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22.06.2011

15:44 Uhr

Schauspiel im Fußball

Männer sind die wahren „Drama Queens “

Der „sterbende Schwan“ ist im Fußball Männersache: Herren zelebrieren nicht nur den Torjubel ausführlicher als Frauen, sie wälzen sich nach Fouls auch deutlich länger am Boden. Hinter dem Drama steckt sogar System.

Wie schwer war das Foul wirklich? Männer bleiben nach dem Pfiff länger liegen als Frauen. Quelle: dpa

Wie schwer war das Foul wirklich? Männer bleiben nach dem Pfiff länger liegen als Frauen.

MünchenMänner sind größere Schauspieler als Frauen - zumindest wenn es ums Fußballspielen geht. Sie bleiben nach dem Hinfallen länger liegen, jubeln ausführlicher nach einem Tor und brauchen selbst für das Auswechseln von Spielern mehr Zeit. Das haben Wissenschaftler der Technischen Universität München anhand von 56 Spielen herausgefunden. „Generell können die Unterschiede so interpretiert werden, dass bei den Männern der Gedanke der Inszenierung viel stärker ausgeprägt ist als bei den Frauen“, sagte Sportwissenschaftler Martin Lames nach einer Mitteilung vom Mittwoch.

„Der Grund dafür könnte sein, dass die Spiele der Männer generell vor mehr Zuschauern und mit höherer medialer Aufmerksamkeit ausgetragen werden“, sagte Lames. Zudem setzten Männer die Unterbrechungen im Gegensatz zu Frauen auch als taktisches Mittel ein, etwa wenn sie in Führung lägen.

Die Sportwissenschaftler hatten bei den Fußballspielen Parameter wie Ort, Zeit und Dauer der Spielunterbrechung untersucht. Demnach ist der Torjubel mit fast einer Minute bei Männern etwa doppelt so lang wie bei Frauen. Männer bleiben nach Verletzungen rund 30 Sekunden länger liegen. Auch für das Auswechseln brauchen sie zehn Sekunden mehr Zeit. Ein Spiel bei Frauen wird zwar öfters unterbrochen, meistens aber schneller fortgesetzt. Die Gesamtzeit der Pausen bleibt somit nach Forscherangaben gleich.

Durchschnittlich 38 Prozent der untersuchten Fußballspiele beider Geschlechter bestanden aus Unterbrechungen - bei manchen seien es sogar 53 Prozent gewesen. Die Sportwissenschaftler wollten mit ihrer Analyse eigentlich die Struktur von Fußballspielen erforschen - der Vergleich der Unterbrechungen beim Frauen- und Männerfußball entstand zufällig.

Von

dpa

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