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04.08.2016

14:55 Uhr

IOC und Onlinehandel

Wie die Olympia-Herren Verbraucher täuschen

VonFlorian Kolf

E-Commerce-Experten erheben schwere Vorwürfe gegen den Webshop des Olympischen Komitees: Er missachte grundlegende europäische Regelungen zum Verbraucherschutz. Worauf Kunden achten müssen.

Olympische Ringe an der Copacabana in Rio de Janeiro. dpa

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Olympische Ringe an der Copacabana in Rio de Janeiro.

Düsseldorf9,90 Schweizer Franken kostet die Einkaufstasche mit der Aufschrift: „Shopping is not a sport on the olympic programme“. Was das Olympische Komitee in seinem Webshop wohl witzig meint, hat einen wahren Kern. Denn wenn das IOC Einkaufen als olympische Disziplin betreiben würde, müsste es sich wohl selber disqualifizieren – wegen mangelnden Fairplays.

Das zumindest attestiert das Unternehmen Trusted Shops, das Gütesiegel für Webshops vergibt, dem IOC. Sie sehen „gravierende Mängel“ unter anderem bei Datenschutz, Verbraucherschutz  und Lieferbedingungen. Eine Überprüfung nach den Bedingungen, unter denen Trusted Shops Onlinehändler zertifiziert, habe ergeben, dass der Webshop des IOC 80 Prozent der Kriterien nicht erfüllt.

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Trusted Shops ist ein führender Aussteller von Gütesiegeln in Europa. Fast alle großen Webshops in Deutschland etwa haben sich von ihnen überprüfen lassen und tragen das Siegel des Unternehmens. Nach einer Studie des Beratungsunternehmens Elaboratum ist für deutsche Onlineshopper „Trusted Shops“ das mit Abstand wichtigste Gütesiegel – noch vor den Siegeln des TÜV.

„Wer sich mit seinem Shop an Verbraucher innerhalb der Europäischen Union wendet, der muss die gesetzlichen Regelungen der EU in seinem Shop einhalten – selbst wenn der Sitz des Shops nicht einmal in einem Mitgliedsstaat liegt“, erläutert Carsten Föhlisch, Rechtsexperte bei Trusted Shops. Das IOC selbst gibt sich angesichts der Vorwürfe sehr einsilbig. „Der Webshop des Olympischen Museums ist mit der Unterstützung von E-Commerce-Experten erstellt worden, auf deren Expertise wir voll vertrauen“, teilt das IOC mit. Auf die konkreten Kritikpunkte geht es inhaltlich auf Nachfrage nicht ein.

Dabei sind die Vorwürfe von Trusted Shops durchaus schwerwiegend. Beispiel Widerruf: In der EU dürfen Kunden einen Onlinekauf innerhalb von 14 Tagen widerrufen. Der IOC-Shop informiert darüber nach Angaben von Trusted Shops nur „sehr verkürzt und fehlerhaft“. Außerdem schränke er das Widerrufsrecht unerlaubt ein, so dürften beispielsweise Waren nur in Originalverpackung zurückgeschickt werden.

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