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09.06.2014

15:20 Uhr

São Paulo

Gewalt zwischen Polizei und Demonstranten eskaliert

In drei Tagen soll das WM-Eröffnungsspiel in São Paulo stattfinden – doch die Stadt ist noch nicht bereit: Ein U-Bahn-Streik droht die Millionenmetropole lahmzulegen. Die Lage spitzt sich besorgniserregend zu.

Sicherheitskräfte räumten am Montag eine U-Bahnstation und gingen gegen die Streikenden vor. AFP

Sicherheitskräfte räumten am Montag eine U-Bahnstation und gingen gegen die Streikenden vor.

São PauloIn der WM-Eröffnungsstadt São Paulo sind Polizei-Spezialeinheiten mit Tränengas und Gummigeschossen gegen streikende U-Bahnfahrer und Demonstranten vorgegangen. Die Sicherheitskräfte räumten am Montag die U-Bahnstation Ana Rosa. Eine Gruppe von rund 100 Demonstranten unterstützte die Streikenden. Sie blockierten zeitweise eine mehrspurige Straße und setzten Müll auf der Fahrbahn in Brand. Es gab nach örtlichen Medienberichten etwa ein Dutzend Festnahmen. Nur 31 der 65 Metro-Stationen der Stadt waren am Montagvormittag (Ortszeit) offen.

Die Gewerkschaft der U-Bahnangestellten stimmte am Sonntag in einer Vollversammlung für die Fortsetzung des Ausstands, wie eine Sprecherin erklärte. Damit setzten sich die Streikenden über ein Gericht hinweg, das nur wenige Stunden zuvor den Arbeitskampf für illegal erklärte.

Das für die Region zuständige Arbeitsgericht drohte der Gewerkschaft mit einer Strafzahlung von 100.000 Réais (rund 30.00 Euro) täglich, sollte der Ausstand nicht beendet werden. Dennoch stimmten die Gewerkschafter für einen Fortgang ihres Ausstands. Nun müsse über die weiteren Etappen entschieden werden, erklärte die Sprecherin weiter.

Zuvor hatte Gewerkschaftschef Altino Melo dos Prazeres dafür geworben, dass die Arbeiter die Gelegenheit der WM und später anstehender Wahlen nutzen sollten, um Druck auszuüben. „Die Regierung muss verhandeln“, erklärte er laut der Nachrichtenwebsite „G1“. Für Montag kündigte die Gewerkschaft eine neue Kundgebung an.

Korruptionsfälle im Sport der vergangenen drei Jahre

Amerika

Fünf Skandale sorgten auf dem amerikanischen Kontinent in den vergangenen drei Jahren für einen Vertrauensverlust in den Sport. In Kanada sollen zahlreiche Fußballspiele manipuliert worden sein. In den USA geriet ein Nationalspiel ins Visier der Fahnder und in Honduras und Brasilien sorgten Prozesse gegen ganze Mannschaften und Vereine für Schlagzeilen.

Afrika

Auf dem afrikanischen Kontinent bildet Nigeria den Mittelpunkt der Korruptionsaffären. In den westafrikanischen Land sollen Fußball- und Basketballspiele manipuliert worden sein. In Südafrika wurde das Ergebnis eines Cricket-Matches nachweislich erkauft.

Australien & Ozeanien

In Australien wurden zwei englische Profifußballspieler lebenslang von jeglichen FIFA-Spielen ausgeschlossen, weil sie in der australischen Fußballliga Spiele für die globale Wettmafia manipuliert hatten.

Asien

Asien landet mit 17 aufgedeckten Sport-Korruptionsfällen auf dem zweiten Platz der traurigen Rangliste. Cricket scheint besonders in Asien anfällig für manipulationsversuche zu sein. In Indien und Bangladesch flogen solche Fälle am häufigsten auf.

Europa

Europa führt die Liste der globalen Korruptionsfälle im Sport an. Italien und Belgien scheinen die Zentren der Fußballmanipulationsvorfälle zu sein.

Am Freitag hatten sich am zweiten Streiktag bereits Rekordstaus mit einer Länge von bis zu 250 Kilometern gebildet. Zahlreiche defekte Ampeln und strömender Regen verschärften die Situation auf den Straßen zusätzlich.

Die Streikenden hatten zuletzt angebotene Lohnerhöhungen von 8,7 Prozent abgelehnt. Sie wollen mindestens 12,2 Prozent, ursprünglich hatten die Beschäftigten wegen der galoppierenden Inflation sogar ein Plus von 16,5 Prozent durchsetzen wollen.

Der Wirtschaftsmetropole São Paulo mit ihren 20 Millionen Einwohnern droht kurz vor dem Anpfiff des Auftaktspiels zur Fußball-WM am Donnerstag damit ein anhaltendes Verkehrschaos. Auf die U-Bahn sind täglich 4,5 Millionen Menschen angewiesen.

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