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05.08.2016

13:09 Uhr

IOC-Beschluss gekippt

Russische Ex-Doper dürfen auf Starterlaubnis für Rio hoffen

Der Internationalen Sportgerichtshof lehnt eine Sperre für Ex-Dopingsünder ab. Damit können mehrere russische Athleten wieder auf eine Teilnahme in Rio hoffen. Eine direkte Starterlaubnis gibt es aber noch nicht.

Das Symbolbild zeigt einen Arbeiter, der die Treppen des Mane-Garrincha-Stadium in Brasilia hinaufsteigt. dpa

Rio 2016

Das Symbolbild zeigt einen Arbeiter, der die Treppen des Mane-Garrincha-Stadium in Brasilia hinaufsteigt.

Rio de JaneiroAuch Whistleblowerin Julia Stepanowa kann wieder auf einen Start bei den Olympischen Spielen in Rio hoffen. Der Internationale Sportgerichtshof CAS hat den Ausschluss von früher gedopten russischen Athleten von den Olympischen Spielen in Rio als „nicht durchsetzbar“ abgelehnt. Dies teilte das CAS am Donnerstag (Ortszeit) mit.

Das Gericht gab damit der russischen Schwimm-Weltmeisterin Julia Jefimowa und den beiden Ruderern Anastassija Karabelschtschikowa und Iwan Podschiwalow teilweise recht. Sie hatten Einspruch gegen diese Doppelbestrafung eingelegt. Allerdings wies der CAS den Antrag der Athleten auf Erteilung einer direkten Starterlaubnis ebenfalls zurück.

Wer über die Teilnahme nun letztlich bestimmt, blieb nach der Mitteilung zunächst offen. Im Falle der Ruderer empfahl der CAS, dass der Weltverband FISA entscheiden solle. Die drei Athleten waren in der Vergangenheit wegen Dopings gesperrt worden, haben diese Strafen aber bereits verbüßt.

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Das IOC hatte nicht nur entschieden, dass die internationalen Sportfachverbände und der CAS jeden nominierten Sportler überprüfen sollen, ob er nachweislich sauber ist. Vielmehr hatte das IOC auch verfügt, dass ehemals gedopte Russen ein Start bei den Sommerspielen verweigert wird. Diese Auflage kippte der CAS nun.

Dieser Spruch brachte auch der Schwimmerin Julia Jefimowa die Starterlaubnis. Die Russin war als frühere Dopingsünderin für Rio nach Maßgabe des IOC zunächst gesperrt gewesen.

Der Sportgerichtshof hatte schon 2011 die sogenannte Osaka-Regel gekippt, wonach Sportler nach einem Dopingvergehen an den folgenden Spielen nicht teilnehmen durften.

Das IOC hatte sich in einem komplizierten und unübersichtlichen Verfahren das letzte Wort vorbehalten, welche Russen starten dürfen. Nach Beweisen für Staatsdoping, die die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA im sogenannten McLaren-Report dokumentiert hat, lehnte das IOC allerdings einen generellen Ausschluss Russlands ab.

Die abschließende Einzelfallprüfung lag in den Händen der scheidenden Vorsitzenden der Athletenkommission, der ehemaligen deutschen Fechterin Claudia Bokel, sowie der beiden neuen IOC-Vizepräsidenten Ugur Erdener (Türkei/Chef der medizinischen Kommission) und Juan Antonio Samaranch jr. (Spanien).

Auch die Wackelkandidaten im Schwimmen, Wladimir Morosow und Nikita Lobinzew, wurden letztlich von der IOC-Dreier-Kommission durchgewunken. Der Schwimm-Weltverband FINA hatte beide zunächst gesperrt. Nachdem allerdings der CAS die Entscheidung revidiert hatte, gab auch das IOC grünes Licht.

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Einfacher war es da in anderen Sportarten. Dass alle elf russischen Judoka teilnehmen werden, dürfte Präsident Wladimir Putin, der selbst gern auf der Matte kämpft, besonders freuen. Im Boxen sind elf, im Schießen 18, im Bogenschießen drei und im Tennis acht Sportler dabei; auch das 17-köpfige Frauen-Handball-Team die insgesamt 20 Rhythmischen Sportgymnastinnen und Trampolinsportler sind dabei.

Golferin Maria Wertschenowa darf beim Olympia-Comeback ihrer Sportart nach 112 Jahren mitwirken. Gleiches gilt für die sechs russischen Segler, die drei Tischtennis- und vier Badminton-Spieler sowie die fünf Reiter.

Bestätigt wurde Weitspringerin Darja Klischina, die vom Weltverband als einzige Leichtathletin dem Komplett-Ausschluss entkam. Klischina lebt in Florida und wies hinreichend Dopingkontrollen nach.

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Bach verteidigte erneute die von der IOC-Spitze ergriffenen Maßnahmen im russischen Dopingskandal. „Ich habe ein reines Gewissen. Meine Richtschnur ist, dass ich den Athleten in die Augen schauen kann“, sagte er. Er habe inzwischen mit vielen Sportlern gesprochen und Zustimmung erhalten. „Es war eine schwierige Entscheidung. Und es gab gute Gründe für beide Seiten.“

Russlands Mannschaft nicht auszuschließen, brachte der IOC-Spitze um Bach zum Teil harsche Kritik ein, beispielsweise vom deutschen Diskus-Olympiasieger Robert Harting, der Bach die moralische Autorität abgesprochen hatte.

Aus der WADA kam auf Grundlage des Reports des unabhängigen Ermittlers und Juristen Richard McLaren die Empfehlung, Russlands Team komplett auszuschließen.

McLaren warf dem IOC vor, die Ergebnisse seines Berichts verfälscht zu haben. „Die Leute haben missverstanden, was in dem Report war, besonders das IOC und die internationalen Verbände“, sagte er der britischen Zeitung „Guardian“. Sein Bericht habe nicht zum Ziel gehabt, die Dopingvergehen einzelner Athleten nachzuweisen.

Von

dpa

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