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04.08.2015

15:47 Uhr

200 Millionen Dollar für US-Markt

Adidas ködert NBA-Star Harden mit Mega-Offerte

VonAlexander Möthe, Joachim Hofer

Sportartikelhersteller Adidas strebt in den USA den Strategiewechsel an. An die Stelle von ganzen Ligen und Teams sollen Sponsorings einzelner Athleten treten. Den Anfang dürfte nun Basketball-Star James Harden machen.

Der Spieler der Houston Rockets gilt als einer der besten NBA-Athleten. ap

James Harden

Der Spieler der Houston Rockets gilt als einer der besten NBA-Athleten.

Düsseldorf Fear the beard, fürcht den Bart – mit diesem Spitznamen ist der Basketballer James Harden berühmt geworden. Der Athlet mit dem struppigen Gesichtshaar gilt spätestens seit seinem Wechsel innerhalb der nordamerikanischen Profiliga NBA zu den Houston Rockets als einer der Besten seines Sports. Im Star-Ensemble der Oklahoma City Thunder noch stark von der Bank kommend, geht er in Texas spektakulär auf Punktejagd – und ist selbst zum Superstar geworden.

Nun ist der Hype um den viertbesten Punktesammler der Liga auch bei den Sponsoren angekommen. Denn nicht nur die Vereine umgarnen jeden Sommer die „Free Agents“, die Spieler mit auslaufenden Verträgen. Auch Unternehmen buhlen um freigewordene Ausrüsterverträge. Harden ist diesen Sommer in dieser Situation. Und hat sich Berichten zufolge vom Herzogenauracher Sportartikelhersteller Adidas an Land ziehen lassen. Kolportierte Summe: 200 Millionen Dollar für 13 Jahre, damit Harden die Schuhe mit den drei Streifen trägt.

Das ist eine Ansage. Zum Vergleich: der Hamburger SV bekommt als Team etwa 40 bis 50 Millionen – insgesamt, bei einer Vertragslaufzeit über zehn Jahre. James Harden rückt mit dem potenziellen Deal in den Kreis der ganz Großen auf, zumindest, was das Einkommen betrifft. Bisher ist der Anteil an Sponsoring-Einnahmen mit etwa vier Millionen Dollar vergleichsweise niedrig. Adidas würde nun 15 Millionen Dollar pro Jahr zahlen. Damit zöge er an Superstars wie Dwayne Wade und Derrick Rose vorbei, sein Verdienst läge etwa gleichauf mit dem Einkommen von Rennfahrer Sebastian Vettel oder Fußballer Gareth Bale.

Adidas fordert mit diesem Angebot Erzrivale Nike heraus. Und das muss der fränkische Sportartikelhersteller auch, denn im US-Markt hat das Unternehmen zuletzt radikal sein Geschäftsmodell verändert. Der Ausrüstervertrag mit der Basketballliga NBA würde nicht verlängert. Stattdessen wolle man nun verstärkt auf einzelne Athleten und Testimonials setzen. Doch auch da muss Adidas auf Draht sein. Denn nicht nur Nike kann nun versuchen, das Angebot der Herzogenauracher auszustechen, auch die neue Nummer zwei im US-Markt, Under Armour, gilt es zu bändigen.

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