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25.07.2012

23:48 Uhr

Olympisches Fußballturnier

Koreanischer Flaggen-Eklat zum Auftakt

Quelle:SID

Die Fußballfrauen haben am Mittwoch die Olympischen Wettkämpfe eröffnet. Während die Favoriten ihre Spiele gewannen, startete Nordkorea mit einer Stunde Verspätung - wegen eines peinlichen Fehlers der Organisatoren.

Ein nordkoreanischer Offizieller beschwert sich bei den Organisatoren. dapd

Ein nordkoreanischer Offizieller beschwert sich bei den Organisatoren.

CardiffEin Flaggen-Fauxpas hat den zunächst gelungenen Auftakt des olympischen Fußball-Turniers getrübt. Nur wenige Stunden nach dem umjubelten 1:0 (0:0) der britischen Gastgeberinnen gegen Neuseeland unterlief den Organisatoren vor dem Spiel zwischen Nordkorea und Kolumbien ein folgenreicher Fehler. Bei der Vorstellung einer nordkoreanischen Spielerin auf der Anzeigetafel im Glasgower Hampden Park war das Porträt zusammen mit der Flagge des verfeindeten Bruderstaates Südkorea eingeblendet worden. Das Spiel wurde daraufhin um mehr als eine Stunde verschoben.

Erst um 20.50 Uhr Ortszeit wurde die Begegnung angepfiffen, nachdem die nordkoreanischen Spielerinnen zum ursprünglichen Anstoß (19.45 Uhr) nicht aus der Kabine gekommen waren. Die Olympia-Organisatoren kündigten eine offizielle Entschuldigung bei den Asiatinnen an. "Das war ein klarer Fehler. Wir werden alles unternehmen, damit das nicht noch einmal passiert und uns entschuldigen", hieß es in einer Mitteilung. Zumindest auf dem Platz hatte Nordkorea Grund zur Freude und gewann souverän 2:0 (1:0).

Zuvor hatte die britische Auswahl mit ihrem Sieg in London schon zwei Tage vor der Eröffnungsfeier für einen gelungenen Auftakt der Olympischen Spiele gesorgt. Während in der englischen Metropole noch die letzten Vorbereitungen für das Spektakel am Freitagabend liefen, gewann die britische Auswahl zum Auftakt in der Gruppe E gegen Neuseeland mit 1:0 (0:0). Den umjubelten Siegtreffer erzielte Stephanie Houghton (64.) per Freistoß.

Verschwommen, aber zu erkennen: Ein Handy-Foto vom Flaggen-Fauxpas. dapd

Verschwommen, aber zu erkennen: Ein Handy-Foto vom Flaggen-Fauxpas.

Die Tabellenführung übernahm Mitfavorit Brasilien dank eines überzeugenden 5:0 (2:0) gegen Kamerun. Frühe Treffer von Francielle (7.) und Renata Costa (10.) brachten die Südamerikanerinnen auf die Siegerstraße. Danach hatte die Mannschaft das Spiel im Griff, musste aber bis zur 73. Minute warten, ehe die fünfmalige Weltfußballerin Marta mit einem verwandelten Strafstoß für die Entscheidung sorgte. Cristiane (80.) und erneut Marta (88.) stellten den Kantersieg sicher. Für Cristiane war es der elfte Treffer bei Olmypia, damit verdrängte sie die deutsche Rekordnationalspielerin Birgit Prinz (10) in der ewigen Rangliste auf Platz zwei.

Die beiden Top-Favoriten auf Gold hatte sich zuvor deutlich schwerer getan. In der Gruppe G bezwangen die USA, die den dritten Gold-Triumph in Folge anpeilen, Frankreich dank einer beeindruckenden Aufholjagd nach 0:2-Rückstand mit 4:2 (2:2). Weltmeister Japan setzte sich zeitgleich in der Gruppe F gegen Kanada mit 2:1 (2:0) durch und musste die Tabellenführung Schweden überlassen, das gegen Südafrika locker mit 4:1 (3:0) gewann.

Erfolgreichste Olympioniken (international)

Platz 1

Schon vor seiner dritten Olympia-Teilnahme unsterblich gemacht hat sich US-Schwimmer Michael Phelps. 2004 und 2008 schwamm er bereits zu unfassbaren 14 Gold- und drei Bronzemedaillen.

Platz 2

Larissa Latynina gewann zwischen 1956 und 1964 18 Medaillen. Neun Mal Gold, fünf Mal Silber und vier Mal Bronze holte die Turnerin für die Sowjetunion.

Platz 3

Der finnische Langstreckenläufer Paavo Nurmi holte von 1920 bis 1928 Leichtathletik neun Goldmedaillen sowie drei Mal Silber.

Platz 4

Schwimmlegende Mark Spitz aus den USA holte 1968 und 1972 neun Mal Gold sowie je ein Mal Silber und Bronze.

Platz 5

Eine Bronzemedaille weniger gewann der US-Leichtathlet Carl Lewis. Von 1984 bis 1996 sammelte er neun Goldmedaillen und eine Silbermedaille.

Die Gastgeberinnen übernahmen bei ihrer ersten Olympia-Teilnahme im Millenium Stadium in der walisischen Hauptstadt Cardiff nach anfänglicher Nervosität das Kommando. Nur der Pfosten verhinderte den Führungstreffer für das Team von Nationaltrainerin Hope Powell durch Anita Asante (34.). Houghtons direkter Freistoß erlöste im zweiten Durchgang die Britinnen, deren weitere Gruppengegner Brasilien und Kamerun am Mittwochabend (18.45/19.45 Uhr) aufeinandertrafen.

Die deutschen Fußball-Frauen hatten die Olympia-Qualifikation durch das Viertelfinal-Aus bei der Heim-WM im vergangenen Sommer gegen Japan verpasst. Die jeweils Tabellenersten und -zweiten der drei Vorrundengruppen sowie die beiden besten Drittplatzierten lösen beim olympischen Frauen-Turnier das Ticket für das Viertelfinale.

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