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03.07.2014

12:12 Uhr

Skurriles Produkt

Beißender Suarez als Flaschenöffner

In spöttischen Fotomontagen war Uruguays Stürmer Luis Suárez bereits als Flaschenöffner zu sehen. Nun ist Fantasie Wirklichkeit geworden: Fans können sich ihr Bier mit einer Miniaturversion des WM-Sünders aufmachen.

Uruguays Stürmer Luis Suárez gibt es jetzt als Flaschenöffner. Screenshot

Uruguays Stürmer Luis Suárez gibt es jetzt als Flaschenöffner.

Eigentlich war es nur eine Frage der Zeit, bis ein Unternehmen einen Suarez-Flaschenöffner auf den Markt werfen würde. Schon jetzt ist die Beißattacke des uruguayischen Stürmers im letzten Gruppenspiel gegen den italienischen Verteidiger Giorgio Chiellini Kult. Unzählige Memes machten nach der Partie im Internet die Runde und zeigten Suarez wahlweise als blutrünstigen Zombie, Ork oder Vampir.

Nun können sich Suarez-Fans für rund sechs britische Pfund jedes Mal an die Szene zurückerinnern, wenn sie sich eine neue Flasche aufmachen.

Die Entschuldigung von Luis Suárez nach seiner Beißattacke an Giorgio Chiellini hat vorerst keinen Einfluss auf die angekündigte Berufung gegen die Sperre für Uruguays Nationalstürmer. „Wir haben natürlich die Entschuldigung zur Kenntnis genommen, es war ja eine öffentliche Entschuldigung. Aber wir können diesen Vorgang nicht kommentieren“, sagte FIFA-Sprecherin Delia Fischer am Dienstag in Rio de Janeiro. Bislang sei noch keine Berufung erfolgt.

Sechs Tage nach seiner Attacke hatte sich Uruguays gesperrter Fußball-Nationalspieler bei Chiellini für die Folgen des Bisses beim WM-Spiel gegen Italien entschuldigt. Zudem versprach der Stürmer, dass derartige Ereignisse nicht wieder vorkommen, vermied aber das Geständnis eines absichtlichen Angriffs. „Ich bedauere zutiefst, was passiert ist“, schrieb Suárez am Montag. „Ich entschuldige mich bei Giorgio Chiellini und der ganzen Fußball-Familie. Ich schwöre der Öffentlichkeit, dass es nie wieder einen weiteren solchen Vorfall geben wird.“

Fußball: Die Skandale des Luis Suárez

Der Fußballer

Luis Alberto „Lucho“ Suárez Díaz ist ein Fußballspieler aus Uruguay. Bekannt wurde er nicht nur durch seine zahlreichen Tore, sondern auch durch etliche skandalöse Aktionen auf und neben dem Platz.

Spitzname

Er trägt den Spitznamen El Pistolero. Das bedeutet: der Pistolenschütze. Der Grund sind seine Handbewegungen beim Torjubel.

2. Juli 2010

Im WM-Viertelfinale gegen Ghana wehrt Suarez in der letzten Minute der Nachspielzeit einen Schuss auf der Linie mit der Hand ab. Ghana vergibt den folgenden Elfmeter - Uruguay gewinnt im Elfmeterschießen. Suarez wird gesperrt und erklärt lapidar: „Das war die beste Parade des Turniers.“

20. November 2010

Als Stürmer von Ajax Amsterdam beißt Suarez seinen Gegenspieler Otman Bakkal von der PSV Eindhoven. Er wird für sieben Spiele gesperrt.

15. Oktober 2011

Suárez beleidigt den dunkelhäutigen Patrice Evra von Manchester United rassistisch. Acht Spiele wird der Uruguayer aus dem Verkehr gezogen.

11. Februar 2012

Suarez verweigert im Spiel des FC Liverpool gegen Manchester United den Handschlag mit Evra.

21. April 2013

Als Profi des FC Liverpool beißt Suarez Branislav Ivanovic vom FC Chelsea. Der Angreifer wird für zehn Spiele gesperrt.

2014

Erneute Beißattacke von Suarez im WM-Vorrundenspiel gegen Italien gegen Abwehrspieler Giorgio Chiellini (79.). Der Schiedsrichter hat die Szene indes nicht gesehen, es kommt zu keiner Bestrafung auf dem Feld. Chiellini sagt: „Er hat mich gebissen, das ist klar.“ Er verweist auf die deutlichen Bissspuren auf seiner Schulter.

Neuer Verein

Seit Juli 2014 steht der Stürmer beim spanischen Verein FC Barcelona in der Primera Division unter Vertrag. Er wechselte vom FC Liverpool für 81 Millionen Euro Ablöse. Damit gehört er zu den fünf höchsten Transfers in der Fußballgeschichte.

In seiner Verteidigung vor der FIFA-Disziplinarkommission hatte der Angreifer des FC Liverpool noch betont, dass es „in keinster Weise wie beschrieben passierte, als Biss oder Absicht, zu beißen.“ Er habe vielmehr die Kontrolle verloren und sei auf Chiellini „gefallen“. Der uruguayische Verband hatte fristgerecht angekündigt, Einspruch gegen das Urteil des Weltverbands einzulegen. Wiederholungstäter Suárez war wegen seiner dritten geahndeten Beißattacke für neun Pflicht-Länderspiele gesperrt und vier Monate lang von allen Fußball-Aktivitäten ausgeschlossen worden.

Aufgrund des zu erwartenden sport-rechtlichen Nachspiels vermied der 27-Jährige in seiner öffentlichen Stellungnahme auf Twitter und seiner eigenen Internetseite das Eingeständnis eines Vorsatzes. „Unabhängig von den negativen Konsequenzen und den widersprüchlichen Aussagen, die die vergangenen Tage aufgetaucht sind, die alle keinen Einfluss auf die gute Leistung meiner Nationalmannschaft haben sollten, ist die Wahrheit, dass mein Kollege Giorgio Chiellini das physische Ergebnis eines Bisses in der Kollision mit mir davongetragen hat.“

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