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04.08.2016

18:32 Uhr

Olympia

„Lateinamerika ist eine heile Welt“

VonAlexander Busch

Reinhold Festge, Präsident des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau VDMA, spricht im Interview über die Zukunft Brasiliens und spannende Branchen für das Land. Der Südamerikakenner sieht Ähnlichkeiten zu Europa.

„Brasilien war immer volatil. Natürlich müssen sie ihre Hausaufgaben jetzt machen.“ dpa

Rio 2016

„Brasilien war immer volatil. Natürlich müssen sie ihre Hausaufgaben jetzt machen.“

Reinhold Festge, Präsident des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau VDMA, kennt Brasilien seit 50 Jahren. Er hat dort die Tochter des Maschinenbauers Haver & Oecker aufgebaut und spricht fließend Portugiesisch. Festge spricht im Interview über Investitionen in Brasilien und die Zukunft des Landes.

Würden Sie mittelständischen Unternehmen jetzt raten in Brasilien zu investieren?

Reinhold Festge, Präsident des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau VDMA, über die Zukunft Brasiliens. dpa

Reinhold Festge

Reinhold Festge, Präsident des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau VDMA, über die Zukunft Brasiliens.

Ja, denn ich bin fest davon überzeugt, dass Brasilien spätestens 2018 wieder kräftig wächst. Aber die meisten unserer Mitgliedsfirmen sind schon seit 40-50 Jahren in Brasilien. Man muss niemanden mehr davon überzeugen, nach Brasilien zu kommen.

Ist Asien heute nicht attraktiver für den Maschinenbau?
Dort ist das Geschäft schwieriger. Sie müssen erst Sprache und Kultur kennenlernen, bevor Sie dort Fuß fassen können. Brasilien ist für uns kulturell näher.

Die Firmen leiden aber unter der fast dreijährigen Rezession in Brasilien?

Es herrscht keine Katastrophenstimmung. Die haben gelernt mit den Krisen umzugehen. Brasilien war immer volatil. Natürlich müssen sie ihre Hausaufgaben jetzt machen.

Welche?

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Der Olympia-Gastgeber steckt in einer tiefen politischen und wirtschaftlichen Krise. Doch es gibt neue Hoffnung am Zuckerhut – und Investoren wetten bereits auf den nächsten Boom. Auch deutsche Firmen zeigen Zuversicht.

In der Krise wird deutlich, dass Brasilien alleine als Markt zu klein ist. Das ist wie in Deutschland. Die Unternehmen müssen Brasilien als Exportplattform für ganz Lateinamerika nutzen, wie wir die EU. Den Ländern der Pazifik-Allianz geht es wirtschaftlich gut. Auch Zentralamerika hat 50 Millionen Konsumenten. Und Argentinien erholt sich. Da muss man jetzt schnell reagieren. Lateinamerika ist doch heute eine vergleichsweise heile Welt.

Welche Branchen sind in Brasilen spannend?

Alles, was mit Energie zu tun hat, Nahrungsmittelverarbeitung und Bergbau. Da entwickeln unsere Mitgliedsunternehmen ganz spezielle Produkte, für die es in Deutschland keinen Markt gibt. Gerade bei der Rohstoffverarbeitung haben wir inzwischen eigene Expertise in Brasilien und die Chance, uns weltweit eine Position in der Branche zu erarbeiten.

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