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13.01.2005

17:01 Uhr

Aber nicht immer geht die Rechnung auf

Eine Art salonfähiger Kinderhandel

Immer öfter buhlen internationale Spitzenklubs mit Millionensummen um vermeintliche Fußball-"Wunderknaben" und tricksen dabei auch die Fifa aus. Jüngstes Beispiel ist ein Neunjähriger aus Kamerun.

HB MADRID. Er ist erst neun Jahre alt, aber er spielt Fußball wie kaum ein Zweiter in seinem Alter. Bea Patou hat sogar schon einen Manager, der für ihn mit dem FC Valencia verhandelt. Neben dem spanischen Meister buhlen auch andere Spitzenvereine um den kleinen afrikanischen Ballkünstler. Beas Vater war vor fünf Jahren aus Zentralafrika nach Spanien gekommen. Er musste sich bislang als Arbeitsloser durchs Leben schlagen. Aber dank der fußballerischen Künste des Sohnes sieht seine Zukunft plötzlich rosig aus.

Bea Patou ist nicht der erste Fall eines Fußball-Wunderkindes, für das die großen Vereine riesige Summen auf den Tisch zu legen bereit sind. Auf der Suche nach "Rohdiamanten" schielen die Clubs immer wieder auf die Talentschmieden der Konkurrenz. Dabei untersagt der Weltverband Fifa das Abwerben von Kindern und Jugendlichen. Erst kürzlich sorgte der zwölfjährige Erik Lamela für Wirbel. Der FC Barcelona bot den Eltern des Argentiniers Jobs und den Geschwistern Studienplätze an, um sich die Dienste des Jungen zu sichern, aber die Familie lehnte die Offerte schließlich ab.

Der weltweit bekannteste Fall ist der des gebürtigen Ghanaers Freddy Adu. Der in den USA lebende Junge bekam als Elfjähriger Angebote von europäischen Top-Vereinen wie Inter Mailand. Vor gut einem Jahr erhielt Adu - mittlerweile 14 Jahre alt - vom Sportartikelhersteller Nike einen Kontrakt über eine Million Dollar. Bei der Major League Soccer schloss er einen Sechsjahresvertrag ab.

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