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22.02.2014

13:11 Uhr

Snowboard bei Olympia

Mit diesen Medaillen hat niemand gerechnet

Die Snowboarder polieren am olympischen Final-Wochenende die deutsche Medaillenbilanz auf. Anke Karstens gewinnt Silber im Parallel-Slalom. Amelie Kober rundet das starke Ergebnis mit Bronze ab – trotz einer Verletzung.

Anke Karstens strahlt: Die Deutsche gewinnt Silber Reuters

Anke Karstens strahlt: Die Deutsche gewinnt Silber

Krasnaja PoljanaSlalom-Silber für Anke Karstens, Bronze für Amelie Kober: Die deutschen Snowboarderinnen haben am Final-Wochenende der Olympischen Winterspiele von Sotschi groß abgeräumt. Die Bischofswiesenerin Karstens unterlag erst im Finale des Parallel-Slaloms am Samstag der österreichischen WM-Zweiten Julia Dujmovits, Kober holte gegen die Italienerin Corinna Boccacini Olympia-Bronze. Die Miesbacherin war durch eine schmerzhafte Verletzung am Ellenbogen gehandicapt.

Karsten weinte im Ziel: „Ich hatte Tränen in den Augen. Ich war so überwältigt, weil ich mir den Traum erfüllen konnte. Man arbeitet so lange und hart dafür. Es ist Wahnsinn, ich freue mich so unglaublich.“ Arm in Arm feierte sie mit Kober im Zielraum. Ihre durch eine schmerzhafte Verletzung am Ellenbogen gehandicapte Teamkollegin war über sich hinausgewachsen und hatte im kleinen Finale die Italienerin Corinna Boccacini locker abgehängt. „Ich kann noch gar nicht realisieren, was ich hier geschafft habe. Die Starts waren sehr schmerzhaft. Manchmal dachte ich mir, was machst du hier eigentlich“, berichtete die zweimalige WM-Dritte des Vorjahres.

Karstens hatte erst im letzten Moment die Olympia-Qualifikation geschafft. „Es zeigt schon was man für ein Mensch ist, ob man sich aufrafft und kämpft oder ob man aufgibt“, hatte sie vor Sotschi gesagt. Trotz zweier Weltcupsiege und insgesamt sechs Podestplätzen war die Olympia-Fünfte im Riesenslalom von Vancouver 2010 eigentlich als vermeintlich Schwächste des deutschen Damen-Quartetts eingeschätzt worden.

Isabella Laböck, die das WM-Finale im Riesenslalom gegen Dujmovits gewonnen hatte, und Selina Jörg waren bereits im Achtelfinale gescheitert. „Ich war so gut drauf“, erklärte Laböck unter Tränen. Jörg unterlag im deutschen Achtelfinale Karstens nur um zwei Hundertstelsekunden. „Der Frust sitzt tief, das ist ganz bitter“, sagte sie.

Mit dem starken Auftritt rehabilitierte sich das deutsche Raceboard-Team für das schwache Abschneiden im Parallel-Riesenslalom am Mittwoch und holte nun fast doch noch die drei angestrebten Medaillen der Snowboarder.

Bronze im Parallelslalom: Amelie Kober. Reuters

Bronze im Parallelslalom: Amelie Kober.

Patrick Bussler verpasste das Halbfinale hingegen nur knapp. Der 29-jährige Aschheimer blieb nur 0,15 Sekunden hinter dem viermaligen Weltmeister Benjamin Karl aus Österreich. Bussler hatte bereits als Olympia-Vierter im Riesenslalom überzeugt. Stefan Baumeister aus Aising-Pang war im Achtelfinale gescheitert.

Der Russe Vic Wild fuhr zu seinem zweiten Olympiasieg von Sotschi. Der gebürtige Amerikaner setzte sich gegen den Slowenen Zan Kosir durch. Wild hatte bereits Gold im Parallel-Riesenslalom gewonnen. Bronze ging an den Österreicher Karl.

Von

dpa

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