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31.01.2005

19:45 Uhr

13 Personen von Hoyzer belastet

Manipulations-Affäre zieht weitere Kreise

Kaum hat der Deutsche Fußball-Bund (DFB) als Konsequenz aus der Fußball-Betrugsaffäre eine Sonderkommission eingerichtet, da stehen schon neue Vorwürfe im Raum. So hat die "Bild"-Zeitung alle Namen veröffentlicht, die der geständige Schiedsrichter Robert Hoyzer im Fußball-Manipulationsskandal genannt haben soll.

Der Geschäftsführende Präsident des Deutschen Fußball-Bundes, Theo Zwanziger, hat es derzeit nicht leicht. Foto: dpa

Der Geschäftsführende Präsident des Deutschen Fußball-Bundes, Theo Zwanziger, hat es derzeit nicht leicht. Foto: dpa

HB FRANKFURT/HAMBURG. Bei den von Hoyzer genannten Personen handelt es sich um drei Schiedsrichter, neun Spieler der Vereine Dynamo Dresden, Chemnitzer FC, SC Paderborn und Energie Cottbus sowie einen Funktionär aus Dresden. Einer der Beschuldigten, Paderborns Mannschaftskapitän Thijs Waterink, gestand am Montag den Empfang von 10 000 ?. Zwei andere, Erstliga-Schiedsrichter Jürgen Jansen und der Cottbuser Torhüter Tomislav Piplica, bestritten in Eidesstattlichen Erklärungen jede Beteiligung an dem Skandal. Auch alle Spieler von Dynamo Dresden unterzeichneten entsprechende Eidesstattliche Erklärungen.

Der Geschäftsführende DFB-Präsident Theo Zwanziger wollte die Namensliste von "Bild" bei einer Pressekonferenz am Montagabend in Frankfurt weder bestätigen noch dementieren. Für den DFB sei ausschließlich maßgeblich die Angaben der Berliner Staatsanwaltschaft, von der der Verband bislang noch keine Akteneinsicht erhalten habe. Er habe allerdings "sehr, sehr positive Gespräche" mit der Ermittlungsbehörde geführt und sei zuversichtlich, dass man "schnell" die notwendigen Informationen erhalte, um den Skandal auch durch das Sportgericht aufarbeiten und auch den kommenden Spieltag absichern zu können. Der Verband bildete eine sechsköpfige "Sonderkommission Wett- und Spielmanipulationen", die unter Führung von DFB-Justiziar Götz Eilers den "für den deutschen Fußball sehr schlimmen Fall" aufarbeiten soll.

In Thijs Waterink erstmals ein Spieler seine Beteiligung. Der Mannschaftskapitän des Regionalligisten SC Paderborn sagte aus, dass er vor dem DFB-Pokalspiel des Regionalligisten gegen den Hamburger SV am 21. August 2004 (4:2) von einem unbekannten und südländisch anmutenden Mann 10 000 ? in Empfang genommen habe. Der vom Verein suspendierte Waterink bestritt, seine Mitspieler vorab davon in Kenntnis gesetzt zu haben. Er habe erst einen Tag nach der Partie jedem Spieler 500 ? gegeben. Auch habe der Geldbote nicht versucht, den Abwehrspieler zu Täuschungsversuchen aufzufordern. Tatsächlich hatte Hoyzer beim Stand von 0:2 nach einer Schwalbe von Waterink einen von insgesamt zwei unberechtigten Elfmetern für Paderborn gepfiffen und HSV-Angreifer Emile Mpenza nach Protesten über diese Entscheidung vom Platz gestellt.

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