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11.02.2014

20:49 Uhr

Snowboard-Halfpipe

Superstar White verpasst Medaille

Dicke Überraschung im olympischen Snowboard-Wettbewerb: Der haushohe Favorit Shaun White aus den USA ging in der Halfpipe leer aus. Gold holte der Schweizer Weltmeister Iouri Podladtchikov.

Sturz im ersten Durchgang: Superstar Shaun White verpasste eine Medaille. Reuters

Sturz im ersten Durchgang: Superstar Shaun White verpasste eine Medaille.

Krasnaja PoljanaAnerkennend nickte Shaun White dem neuen Snowboard-King Iouri „I-Pod“ Podladtchikov zu und umarmte seinen ärgsten Widersacher. Mit einem Traumlauf und seinem eigens kreierten „Yolo“-Sprung entthronte der Schweizer Weltmeister den US-Superstar, verhinderte dessen Halfpipe-Hattrick und verwies White am Dienstagabend auf den enttäuschenden vierten Rang. „Es ist heiß, cool und verflucht nochmal meins“, sagte Podladtchikov in Anlehnung an das Sotschi-Motto „Heiß, cool, deins“.

Im Extreme Park von Krasnaja Poljana blieben die Amerikaner damit erstmals ohne Medaille in ihrer Paradedisziplin. „Heute war es einfach nicht meine Zeit“, sagte White. „Ich bin enttäuscht. Ich hasse die Tatsache, dass ich es im Wettkampf versemmelt habe. Aber das passiert.“

Mit 94,75 Punkten erreichte Podladtchikov zwar nicht den Qualifikationswert von White - doch die Snowboard-Ikone patzte im ersten Lauf und zeigte auch im zweiten Durchgang ungewohnte Unsicherheiten. Nach den Halfpipe-Siegen von 2006 und 2010 und seinem Verzicht im Slopestyle bei den Spielen von Sotschi errang der 27-Jährige erstmals bei Olympia kein Edelmetall. Zwei Punkte fehlten ihm auf den drittplatzierten Japaner Taku Hiraoka, Silber sicherte sich dessen erst 15 Jahre alter Teamkollege Ayumu Hirano.

Nach dem sehr stylischen zweiten Lauf schnallte der 25 Jahre alte Podladtchikov sein Board ab, sank auf die Knie und warf sein Sportgerät in den Schnee. Selbst das Rutschkommando bejubelte den Schweizer und umarmte ihn stürmisch. In Durchgang eins war er noch Dritter und schob sich im Finale nervenstark nach vorne. Als erster Snowboarder der Welt hatte Podladtchikov schon vor Olympia seinen Paradesprung, einen Cab Double Cork 1440 (zwei Salti mit vier Schrauben), gestanden und damit White weiter angetrieben. „Yolo“ bedeutet in der Jugendsprache „You only live once“ - „Du lebst nur einmal“.

Dem US-Superstar missglückte in einem mit Höchstschwierigkeiten gespickten ersten Run einmal die Landung, wenig später knallte er mit dem Brett auf die Halfpipe-Kante. Dennoch zeigte er sich zuversichtlich und reckte den linken Daumen in die Höhe. Doch auch im Finale reichte seine Leistung nach zwei Wacklern nicht.

In der Qualifikation des Spektakels hatte White, das Gesicht unterhalb seiner Brille durch ein amerikanisches Banner bedeckt, mit 95,75 Punkte von 100 möglichen Punkten noch groß aufgetrumpft. „Ich fühle mich großartig“, bekundete er nach seiner ersten Showeinlage.

Zuvor war für den 18-jährigen Johannes Höpfl der Wettkampf bereits beendet gewesen, er schlug sich als 22. achtbar. „Ich bin noch jung, in vier Jahren schaut es dann anders aus“, sagte der jüngste deutsche Freestyle-Snowboarder bei Olympia. Die deutschen Medaillenchancen kommen in Sotschi erst noch. Drei Plaketten, was bei der WM 2013 glückte, sind das Ziel des Verbandes in Russland.

Von

dpa

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