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26.07.2016

10:22 Uhr

Mängel werden behoben

„Noteinsatz“ im Olympischen Dorf

Per Kraftakt wird das wegen Mängeln harsch kritisierte Olympische Dorf in Rio de Janeiro auf Vordermann gebracht. Und besonders die Australier scheinen nach harten Attacken um Schadensbegrenzung bemüht zu sein.

Dank eines Sondereinsatzes von Handwerkern und Reinigungskräften haben sich die Mängel deutlich verringert. dpa

Das in der Kritik stehende Olympische Dorf in Rio

Dank eines Sondereinsatzes von Handwerkern und Reinigungskräften haben sich die Mängel deutlich verringert.

Rio de JaneiroDank eines Sondereinsatzes von über 500 Handwerkern und Reinigungskräften haben sich die Mängel im Olympischen Dorf in Rio de Janeiro deutlich verringert. Die Delegation Australiens, die einige Apartments als „unbewohnbar“ bezeichnet hatte, will am Mittwoch in die Hochhausanlage einziehen.

„Es sind in den vergangenen 24 Stunden enorme Fortschritte gemacht worden“, sagte Delegationschefin Kitty Chiller. Das 410 Sportler und rund 300 Delegationsmitglieder umfassende Team soll 15 Etagen belegen. Am Mittwoch ist eine Übergabe mit Bürgermeister Eduardo Paes geplant, der nach der harschen Kritik scherzhaft gemeint hatte, notfalls ein paar Kängurus zu besorgen, damit sich die Australier wohler fühlen. Diese hatten pikiert erwidert: „Wir brauchen keine Kängurus, wir brauchen Klempner“. Die Organisatoren versprachen, dass bis Donnerstag sämtliche der 31 Hochhauskomplexe bezugsfertig seien.

Das kostet Olympia in Rio

Gesamtkosten

Die Gesamtkosten der ersten Olympischen Spiele in Südamerika sollen gut 39 Milliarden Reais betragen - umgerechnet rund 9,8 Milliarden Euro.

Quelle: dpa

Das olympische Dorf

Davon sollen 60 Prozent vom privaten Sektor aufgebracht werden, zum Beispiel die Gelder für den Bau des Olympischen Dorfes.

Die Sportstätten

Sieben Milliarden Reais (1,75 Milliarden Euro) entfallen auf die Sportstätten.

Die Infrastruktur

Der Großteil der Olympia-Milliarden dürfte in die Infrastruktur fließen. Alleine die Metrolinie Richtung Olympiapark soll 10 Milliarden Reais (2,5 Milliarden Euro) kosten.

Die Kalkulation

Als Rio sich um die Spiele bewarb, wurde mit Kosten von nur 28,8 Milliarden Reais (7,2 Milliarden Euro) gerechnet. So teuer war am Ende in etwa die Fußball-Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien.

Vergleich zu London

Die Veranstaltung in Rio soll aber weit billiger werden als die Spiele 2012 in London. Die Kosten für die Olympia-Austragung in der britischen Hauptstadt wurden mit etwa 12 bis 14 Milliarden Euro beziffert.

„Und zwar zu 100 Prozent fertig“, betonte Rodrigo Tostes vom Organisationskomitee Rio 2016 nach Angaben des Portals „O Globo“. Bereits jetzt seien 21 Hochhaustürme bereit für die Athleten.

Chiller war mit Blick auf ihre harsche Kritik an Missständen wie verstopften Toiletten, defekten Wasserleitungen und verschmutzten Wohnungen um Entspannung bemüht: „Die Beschwerden waren nicht gegen Brasilien gerichtet, nicht gegen Rio oder die Menschen in Rio“. Sie hatte am Wochenende noch von erbärmlichen Zuständen gesprochen.

Die neu gebaute Anlage war am Sonntag offiziell eröffnet worden - am 5. August starten die ersten Olympischen Spiele in Südamerika. Aber bei der Übergabe lag in mehreren Blöcken noch einiges im Argen. Das Organisationskomitee von Rio 2016 räumte die Probleme ein und kündigte einen 24-Stunden-Einsatz von hunderten Handwerkern und Reinigungskräften an. In der Spitze werden hier bis zu 18.000 Leute wohnen. Nach den Spielen sollen die Apartments verkauft werden.

Auch die Argentinier beklagten schwere Mängel. Drei der fünf für die Delegation vorgesehenen Etagen seien bisher nicht bewohnbar, erklärte der Chef des Nationalen Olympischen Komitees (NOK), Gerardo Werthein. Man werde daher zusätzliche Wohnungen in der Umgebung mieten, in denen die technischen Begleiter untergebracht werden sollen, um den Sportlern die bewohnbaren Plätze im Olympia-Dorf zu überlassen.

Von

dpa

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