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31.01.2005

15:30 Uhr

10 000 Euro kassiert

Zweites Geständnis im Wett-Skandal

Fußball SC-Regionalligist Paderborn hat am Montag Sonderzahlungen vor dem Erstrundenspiel im DFB-Pokal gegen den Hamburger SV bestätigt.

Im Zwielicht: Thijs Waterink vom SC Paderborn. Foto: dpa

Im Zwielicht: Thijs Waterink vom SC Paderborn. Foto: dpa

HB PADERBORN. Damit hat sich der Wettskandal im deutschen Fußball durch dieses zweite Geständnis ausgeweitet. Der Präsident des SC Paderborn, Wilfried Finke, bestätigte auf einer Pressekonferenz, dass Mannschaftskapitän Thijs Waterink vor dem DFB-Pokalspiel des Regionalligisten gegen den Hamburger SV am 21. August 2004 (4:2) in der Nähe des Hermann-Löns-Stadions 10 000 ? in Empfang genommen habe. Die Partie wurde wie mindestens drei weitere Spiele von dem geständigen Schiedsrichter Robert Hoyzer manipuliert. Wie schon zuvor HSV-Vorstandschef Bernd Hoffmann plädierte nun auch Finke für eine Wiederholung des Spiels. Dies hat der Deutsche Fußball-Bund (DFB) bislang ausgeschlossen.

"Ein ihm unbekannter südländisch anmutender Mann hat ihm diese Summe mit der Bitte übergeben, die Mannschaft vor dem Spiel über diese Sonderprämie zu informieren", gab Finke die Aussage des inzwischen bis auf Weiteres suspendierten Waterink weiter. Der Niederländer bestreitet, seine Mitspieler vorab in Kenntnis gesetzt zu haben. Er habe erst einen Tag nach der Partie jedem Spieler 500 ? gegeben. Auch habe der Geldbote nicht versucht, den Abwehrspieler zu Täuschungsversuchen aufzufordern. Tatsächlich hatte Hoyzer beim Stand von 0:2 nach einer Schwalbe von Waterink einen von insgesamt zwei unberechtigten Elfmetern für Paderborn gepfiffen und HSV-Angreifer Emile Mpenza nach Protesten über diese Entscheidung vom Platz gestellt.

Der nach Meinung von Finke strafrechtlich nicht relevante Vorgang um Waterink kam durch interne Recherchen heraus, die der Regionalligist in Abstimmung mit dem DFB durchgeführt hatte. Demnach wurde Finke am Samstag von einem Spielerberater über die Zahlung von 500 ? an die von ihm vertretenen Spieler informiert. Dem Verein liegen Eidesstattliche Versicherungen aller Spieler vor, dass sie erst nach der Partie von dieser Sonderzahlung erfahren haben.

"Der Spieler Waterink ist bis zur Klärung der Vorfälle freigestellt", sagte Finke. Der DFB war bereits am 23. August 2004 vom Wettanbieter Oddset über einen ungewöhnlichen hohen Wetteinsatz für die Partie der ersten Pokalrunde in Paderborn informiert worden. Die durch diesen Hinweis eingeleiteten Ermittlungen waren allerdings nach kurzer Zeit eingestellt worden.

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