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08.02.2014

19:22 Uhr

Rodel-Überflieger

Felix Loch auf Gold-Kurs

Gold-Hoffnung Felix Loch wird seiner Favoritenrolle gerecht: Mit einem fulminanten zweiten Lauf setzt sich der Berchtesgadener klar an die Spitze des Wettbewerbs. Doch nicht alle deutschen Rodler haben so viel Erfolg.

Volle Konzentration und volle Kraft voraus: Felix Loch weckt deutsche Medaillenträume. Reuters

Volle Konzentration und volle Kraft voraus: Felix Loch weckt deutsche Medaillenträume.

Krasnaja PoljanaNach leichten Anlaufschwierigkeiten hat Rodel-Olympiasieger Felix Loch bei den Winterspielen in Sotschi Kurs auf seinen zweiten Gold-Triumph genommen. Der 24-Jährige verdrängte am Samstag mit einem fulminanten zweiten Lauf in der Olympia-Eisrinne von Krasnaja Poljana den führenden Russen Albert Demtschenko auf den zweiten Platz. Bei knapp drei Zehntelsekunden Vorsprung darf Loch nun am Sonntag auf seinen zweiten Coup bei Winterspielen hoffen. „Es heißt, noch zwei Mal sauber runterfahren“, gab der Berchtesgadener die weitere Gold-Marschroute aus.

Den dritten Platz erreichte der zweimalige Olympiasieger Armin Zöggeler. Der Italiener fährt mit bereits deutlichem Rückstand seiner sechsten Medaille bei Winterspielen entgegen. Andi Langenhan verbesserte sich im zweiten Durchgang und hat als Vierter zumindest noch Chancen auf Bronze. Dagegen liegt David Möller auf Platz 14 weit abgeschlagen zurück.

Mit gelöstem Gesichtsausdruck winkte Loch als Führender in die TV-Kameras und zeigte den erhobenen linken Daumen. „Im ersten Lauf waren ein paar Kleinigkeiten drin, die nicht optimal waren. Der zweite Lauf war dann richtig okay“, analysierte der viermalige Weltmeister, der sich aber noch nicht in Sicherheit wähnte: „Allerdings hatte Albert auch einen richtigen Bock.“ In der Pause hatte sich der bekennende FC-Bayern-Fan über den Zwischenstand der Münchner im Bundesliga-Derby beim 1. FC Nürnberg informieren lassen.

Vor vier Jahren bei seinem Gold-Coup von Vancouver hatte Loch die gesamte Konkurrenz im ersten Durchgang mit einem fulminanten Bahnrekord geschockt. Im Flutlicht-Rennen im Sanki Sliding Center lief es zunächst aber nicht ganz nach Plan. Der viermalige Weltmeister leistete sich in Lauf eins mehrere kleine Fehler und musste sich erst einmal mit 15 Tausendstelsekunden Rückstand hinter dem 42 Jahre alten Russen einreihen. Lochs Mentor Georg Hackl quittierte den überraschenden Zwischenstand mit einem alles andere als glücklichen Gesichtsausdruck.

Das deutsche Team in Daten

7. Februar 2014

Eröffnungsfeier in Sotschi - und gleichzeitig der Geburtstag des Ski-Freestylers Thomas Fischer.

152

Zahl der deutschen Starter, davon 77 Frauen und 75 Männer.

31. Dezember 1998

Geburtstag der jüngsten deutschen Olympia-Teilnehmerin Gianina Ernst (Skispringen).

10. April 1964

Geburtstag des ältesten deutschen Olympioniken John „Johnny“ Jahr (Curling) - mit 48 Jahren ist er Olympia-Debütant.

1,52 Meter

Körpergröße von Eiskunstlauf-Hoffnung Aljona Savchenko. Sie ist damit die kleinste deutsche Olympionikin.

1,98 Meter

Körpergröße der Bob-Anschieber Marko Hübenbecker und Jannis Bäcker.

43 Kilogramm

Gewicht der leichtesten deutschen Athletin, Shorttrack-Starterin Anna Seidel.

116 Kilogramm

Bob-Anschieber Hübenbecker ist nicht nur der größte, sondern auch der schwerste deutsche Olympia-Starter.

Doch in Durchgang zwei durfte der dreimalige Olympiasieger, der inzwischen Loch und Co. als Trainer zur Seite steht, entspannter dreinschauen. Sein Schützling setzte sich mit Bahnrekord im Zwischenklassement vor den Olympia-Zweiten Demtschenko. Allerdings hat auch der russische Altmeister trotz Rutscher im zweiten Lauf bei seinen Heimspielen noch Chancen auf sein erstes Olympia-Gold. „Wir haben ja gesehen, was passieren kann auf dieser Bahn. Wir müssen aufpassen, bis der Schlitten im vierten Lauf im Ziel ist“, mahnte Sportdirektor Thomas Schwab vom Bob- und Schlittenverband für Deutschland (BSD).

Tempo-Freak Langenhan nahm im zweiten Durchgang wie erhofft Fahrt auf. „Wir wurden etwas überrascht von den Eisverhältnissen. Das Eis war weicher als erwartet“, erklärte er im Rückblick auf den ersten Lauf. Mit knapp drei Zehntelsekunden Rückstand auf Zöggeler kann sich Langenhan noch Hoffnungen auf den dritten Platz machen: „Der ist noch in greifbarer Nähe.“

Dagegen ist für Möller der Traum von der zweiten Olympia-Medaille nach Silber 2010 bereits am ersten Tag geplatzt. Der Thüringer leistete sich wie schon im Training in der Bahn mehrere Fehler und lag aussichtslos zurück. „Ich hätte mir gewünscht, ernsthafter in den Medaillenkampf eingreifen zu können. Jetzt hilft nur noch ein Bierchen über Nacht“, sagte Möller nach seinem „verkorksten Rennen“.

Von

dpa

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