielung auf das 7:1 bei der WM vor zwei Jahren entschuldigt. Nach dem 4:5 im Elfmeterschießen gegen Brasilien hatte der Profi des FC Ingolstadt am Samstag sieben Finger in die Luft gereckt und damit viel Ärger bei den Fans der Seleção ausgelöst.

„Dieses Zeichen von der Sieben, das war innerhalb der Emotion, ich habe da wenig nachgedacht während der Aktion und so ist das passiert“, sagte der 21-Jährige der Deutschen Presse-Agentur im Deutschen Haus. „Im Endeffekt war es eine dumme Aktion von mir und es tut mir leid.“

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Sicherheit

Im Olympischen Dorf wird gestohlen, es gibt mehrere Überfälle und im Reitzentrum Einschüsse unklarer Herkunft. Aber unterm Strich machen 85 000 Sicherheitskräfte ihre Sache gut.

Transport

Ein kompliziertes System, teils stundenlange Anfahrten für Touristen zu Wettkampfstätten. Alles liegt weit auseinander - und bei einem Medienbus werden während der Fahrt Scheiben eingeworfen.

Sauberkeit

Einige Athleten greifen selbst zum Putzlappen, weil tagelang im Olympiadorf nicht gereinigt wird. Verstopfte Klos, schlechter Waschservice und Schmutz sorgen für viele Beschwerden.

Versorgung

Wenig Abwechslung, lange Wartezeiten und schlechte Qualität führen dazu, dass die Sportler-Schlangen bei McDonalds immer länger werden. Bei den Arenen geht für Zuschauer öfter das Essen aus.

Promi-Glanz

Nur 18 Staats- und Regierungschefs bei der Eröffnung, weniger Promis als sonst feuern die Olympioniken an. Dafür hat Model Gisel Bündchen als Ipanema-Girl einen bleibenden Auftritt.

Wasser

Zwar gibt es Entwarnung für die Segler in der als Kloake verschrieenen Guanabara-Bucht, dafür färbt sich aber das Wasser bei den Wasserspringen und Synchronschwimmern durch einen Defekt grün.

Zuschauer

Offiziell sind 85 Prozent der 6,1 Millionen Tickets verkauft worden, aber überall trüben teils leere Arenen das Bild. Aber zumindest wenn Brasilianer antreten, ist es meistens voll.

Saubere Spiele

Trotz des Reports über systematisches Staatsdoping dürfen rund 280 russische Athleten an den Start gehen. Bis zu 5000 Proben werden in Rio genommen, einige Athleten sind gedopt.

An den Zeitpunkt der Geste könne er sich nicht mehr erinnern. „Ich weiß nicht mehr genau, wann ich das gemacht habe“, berichtete er. „Auf Instagramm und Facebook habe ich das direkt mitbekommen und habe mich bemüht, das richtig zu stellen. Das war überhaupt nicht böse gemeint. Ich bin wirklich dankbar, dass ich hier dabei sein durfte, dass ich dieses Land erleben durfte. Ich war das erste Mal in Brasilien.“ Er habe sich überall willkommen gefühlt.

2014 hatte die DFB-Elf Brasilien auf dem Weg zum WM-Titel im Halbfinale 7:1 geschlagen. Eine höhere Niederlage gab es für die Auswahl des Landes noch nie.

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Technik

Im Olympiapark stürzt eine an Stahlseilen für Panoramaaufnahmen angebrachte Kamera ab, sieben Menschen werden verletzt. Ein Fehlalarm im Medienzentrum sorgt für Sendeausfälle.

Fahnen

Bei der Anordnung der Sterne auf Chinas Fahne ist etwas schiefgelaufen. Umgehend müssen neue bestellt und genäht werden – schließlich ist China ein recht emsiger Medaillensammler in Rio.

Eröffnung

Wer im Maracanã ist, kann nicht verstehen, dass die XXXI. Sommerspiele eröffnet sind. Interimspräsident Michel Temer, der Dilma Rousseff per Amtsenthebung beerben will, wird ausgepfiffen.

Fairness

Schmähgesänge zwischen Brasilianern und Argentiniern, Pfiffe für Gegner der Brasilianer. Stabhochspringer Renaud Lavillenie vergleicht die feindselige Rio-Stimmung mit Olympia in Berlin 1936.

Freiwillige

Viele der 50 000 Helfer fühlen sich mies betreut, können daher nur bedingt helfen und quittieren den Dienst, weil sie beschimpft werden. Einige geben Akkreditierungen an Unbefugte weiter.

Favela-Frieden

Abseits der olympischen Welt gelingt kein Frieden in Rios Favelas, Schießereien zwischen Drogengangs und Polizei, im Komplex Maré wird ein Militärpolizist angeschossen und stirbt.

Interesse

Millionen Brasilianer nehmen Olympia teilnahmslos hin, nur 50 Prozent stehen laut Umfragen hinter der Sause, immerhin wird auch Dutzenden Straßenkindern der Besuch von Wettkämpfen ermöglicht.

Aufbruchstimmung

Olympia sollte das tief gespaltene Brasilien einen - stattdessen werden die Arenen zu „Temer Raus“-Protesten genutzt, von Anhängern der suspendierten Präsidentin Dilma Rousseff.

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